Ansichten eines Fooligans: Denkverbot

Ansichten eines Fooligans: Denkverbot
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Fußball ist ein einfaches Spiel und doch kann man es nicht erklären. Es herrschen die ehernen Gesetze des Chaos, ein Schmetterling hustet in Block B des Stadions und plötzlich hat Jens Lehmann zwar noch seinen gefürchteten Tunnelblick, sieht aber den Tunnel zwischen seinen eigenen Beinen nicht mehr.
Sobald man nachdenkt, geht man beim Fußball in niemals endenden Denkschleifen verloren.

Die Deutschen sind Außenseiter gegen Spanien. Diese Rolle bekommt den Deutschen gut, sie treten dann nicht mit dieser lähmenden Verlustangst an. Hat man schließlich gegen Portugal gesehen.
Unter diesen Umständen sind sie also Favorit, was wiederum bedeutet, dass sie spielen werden wie gegen Kroatien, also sind sie Außenseiter, was es ihnen ermöglicht, sich nach dem Spiel des Gegners auszurichten, etwas, das ihnen liegt, sie sind also Favorit. Aber das...
Stopp.


Die oberste Regel dieses Sports lautet: Kopf ausschalten.
Oder haben Sie schon einmal versucht, bei Schere-Stein-Papier zu überlegen, welchen Schritt der Gegner als nächstes unternehmen wird?
Da wird man doch verrückt, sagen Sie?
Dann herzlich Willkommen in der Welt des Schützen beim Elfmeter.

"Im letzten Spiel habe ich unten rechts daneben geschossen. Das hat der natürlich gesehen. Also denkt er, ich würde da nicht wieder hinschießen. Oben links also. Moment: Wenn der denkt, ich würde da nicht hinschießen; nutz ich das doch aus. Schieß ich wieder unten rechts. Yeah.
Aber wenn der denkt, dass ich ahne, dass er damit rechnet, dass ich nicht wieder unten rechts.
Ach, ich schieße einfach weit über das Tor und werde Manager."


Das ist der originalgetreu wiedergegebene innere Monolog, der so im heutigen Bayern-Manager Uli Hoeneß während des EM-Finales Deutschland – CSSR 1976 ablief.

Nur ein echter Buddha kommt mit diesen fürchterlichen Denkschleifen zurecht.
Der sonnige Beckenbauer kommt einem da natürlich als Erster in den Sinn.
Maradona hatte seinen Moment der Erkenntnis und ist daran verrückt geworden, Beckenbauer aber ist vom Spielfeld gleich ins Nirwana gewechselt.


Wo er mit Cruyff darüber nachdenkt, ob in den 70ern Ajax oder Bayern besser war. Einerseits. Andererseits. Man muss aber auch bedenken, dass.
 
 
 
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