04/07/2008 11:06
Deutscher Geist und russische Seele
Die Vitalität einer nationalen Kultur erweist sich nicht zuletzt darin, ob und inwieweit sie in der Lage ist, fremde Einflüsse aufzunehmen, sie sich anzueignen und fortzuentwickeln. Russland ist in dieser Hinsicht eine zwiespältige Ausnahmeerscheinung, denn nirgendwo sonst haben während Jahrhunderten kulturelle Fremdimporte ein solches Ausmass angenommen. Gezeigt sei dies am Beispiel der alten Hauptstadt Sankt Petersburg.
Von Felix Philipp Ingold
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Diskussion
Russland ist gross, Russland ist sogar gigantisch ... fremde Einflüsse wurden immer aufgesogen, aber trotzdem blieb Russland immer auch Russland, trotz Byzanz, Mongolen, Polen, Deutschen und den Schweizern ;-)
@Diana: ??? Wer redet da von Deutschen in der Schweiz? Man versucht im obengenannten Artikel heroisch-frech, die Tiefe der russischen Seele mit dem deutschen Geist zu erklären... Und was soll bitte schön die unsägliche Tautologie "russisches Slawophilentum"? Selbstliebe??? Sind die Russen etwa Teutonen?
Ansonsten geht der Schuss wirklich ein wenig ins Leere, da St. Petersburg die grosse Ausnahme ist. Aber immer nur so weit, dass es noch deutlich Russland ist.
Und wer hat da was gegen die Deutschen? Sie haben halt im 18. Jahrhundert auf fast allen Gebieten der Kunst Grosses geleistet. Russland ist heute noch sehr deutschfreundlich, auch nach den beiden Weltkriegen, was erstaunlich ist. Und schön!
Ausgerechnet St. Petersburg zu nehmen als das womöglich schönste und älteste Beispiel für eine Europa-Globalstadt - genau so, wie Peter der Grosse sie bauen wollte - um die Originalität der russischen Kultur per se abzusprechen ist eine Pietätslosigkeit. Und Kulturkolonialismus - wobei selbst das ist ein Euphemismus im Vergleich zu (aus allen möglichen Archiven gesammelten und vom Kontext herausgerissennen) Begriffen wie "Germanenjoch" und "Eindeutschung".
Wenn ich dann so einen Artikel über deutsche kulturelle "Überfremdung" in Russland lese, dann kann ich nicht umhin, Parallelen zu anderen Artikeln zu sehen. Vielleicht bin ich da im Moment ein bisschen übersensibel..
(Im Übrigen gibt es "die russische Kultur" ja ebensowenig die "die europäische", nicht einmal die Sowjetische Diktatur hat es geschafft, dem Riesenreich eine Einheitskultur zu verpassen.)
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