06/07/2008 18:05
Angriff des Realwissenschaftlers auf den Verbalwissenschaftler
"Nichts in den Geisteswissenschaften ergibt einen Sinn außer im Lichte der Biologie". Mit diesem Credo provoziert ein Biologe aus Kassel einen handfesten Streit unter Gelehrten.
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Diskussion
Den Text, den die Sueddeutsche da fabriziert hat ist allerdings fast so unerträglich, wie der Kreationismus. Halb versucht er einen Skandal zu erzeugen, wo keiner ist. Halb versucht er Argumente nachzuerzählen, die auch keine sind. So schlingert er um seine mögliche Substanz herum, die so keine werden will. Ergebnis: Tinnef.
Erstens: Was haben denn (mit ausnahme der Theologie) die Geisteswissenschaften mit dem Kreationismus zu tun? Rein gar nichts.
Zweitens: Wieso sollten soziale, geistige und sprachliche Phänomene weniger bedeuten als "natürlich" atomare?
Drittens: Für die wissenschaftliche Fundierung der Geisteswissenschaften, hat zuersteinmal die Philosophie die Aussagen- und Prädikatenlogik sowie die Ontologie geschaffen, der sich ja wohl auch die Naturwissenschaftler bedienen und die am Ende reine Dinge aus Worten sind.
Frechheit!
Aber ganz unrecht hat der gute Mann dann doch nicht. Autorität spielt in der geisteswissenschaftlichen Praxis eine unzeitgemäss grosse und Überprüfbarkeit eine zu geringe Rolle. Ich habe auch schon einige geisteswissenschaftliche Dissertationen gelesen - oder sagen wir: angelesen und dann wieder weg gelegt - die ohne weiteres von einem Blahblah-Generator hätten stammen können und bei denen keinerlei Streben nach Erkenntnis, sondern bloss das Streben nach einem akademischen Titel zu spüren war.
Und noch eine Frage: Wohin gehört die Mathematik? Ich habe sie bisher immer für die Geisteswissenschaft par excellence gehalten. Etwas rein geistigeres als Zahlen und logische Strukturen kann ich mir gar nicht vorstellen. Doch was ist ihr Sinn im Lichte der Biologie?
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