"Gute Lügner sind sympathischer"
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Diskussion
Kein Künstler wird sagen: Ich muss jetzt LSD nehmen oder koksen, damit ich genauso gute Bilder male oder genauso gute Bücher schreibe wie Kollege XY.
Ausserdem: Ist man einmal im Rampenlicht, gewöhnen sich viele schnell daran und haben Angst bald weg vom Fenster zu sein. Das gilt sicher nicht für alle. Alice Cooper, der Musiker gibt es beispielsweise zu. Er und seine Band hatten jahrelang Angst aus dem Zyklus Platte - Tournee - Platte - Tournee etc. auszusteigen. Es herrschte Angst, dass man zu schnell nicht mehr im Gespräch sein wird. Um sich dazu zu motivieren hat er sich ja dann beinahe zu Tode gesoffen.
Und Konkurrenz gibt es in allen Lebensbereichen. Nur wird z.B. ein Schriftsteller nicht automatisch erfolgreicher, wenn er dieselben Drogen nimmt wie ein Bestseller schreibender Kollege.
OK, das stimmt so wie Du es sagst. Es ist halt Geschmacksache - Kinderschokolade würde mich eher runterziehen. Guten Appetitt trotzdem.
Wobei Maras Wasabichips in meinem Fall auch funktionieren...
Aber im Grunde ist es viel einfacher. Egal, Dilemma, dafür, dagegen etc. Doping ist momentan nicht salonfähig und daher ein heisses Eisen für Sponsoren. Also muss man irgendetwas machen um die Sache in den Griff zu kriegen.
@Oliver Reichenstein
Drogen und Kunst. Da hast Du natürlich recht. Es gibt sicher gute Arbeiten, die unter Drogen entstanden. Man kann aber davon ausgehen, dass der zugedröhnte Künstler über die ganze Zeit mehr Schrott als Qualität liefert. Also muss man es so sehen: Die durch Drogen verursachten verpassten Momente Grossartiges zu leisten sind ärgerlicher als die wenigen guten Arbeiten. Oder noch anders rum: Es ist vielleicht auch ein Zufall wenn unter Drogeneinfluss gute Werke entstehen.
Oh, und noch was. Ich bevorzuge Wasabinüsse. Die Chips habe ich nicht so gerne.
noch interessanter als der vergleich sport/kunst ist aber der vergleich sport/gesellschaft. wenn ich so sehe, wie sich die ganz normale gesellschaft für den ganz normalen alltag dopt, dann ist das bild nicht viel anders als im sport und in der kunst. weite teile der bevölkerung (50%?) dopt sich auf irgend eine weise.
würde man den nachschub von alkohol, cannabis, kokain sowie tabletten aller art von einer stunde auf die andere abstellen, hätte das brutalst mögliche konsequenzen für die wirtschaft und die öffentliche ordnung. innert stunden.
so ist denn die diskussion um sportdoping genau so verlogen wie die allg. diskussion über drogen.
Journalismus ist zwar keine Kunst, aber auch eine "schrecklich präzise Sache" und da gibt's schon ein paar, die das mit Doping ziemlich gut hinbekommen haben: Hunter S. Tompson, Helge Timmerberg...Webdesign dagegen ist wahrscheinlich mit entsprechender chemischer Unterstützung wirklich nix, sonst kommt eine Website wie die von Radio DRS heraus...
Ich will nicht von einem Arzt operiert werden, der seine Marathon-Schichten nur auf Koks durchhält. Ich will nicht, dass ein Speed-Junkie bei einer Bank mit meinem sauer ersparten Geld rumzockt. Ich halte es für bedenklich, wenn alkoholkranke Lehrer als Vorbilder für Kinder fungieren sollen.
Künstler haben vielleicht einen Sonderstatus, indem sie ausserhalb der "normalen" Erfahrungen Liegendes thematisieren dürfen. Substanzen, die die Schleuse zum Unbewussten öffnen, können da eventuell hilfreich sein, wenn gezielt eingesetzt.
Ich persönlich hätte zu viel Angst vor den "Risiken und Nebenwirkungen". Mir reichen die körpereigenen "Drogen", die beim Schreib-Flow entstehen.
"Alkoholika sind mir nachtheilig; ein Glas Wein oder Bier des Tags reicht vollkommen aus, mir aus dem Leben ein "Jammerthal" zu machen, - in München leben meine Antipoden. Gesetzt, dass ich dies ein wenig spät begriff, erlebt habe ich's eigentlich von Kindesbeinen an. Als Knabe glaubte ich, Weintrinken sei wie Tabakrauchen anfangs nur eine Vanitas junger Männer, später eine schlechte Gewöhnung. Vielleicht, dass an diesem herben Urtheil auch der Naumburger Wein mit schuld ist. Zu glauben, dass der Wein erheitert, dazu müsste ich Christ sein, will sagen glauben, was gerade für mich eine Absurdität ist. Seltsam genug, bei dieser extremen Verstimmbarkeit durch kleine, stark verdünnte Dosen Alkohol, werde ich beinahe zum Seemann, wenn es sich um starke Dosen handelt. Schon als Knabe hatte ich hierin meine Tapferkeit. Eine lange lateinische Abhandlung in Einer Nachtwache niederzuschreiben und auch noch abzuschreiben, mit dem Ehrgeiz in der Feder, es meinem Vorbilde Sallust in Strenge und Gedrängtheit nachzuthun und einigen Grog von schwerstem Kaliber über mein Latein zu giessen, dies stand schon, als ich Schüler der ehrwürdigen Schulpforta war, durchaus nicht im Widerspruch zu meiner Physiologie, noch vielleicht auch zu der des Sallust wie sehr auch immer zur ehrwürdigen Schulpforta ... Später, gegen die Mitte des Lebens hin, entschied ich mich freilich immer strenger gegen jedwedes "geistige" Getränk" http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=19 39&kapitel=1#buecher
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