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Diskussion
Umso mehr sollte das deutliche Lob an die Schweizer Medien (die sich „überproportional“ eigene und unabhängige Korrespondenten vor Ort „leistet“) auch als klares Kompliment verstanden werden.
Der „harte“ Umgang unserer Presse mit dem EDA, seiner Chefin und auch mit dem Umstand, dass irgendeiner von Rechts sofort „Neutralitätsverletzung“ schreit, wenn irgendein Schweizer ausserhalb der Landesgrenzen mal was sagt (..oder sogar was macht…!) hat mindestens in diesem Fall positive Nebeneffekte.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich Medienschaffende aufgrund von schweizerischen Auflage-/Zuschauer-/Zuhörerzahlen auf (schweizerische) Bescheidenheit machen und gar nicht realisieren, wie oft sie z.B. von ausländischen Militärattachés, Politiker und Mandatsverantwortlichen mitgelesen bzw. mitgehört werden.
Allerdings sollte man wohl persönliche Erfahrungen nicht allzu sehr pauschalisieren. Auch in Deutschland gibt es engagierte mutige kritische Berichterstattung, man erinnere sich, wie kontrovers über den Irakkrieg in Deutschland gestritten wurde. Und auch in der Schweiz mag es Redakteuere oder -toren geben, die bei zu kritischen Äußerungen bestimmten Themen oder Personen gegenüber ihren Job riskieren.
>> der Anteil der Korrespondentenberichte an der gesamten Auslandsberichterstattung ist viel niedriger, vieles wird redaktionell gefertigt und es kommen oft Anrufe aus der Redaktion in Zürich, wo nachgehakt und abgeglichen wird.
Manche Zusammenhänge sieht man mit Abstand besser. Mancher Konflikt gewichtet sich neutraler, wenn man nicht selbst involviert ist, das stimmt.
Aber es ist immer die Frage, auf welche Quellen man sich dann verlässt, wie neutral oder involviert, wie zuverlässig und kenntnisreich sind diese? Was ist wichtig, in wie weit ist die Themen- und Bildauswahl schon Interpretation? Was wird betont und was ausgeblendet? Aus welchem Grund und zu welchem Zweck?
Welche Kompromisse muss man eventuell eingehen, um überhaupt berichten zu können (z.B. in China)?
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