Per Anhalter durch die Galaxis
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Angst vor der Einsamkeit
Diskussion
Fotos haben seit je her den Anspruch etwas aussagen zu wollen. Das war auch schon 1908 so, als die so genannten "Kongogräuel" (Misshandlungen an der einheimischen Bevölkerung, die Zwangsarbeit zu leisten hatte) publik wurden. Verstümmelte Menschen wurden fotografiert und die Fotos absichtliche publiziert und verbreitet. Die Schockwelle in Europa war gross und die Wirkung für den bisherigen Privateigner des Freistaates Kongo - König Leopold - verheerend. Er musste seinen Privatbesitz abgeben. Das war meines Wissens das erste Mal, wo die Fotografie auch wirklich als "wahre Widergabe der Realität" akzeptiert wurde. Es ist ja nicht so, dass ein Foto sofort akzeptiert wurde, bspw. in Form der Zulassung als Beweismittel für das Gericht.
Bilder - auch wenn sie überhaupt nicht manipuliert wurden - lenken in eine bestimmte, meist gewollte Richtung. Und dabei sind wir viel weniger kritisch, als einem gut recherchierten Artikel gegenüber.
Ich war damals - 2006 - entsetzt über das Pressefoto des Jahres aus dem Libanon:
http://www.worldpressphoto.org/index.php ?option=com_photogallery&task=view&id=89 9&Itemid=115&bandwidth=high
Diese Aufnahme repräsentiert in keiner Art und Weise die Stimmung, wie sie wenige Stunden und Tage nach dem Waffenstillstand im Quartier Dahia/Haret Hreik (im Südteil der Stadt Beirut) tatsächlich vorhanden war. Auch hier hat der Fotograf sein Bild mit einem starken Teleobjektiv geschossen, was eben Dinge zusammenrückt, die in Tat und Wahrheit ziemlich auseinander liegen....! Mich hat es nachhaltig beeindruckt, weil ich - zufällig und nur um Stunden verschoben - zur gleichen Zeit am selben Ort war, jedoch völlig andere Eindrücke gewonnen hatte, die diesem Bild diametral entgegenstehen.
Das stimm, die Kommentare sind wirklich lesenswert. Das Thema ist einfach interessant, weil heutzutage sehen über Vermittler wie Kameraleute fast wie eigenes sehen/erleben wahrgenommen wird.
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