25/09/2008 08:58
Die Angst vor der Gleichberechtigung
Warum biologische Erklärungsmuster in der Debatte um Geschlechterrollen wieder Zuspruch finden - Die Gleichberechtigung von Mann und Frau gehört zu den zentralen Prinzipien der modernen Gesellschaf... »







Diskussion
Ist es wirklich das A und O jedes Menschen „Karriere zu machen“? Und wenn Geschlechtszugehörigkeit die wichtigste und elementarste Gruppenidentität sein soll, wieso gibt’s dann Schwule und Lesben? Gelten die dann bei den amerikanischen Autorinnen als „krank“?? Natürlich ist die Chancengleichheit noch lange nicht Realität und natürlich werden junge Paare vom Verhalten anderer Paare in ihrem Umfeld beeinflusst – aber primär sollte doch eine Beziehung als „Team“ gelebt werden und muss sich letztendlich im Alltag bewähren, wenn sie Bestand haben soll… Da kommt doch jede Beziehung sehr schnell auf den Boden der Realität herunter: Wenn’s Geld für die geplanten Traumferien nicht reicht, wenn ein Kind krank wird, wenn der Job flöten geht, sind Gender Questions ziemlich sekundär in einer wirklich gelebten Beziehung. Und bezogen auf den „heutigen Mann“ haben die Autorinnen mindestens ein bisschen recht: Es wird besser, aber es gilt die heute nicht mehr verwendete Spalte in den Zeugnissen für „Betragen“: Da hatte mal ein von mir wenig geliebter Lehrer `reingeschrieben:
„Gibt sich und hat Mühe“.
Betrachtet man Generationen, Lebensphasen, Bildung, Wohnort, Herkunft usf. kommen tausende verschiedener Lebensentwürfe zum Vorschein - so farbig wie das Leben selbst.
In meinem Curriculum vitae gab es etwa gleichviele Weiblein wie Männlein. Alle hatten den gleichen Lohn, die gleichen Rechte, die gleiche Macht, sprich Schwarzer'sche Idealzustände. Doch die unverschämte Biologie kam tatsächlich dazwischen. Frauen wurden schwanger [mein alter lieber Professor hat so drei (sic!) gute Laborantinnen in einem Jahr verloren...] oder lernten den erwarteten Prinzen kennen oder wurden von Mutterinstinkten verraten. Aber was klage ich denn. Schon unser Gymi-Lehrer sagte uns Grünschnäbeln: die Universität ist ein Heiratsinstitut.
Mit dolphin69 gehe ich einig. Paare, die eine lebendige Beziehung leben, daran arbeiten, Kinder haben, sich partnerschaftlich am Gelingen des Lebens beteiligen, brauchen keine Gender Studies. Und Rollenumkehr möchte niemand wirklich.
Hier ein paar evtl. Neuansätze für uns Schweizerlein:
http://www.sweden.se/upload/Sweden_se/ge rman/factsheets/SI/Gleichstellung_in_Sch weden_TS82n_Low.pdf
http://www.sweden.se/templates/cs/Articl e____19593.aspx
http://www.sweden.se/templates/cs/Articl e____19362.aspx
Was mir nicht klar ist [ich bin bereit dazu zu lernen], ist wie mit staatlich verordneten Quoten, Kinderkrippen, Vaterschaftsurlaub, Teilzeit für Männer etwas verändert werden soll. Es gibt Holzpflöcke beiderlei Geschlechts. Die werden Sie nicht erreichen. Gebildete Kasten tun eh was für sie am besten ist. Und über Sitzpinkeln und andere Boulevard-Emanzipation brauchen wir erst gar nicht zu diskutieren.
Ich werde erst mal willis Artikel über Schweden lesen. Vielleicht bin ich dann schlauer.
Die Artikel über die Schweden habe ich gelesen. Die Nordländer sind schon ein schlaues Völkchen. Allerdings ist mir diese Gender-Pädagogik etwas suspekt. Zum einen bin ich Südländer, mit allen Gender-Komplikationen. Zum anderen ist mir staatliche Frühförderung im Vorschulalter nicht ganz geheuer, geht es doch um meine eigene Brut.
Ob rosa oder blaue Tassen, Puppen oder Autos dazu führen, dass die schwedische Wirtschaft an Innovationskraft gewinnt, wage ich doch stark zu bezweifeln. Zudem geht meines Erachtens viel Spannung zwischen den biologischen Geschlechtern verloren. Was die Gleichberechtigung in Beruf und Gesellschaft anbelangt, könnten wir vielleicht dazulernen. Aber eben: wir sind keine Wikinger. Apropos Wikinger: wie kommt es eigentlich, dass skandinavische Frauen dermassen auf griechische Männer fliegen?
Vielleicht haben Sie es bloss nicht wahrgenommen? Es handelt sich nämlich nicht immer um einen medienwirksamen Kampf mit Trommelwirbeln und Kriegsfanfaren. Der eigentliche Kampf findet wahrscheinlich im Stillen und im Kleinen statt.
Übrigens wird in dem Artikel nicht nach Quoten und anderem "staatlich Verordnetem" gerufen, oder habe ich etwas übersehen?
Bei den staatlichen Quoten bezog ich mich auf Schweden. Sorry für die Verwirrung.
1. Macht Gleichberechtigung der Geschlechter Gesellschaften fitter? Ja, meine ich.
2. Wird mit sinkender Energiebilanz, aufgrund abnehmender Verfügbarkeit fossiler Energie, und anderer essentieller Rohstoffe, sowie von Nahrung, die durchschnittliche Arbeitszeit, egal welchen Geschlechts, weiter sinken? Vorerst nein, meine ich.
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