01/11/2008 00:05
Mit Ritalin durch die Prüfung
Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzrasen und Blutdrucksteigerungen. Bessere Noten dank Hirndoping, doch Der Griff nach den Pillen birgt gesundheitliche und ethische Risiken. »







Diskussion
Dass früher das [naturwissenschaftliche] Studium freier war und es jedem selbst überlassen war, sich seinen Stress zusammen zu stellen ist unbestritten. Allerdings ist meine Wahrnehmung eine andere.
Noch vor acht Jahren war ich Tutor in den vorklinischen Fächern der Medizin [die ersten vier Semester]. Gelehrt wurde theoretisch und praktisch im PBL [problem based learning] in Achtergruppen. Die meisten Studierenden empfanden dieses Studium als Ferienlager und meine Hauptaufgabe bestand vorwiegend darin, ihnen in den Arsch zu treten. Dass sie vor der Prüfung den Stoff in den Kopf reindrücken mussten und zum Teil kläglich versagten, lag auf der Hand. Insofern kann von Hochleistungssport keine Rede sein. Was das Doping betrifft wahrscheinlich auch nicht. Aber das ist meine selektive Wahrnehmung.
Heute ist die Einstellung gegenüber der Bildung viel nüchterner. Man sieht vor sich ausgebreitet eine riesige Landkarte: Die Bildungsinstitution, die man selbst besucht, andere vergleichbare Schulen, den globalen Arbeitsmarkt und die globalen Mitbewerber. Und man weiss: In diesem komplexen System muss man sich auf Teufel komm raus bewähren. Das bedeutet, dass man nie mehr allein auf das Wissen fokussiert, sondern seine Kräfte einteilt: Man konzentriert sich auf diejenigen Schauplätze (Fächer, Zwischendiplome, Rennen), die strategisch zum Weiterkommen wichtig sind.
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