Unsere Freiheit
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Diskussion
Was will er uns nun beweisen? Dass die Journis dank ihres Vertrages mit dem Medienkonzern ihren Job besser machen? Dass Journalisten nie langweilig sind? Dass die Schweiz klein ist und dass intelligente Leute sowieso den Beruf eines Journis ergreifen? ?
Also, Blogs sind langweiliger als die übrigen Medienerzeugnisse – OK, aber ich kann doch nichts dafür, dass BR Leuenberger bloggt – hingegen muss niemand dieses langweilige Zeugs lesen. Vielleicht, lieber David, solltest Du davon ausgehen, dass nicht alle Blogger krankhaft ehrgeizig sind und meistens auch nicht aus dem Kreis der frustrierten Journalisten stammen. Du erwähnst auch Thinkabout, der sich, nach Deiner Einschätzung, von der Masse abhebt dafür aber fast nicht gelesen wird: Da kann ich Dich beruhigen – ich hab ihn zwar nie getroffen, aber bevor er aus der Factsgemeinde weggegrault wurde, konnte ich mit ihm doch ab und zu diskutieren – er schielt garantiert nicht krankhaft auf die erfolgten Klicks auf seinen Blog und in die Kategorie Rebell würde ich ihn nun auch nicht unbedingt reinwerfen.
An Deiner Stelle wäre ich den Bloggern deshalb dankbar, bilden sie doch den mittelmässigen Hintergrund von dem sich Deine Beiträge so wunderschön abheben können.
In der Schweiz mit der grundsaetzlich duennen Zielgruppe der interaktiven Einzelpublizisten, ist das alles noch viel offensichtlicher. Ein Schweizer Blog kommt unter Aufbietung enormer schreibender und zeitlicher und marketingtechnischer Kraefte auf etwa 60 Leser pro Tag. Man kann das, wie von David angedeutet, relativ leicht auf Blogoscoop, Slug und fuer anonyme Wordpressinstallationen z.Bsp. auf Quantcast nachpruefen (http://www.quantcast.com).
60 Leser (random Google visitors incl): Das ist die Muehe einfach nicht wert. V.a. wenn man im Handumdrehen mit jovialer Nebenbei-Laverei 150 Twitterfollower findet. Das wissen die meisten Einzelschreiber ja selber ganz genau, denn die meisten haben inzwischen mehr Twitter-Followers als Blog-Leser.
Die Behaupung, dass es nicht draufankomme, wieviel Traffic man habe, ist bei dem ganz ganz offensichtlichen Trafficfishing und dem althergebrachten Narzissmus, der jeden(!) Schreiber--wenn auch nicht immer gleich selbstreflektiert--antreibt, nichts anderes als eine jaemmerliche Luege. Leute schreiben um gelesen zu werden. Wer nur schreibt um zu schreiben, ist wie der, der nur redet, um zu reden.
Twitter-Follower mit Lesern pro Tag vergleichen kann man hingegen nicht. Das eine ist eine feste, sich tendenziell nach oben verändernde Zahl, das andere ist eine täglich varierende, von sehr vielen Einflüssen abhängige.
@Facts: Ihr wisst schon, dass ihr nicht den Permalink verlinkt habt und dass diese Story nach einer Woche im Original vermutlich nicht mehr nachvollziehbar ist, oder?
Was die Twitter Follower vs Leser pro Tag anbelangt. Das Argument lautete: Dass die Einzelpublikation sich nach und nach auf soziale Publikationsplattformen verlagert, weil man dort mehr Aufmerksamkeit findet und unmittelbar das eigene soziale Netz erreicht.
Schon moeglich dass ein Blogneuling nicht weiss, wie man Traffic misst, die wirklich aktiven scheinen aber schlau genug, um zu sluggen, blogoscoopen, Kommentare zu zaehlen... Wie dem auch sei, dass sich der, der sich aeussert, nicht darum kuemmert, ob er gehoert wird, ist ein auessert schwer zu haltender Standpunkt, oder? ;-)
Übrigens: es gab doch schon vor Blogs Foren. Das sind doch auch soziale Publikationsplattformen. Warum haben sich denn Blogs dennoch entwickelt? Ich glaube, das wird alles nebeneinander funktionieren. Aussterben dauert so oder so, Teletext und Fax zb wird noch immer mehr oder weniger rege benutzt.
Sicher schreiben Leute, um gelesen zu werden. Aber es gibt ganz bestimmt Blogger, die sich schon immer gesagt haben: "Es ist mir egal, wenn nur einige wenige Stamm-User meinen Blog lesen". Diese genügsamen Blogger verweigern sich dem Konkurrenzdruck, und ganz bestimmt sind nicht sie es, die den grossen Hype "Blog ist das Medium der Zukunft" mit heraufbeschworen haben.
Du kannst Dir an zwei Fingern abzaehlen, wo ich persoenlich die Grenze zwischen dem selbstironischen JSmooth und dem eindimensionalem Mann mit Gitarre (1:40 im Video) ziehe... Ich ziehe sie zwischen Humor und Hass. Und so kategorisiere ich auch die Reaktionen auf Blogger Bauers: "Blogging is dead." -- Und komm mir nicht damit, dass die Analogie zwischen Hip-Hop und Bloggen zu weit hergeholt sei... ; )
http://facts.ch/people/8071-david-bauer
@ronnie: Dialog ist immer prima, aber es gibt Grenzen, innerhalb derer ein Dialog ueberhaupt erst moeglich ist. Mit dem infamen Gitarrespieler im Video oben, hab ich beispielsweise wenig Lust, zu debattieren.
Wichtig ist nur, dass die Presselandschaft auch kaum anders aussieht. Ich krame mal wieder das Zeitschriftenregal in meinem Supermarkt hervor: Wenn ich da nämlich vorstehe bekomme ich zu 98% Kram angeboten, den ich auf so ziemlich gar keinen Fall lesen will. Und ich will mal behaupten, dass die restlichen 2% die gleiche Themeninzucht betreiben, wie es David für die Blogsphäre konstatiert.
"Meinungsstarke Inputgeber und Querdenker in der Blogszene sind an einer Hand abzuzählen."
Und das aus einem einfach Grund: Die Gesellschaft bringt die Medien und Themen hervor, die sie interessieren. Nicht anders herum. Alle Medien, Zeitungen, Magazine, Fernsehen, Radio und Blogs sind nur ein Echo, dessen, was die Leute bewegt.
Die großen Mythen des Journalismus - das Ende des Vietnamkriegen, Watergate - haben mit dem realexistierenden Journalismus soviel zu tun, wie Bach mit den Billboard Charts.
: )
Diese Verflachung der Blogszene führe ich persönlich auf die mangelnde Kritikfähigkeit derselben einerseits & der Unfähigkeit eigene Themen zu entwickeln andererseits,zurück.
Den Charakter der "Gartenlaube" wird die Blogszene so nicht los.
Allerdings gibt es speziell im deutschem Sprachraum auch sehr gute Blogs,wie ich finde,zum Beispiel :
http://www.pi-news.net/
http://www.der-inspektor.de/
..und einen Blogger,der wirklich gut ist und noch dazu aus der Schweiz !
http://alles-schallundrauch.blogspot.com /
aber all diese Blogs passen natürlich nicht in`s Bild der sanften Scheißer,die sich auch per Replik,wie mein Freund Dolphin gerne erwähnt,nicht fassen lassen.
Also bleiben wir bei Fact`s 2.0,um sich der matten Kultur-und Medienlandschaft zu widmen,getreu dem Motto : Nur nicht auffallen.. (bevor wir fallen,fallen wir lieber auf :-))
...wenn`s nur so wäre
"Gone, in other words, is any sense that blogging as a technology is revolutionary, subversive or otherwise exalted, and this upsets some of its pioneers. Confirmed, however, is the idea that blogging is useful and versatile. In essence, it is a straightforward content-management system that posts updates in reverse-chronological order and allows comments and other social interactions."
So wie ich unsere Helden kenne, schreiben sie dann selber ueber das Ende des Bloghypes als haetten sie das Thema erfunden.
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