11/12/2008 11:31
Das E-Book steht vor dem Durchbruch, doch die entscheidende Schlacht steht der Buchbranche noch bevor. Was tun, wenn kein Leser zahlen will? Urheberrechtsexperte Till Kreutzer über die Konsequenzen.
Interview: Ilja Braun
Interview: Ilja Braun







Diskussion
Doch beim Produkt "literarischer Text" wird glasklar, dass die Rechnung nicht aufgeht: Einen Roman zu schreiben kostet keine Millionen, ihn anständig zu redigieren kostet ein paar hundert bis tausend Franken, ihn auf einem Server vorzuhalten ein paar Franken. Lassen wir den mittleren Teil weg, kostet ein Roman nur die Zeit, die es braucht, ihn zu schreiben. Die weitaus grösste Menge aller literarischen Texte wird von Amateuren geschrieben, die keine Kompensation für ihre eingesetzte Zeit erhalten. Ergo: Literarische Texte kosten so gut wie nichts. Warum sollte sich dann jemand an ihnen dumm und dämlich verdienen? Das wird kein Leser einsehen. Und folglich wird in diesem Bereich kein Modell durchsetzbar sein, das zu nichts anderem dient als ein paar wenige Gatekeeper zu mästen.
Diese e-Book-Perversion,die niemand braucht,wird schon im juvenilem Stadium ersticken und zwar wesentlich schneller,als die Musik-und Filmindustrie (..was soll das überhaupt sein ? )
Was ist das schon für ein billiger Ersatz,auf irgendwelchen beschissenen Mäusekino´s Texte durchzuhecheln...
Ich frage Euch...wie kann ein e-Book jemals das Vergnügen des Lesens eines gedruckten Buches ersetzen..vielleicht noch abgegriffen,zerfledert..eben mit eigener Geschichte sogar !
Nie werde ich vergessen,wie ich mit 10 Jahren meinen ersten Karl-May-Roman verschlungen habe.
Das Buch war ca.50 Jahre alt und in deutscher Schrift gedruckt...
Wie kann es sowas als e-Book geben,was für ein Schwachsinn.."das e-Book steht vor dem Durchbruch "...
Und genau dies ist falsch! Autoren sollten verdienen, sonst können sie nicht richtig arbeiten!
Alles, was ein Verlag dem Autor bieten kann, ist der Name des Verlags; die Publizität; die direkte Einspeisung in den bewährten Zyklus Verlag-"Auslieferbetrieb"-(Online)Buchhandlung-Kunde. Vermarktet ein Autor sein Buch und sich selbst sehr gut, dann wird er zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich mehr verdienen, wenn er seine Werke online für ein paar Franken zum Download anbietet. Jedenfalls in der Anfangsphase. Sobald sich der Konsument daran gewöhnt hätte, dass man alles runterladen kann, würde auch hier die Piraterie einsetzen...
Natürlich sollen Autoren verdienen, und zwar viel. Nur: Wer die Gesetze des real existierenden Buchmarktes kennt, der weiss, dass auch hier dem gegeben wird, der schon hat, und nicht dem, der noch braucht. Als einer der in den letzten 35 Jahren selbst viele Texte geschrieben und etliche auch veröffentlicht hat, kann ich sagen: Mir als Autor hat das Urheberrecht materiell nichts gebracht, und einige der Texte, die ich verfasst oder herausgegeben habe, sind genau wegen dieses Urheberrechts dem Publikum nur noch in Bibliotheken zugänglich, die damals das Werk zu einem Preis gekauft haben, an dem zwar der Verlag nicht aber der Autor/die Autoren etwas verdient haben. Für den Rest der Menschheit existieren diese Texte nicht mehr. Als Autor, zumal als literarischer, bin ich aber in allererster Line an Lesern und erst in zweiter Linie an Zahlern interessiert. Andere mögen das anders sehen.
Was ich allerdings dem Urheberrecht zugute halte: Es schützt auch die Zuschreibung des Werks zu seinem Hervorbringer. Ohne solchen Schutz könnte jeder daher kommen und behaupten, er habe den Text, den ich mir in vielen einsamen Nächten abgerungen habe, selbst geschrieben. Das würde mich als Autor ins Mark treffen. Aber: Mit der Creative Commons Lizenz bleibt meine Autorschaft genauso geschützt, ohne dass durch die Geschäftsinteressen eines Mittelsmannes die Verbreitung meines Werks eingeschränkt wird.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Beta von Alpha
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