12/12/2008 07:39
Unliebsame Seiten werden gesperrt
Die einfachste Methode, mit Unliebsamem oder Verdächtigem im Internet umzugehen, ist die Netzzensur. Immer mehr Organisationen und Regierungen kommen auf den Geschmack »







Diskussion
Internetzensur? Nein danke!
Allerdings,vermute ich,wie Du,daß mit der Rückbesinnung auf nationale Werte der einzelnen Staaten,natürlich gleich wieder über`s Ziel hinausgeschossen wird..ergo werden die konservativ-religiös-verbrämt und verklemmten Figuren wieder Licht in ihren feuchten Tunneln sehen ,um die total verpeilten Lemminge wieder zu "nationalen Höhen" führen zu können.
Allerdings glaube ich nicht,daß linke Ideale hier im Spiel sind...
Du siehst ja auch europaweit,wie sich konservative und rechtslastige Regierungen etablieren,denen eine freie und ungebremste Informationsautobahn schon lange ein Dorn im Auge ist...denn dadurch,daß diese Politiker in ihrer übergroßen Mehrheit sowieso nur noch die Interessen der verschiedenen,einflußreichen Lobby`s vertreten,sind Manipulationen der Lemminge im größerem Stile,schlecht möglich.
Populisten,Volksbetrüger & Rattenfänger können durch das Netz schnell,weltweit entlarvt & durchschaut werden....das soll natürlich,wenn schon nicht ganz verhindert,gedrosselt werden.
Am Grausamsten sind die Statements der Tante van der Leyen,da muß dem Artikelverfasser durchaus Recht gegeben werden..
1)
"Internet - Geöffnet ab 23 Uhr!
Wenn man so manche Äußerung von Politikern liest, fühlt man sich an die Anfänge des rationalen Denkens zurückversetzt, als mancher noch mit einem Oberschenkelknochen auf seine vermeintlichen Feinde einschlug, statt einfach mit ihnen zu kommunizieren, sie kennenzulernen und zu erkennen(!), sie sind gar nicht so gefährlich, wie die anderen Großen Menschenaffen immer sagen.
'Was der Bauer nicht kennt, frißt er nicht', ist eine auf diesen Fall passende, später entstandene Regel der ersten seßhaften Hominiden.
Wie gesagt, "Die Zukunft des Web liegt in seiner Blockade!". Es wird immer wahrscheinlicher.
Denn 'Irgendwie muß dieses Internet gezähmt werden!', denkt so mancher Politiker und hat bestimmt Ideen, die man der Einfachheit halber ableitet von Existentem:
Internet ab 14, 16, 18, 21 Jahren.
Internet als Peepnet - hinter verschlossenen Türen. 1 Euro, dann geht die Klappe wieder runter.
Internet-Führerschein, -Waffenschein, -Jagdschein.
Flensburger-Internet-Punkte-Kartei.
Internet - Geöffnet ab 23 Uhr!
Internet-Clubs analog der Raucher-Clubs.
Internet-KK - Intermediale Freikörperkultur an den Stränden des Informations-Highways.
Denn viel mehr als den Sex und den jugendlich-ungezwungenen Umgang (der inzwischen Jugend-Pornographie heißt) mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht, fürchten die Politiker diesen endlosen Fluß an Information und Transparenz, der manche Kompetenz und manche Karriere infragestellen kann."
http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2008/ 11/internet-ab-23-uhr.html
2)
"Die Zukunft des Web liegt in seiner Blockade!
Während bwl2.0 sich fragt, wo die Zukunft des Web liegt, blockiert Australien testweise 10.000 Seiten. In der erwarteten Verlangsamung(!) des Web liegt die Chance für die deutschen Entscheidungsträger!
Abstruse These, oder? Wieso sollte die Blockade des Web die Zukunft des Web sein? Falsche These! Die These ist: In der Blockade des Web liegt die Zukunft der deutschen Entscheidungsträger!
Die deutsche Regierung, der deutsche Journalismus, die deutschen Werbeagenturen, die deutschen Manager und Vorstände sind soweit weg von den aktuellen Fähigkeiten des Internets und seiner immensen Potentiale, daß wir (unweigerlich) längst zu einem interaktiven und medialen Entwicklungsland geworden sind.
Man schaue sich alleine die Seiten der Regierung, die Podcasts unseres Engelchens, die Site des Bundeswirtschaftsministeriums, die (nicht vorhandenen) Anstrengungen der Wirtschaft bei Social Media an, dann weiß man Bescheid - ich will diese hier nicht verlinken, denn sie sind jugend- und karriere-gefährdend.
Während man inzwischen in der entwickelten Welt davon spricht, das Internet sei vergleichbar mit der industriellen Revolution, steckt Deutschland noch im Web 1.0, läßt sich von Agenturen und Beratern die komplexesten Visitenkarten der Welt programmieren und ist stolz, wenn sich alles bewegt, aber keiner etwas versteht, geschweige etwas funktioniert oder man gar über die Sites miteinander kommunizieren könnte.
Zusätzlich - und das liegt allein an unserer Unwissenheit und daraus entstehender Phobie vor diesem unbekannten und neuen Medium - reglementieren wir es an jeder Ecke, verbieten wir die freie Nutzung, sichern wir uns den ungehinderten Zugriff auf jeden Computer dieses unseres Landes und belegen ihn prophylaktisch mit Todesstrafe und GEZ-Gebühr.
Wir feiern die Erfindung des doppelgleisigen Fahrstuhles, bedauern das Versagen bei der mp3-Technologie-Vermarktung (lügen uns in die Tasche, wir hätten den Player erfunden), und stehen am eindrucksvollen Ende 100-jähriger Automobil-Desentwicklung.
Woher soll die Innovation kommen, wenn nicht direkt und indirekt über die Segnungen in Verbindung mit dem Internet?
Im australischen Blockade-Test soll die These überprüft werden, daß eine Blockade das Internet bis zu 87% verlangsamen kann.
Genau das ist die Chance:
Das Internet wird super-langsam,
die Innovationsrate fällt (ua. durch die Überregulierung),
die kreativen Digital Natives wenden sich ab,
die Journalisten-Dinosaurier trampeln wieder alle keimenden Pflänzlein nieder und wandeln weiter auf ihren eingetretenen Pfaden,
die Zeitungen erstarken,
wir erfinden das Rad neu,
essen wieder mit Messer und Gabel,
die Weisheit aber weiter mit dem Sieblöffel ...
... und alle, die es schon immer wußten, können nun sagen: Wir haben es schon immer gewußt! Das Internet ist eine Phase, eine Mode, eine Spinnerei von ein paar Jugendlichen, die so leichter mit Mädchen anbandeln konnten. Aber es wird niemals das Radio besiegen können!
Und jetzt verbieten wir die englische Sprache!"
http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2008/ 11/web-blockade.html
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