18/01/2009 07:40
Die Augen-Ausspäher kommen
Diese Technik interessiert auch die Geheimdienste: Forschern des Max-Planck-Instituts in Saarbrücken schauen derzeit ihren Probanden besonders tief in die Augen. Denn in der Pupille spiegelt sich d... »







Diskussion
Das geht leider nicht, lieber Stefan. Die Forschung/der Forscher muss "frei" bleiben, um die Kreativität, den Austausch und den Zufall nutzen zu können. Angewandte Forschung gibt es nicht wirklich, nur gute oder schlechte. Dass die kreativsten Forscher die fürchterlichsten Waffensysteme entwickeln, gehört leider zur dunklen Seite der Medaille...
Es ist klar, dasss wenn es um Grundlagenforschung geht, die Folgen meist nicht absehbar sind und man dem Forscher alle freiheiten lassen sollte und ihn nicht wegen späterer Konsequenzen belangen sollte. Aber ich finde, dass bei diesem konkreten Beispiel offensichtlich ist, dass hier an etwas geforscht wird, das fragwürdig ist und dessen ''Anwendung'' klar absehbar sind. Hier darf man, finde ich, den Forscher in die Verantwortung ziehen, respektive seine Arbeit in einer moralische Dimension zu betrachten.
Die Frage nach der Moral bleibt aber immer schwierig und zweischneidig. Darf ich einen Proteincocktail in den Bauchraum einer Ratte spritzen, um einen monoklonalen Antikörper gegen HIV zu entwickeln? Dürfen ein paar vermummte Umwelt-Aktivisten ein Versuchsfeld zerstören, in dem ein bewilligter Freilandversuch der ETH mit GVO stattfindet, um pestizidfreie Landwirtschaft in der Sahel-Zone zu ermöglichen? Wollen wir unseren Mitbürger und Familienvater aus Zürich Seebach aus dem Land jagen, weil sein Korrektursystem für Mehrfach-Raketenwerfer, das er bei Contraves mitentwickelt hat, eben im Gaza-Streifen eingesetzt wurde? Ich bin überzeugt, dass jeder an diesen geschilderten Situationen beteiligte, auf beiden Seiten, sein Vorgehen sinnvoll findet und begründen kann.
Wir sind freie Bürger und haben eine freie Berufswahl. (Meine chinesischen Mitforscherinnen, denen ich in meiner Karriere begegnet bin, hatten diese Wahl übrigens nicht.) Derjenige Forscher, der sich für die Waffenindustrie entscheidet, muss das vorallem mit seinem Gewissen vereinbaren können. Der Rest ist (Gesellschafts)-Politik.
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