22/01/2009 09:43
Es gibt Neues von der Rolle der Frau in der Gesellschaft. Zumindest in der Literatur. Dort blüht eine sexuelle Befreiung mit seltsamen Vorzeichen. Etliche junge Autorinnen bringen erotische, oft intellektuell gefärbte Romane heraus. Sie sind freizügig, schonungslos direkt - und fast immer unzufrieden.
Von Thomas Lindemann
Von Thomas Lindemann







Diskussion
Mit Bezug auf diesen Artikel von heute http://facts.ch/articles/1839014 stellt sich mir auch hier wiederum die Frage, ob die Instrumentalisierung von Sexualität als Pornografisierung der Literatur zwecks Identitätskrisenbewältigung eine gute Sache ist. Mir bekommt diese Erotik-Welle, wie es da heisst, nicht gut. Zum einen, weil es mit Erotik (wenn man darunter das behutsam-verführerisch-aufregend-geheimnisvolle am Sex versteht) nichts zu tun hat, und zum anderen, weil doch eine der ''Bauernregeln'' des Sex besagt, dass wenn man das Thema überstrapaziert, der Sex im realen Leben auf der Strecke bleibt. MaW: über guten Sex redet man nicht, nur über schlechten - um ihn gutzureden.
Zudem sehe ich eine grosse Veränderung im Verhalten der jungen Frauen - diese sind nämlich, ganz anders als in solchen Romanen beschrieben (oder wie ich sie vor 20 Jahren noch erlebt habe, und das KANN nicht nur an meinem Alter liegen), kaum mehr scharf auf ein Abenteuer, sondern wollen die feste Beziehung und einen gehobenen gesellschaftlichen Status, den sie sich damit erwünschen. Und Sicherheit. Dies scheint einerseits vernünftig, andererseits geht natürlich mit dieser Verschiebung auch viel an Leidenschaft verloren.. und die Menschen werden immer einsamer.
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