23/01/2009 20:39
Wo gingen die Phosphorgranaten nieder?
Es häufen sich die Anschuldigungen, nach denen sich die israelischen Streitkräfte im Gazastreifen im Kampf gegen die Hamas womöglich auch Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung schuldig gemacht haben. Hat die Armee Phosphorgranaten oder Geschosse mit abgereichertem Uran eingesetzt? »







Diskussion
Wie immer, zeigen solche Artikel nur eines ganz gen au: eine totale Überforderung des Journalisten. Da werden fröhlich Äpfel mit Birnen verwechselt und Schauer- wie Beschwichtigungsmärchen beider Seiten in den Artikel hineingetan… niemanden scheint’s zu stören.
Zum einen ist das ganze eine logische Fortsetzung des bisherigen Propagandakriegs. Zum andern müssen sich alle die Frage gefallen lassen, wer denn bereit wäre, eine schonungslose Verfolgung der begangenen Kriegsverbrechen mit allen Konsequenzen zu fordern. Etwa die Sicherheitsratsmitglieder China und Russland, welche selbst aktiv im Club dabei sind und sich im gleichen Atemzug Fragen zu Tschetschenien und zu Tibet gefallen lassen müssten? Oder etwa Israels wichtigster Verbündeter, der alle seine Armeeangehörige von allen internationalen Kontrollen und Gerichtshöfen ausgenommen hat und dessen neuer Präsident mit aller Vorsicht das juristisch/politische und militärische Debakel Guantanamo ungeschehen machen will? Hallo alle – aufwachen!!!
Nehmen wir nun einfach mal an, die IDF (Israels Armee) habe im Gaza Strip Kriegsverbrechen und weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen – wie geht’s dann weiter? Stört das jemanden ausser den Betroffenen, die AI und ähnliche Organisationen?
Schon im Libanonkrieg 2007 hat die IDF Raketenköpfe und Granaten verwendet, welche weissen Phosphor enthielten. Danach hat Israel mit dem bekannten Muster reagiert. (..wir geben nur gerade das zu, was uns zweifelsfrei durch Spezialisten nachgewiesen werden kann…). Oder gezielte Umweltverbrechen, wie der Raketenangriff auf das Tanklager eines thermischen Kraftwerks, das zu einer immensen Meeres- und Strandverschmutzung geführt hat und so nebenher Tausende Fische und Vögel entlang einer Küstenlinie von knapp 1000 km abtötete – ist nach internationalem Recht gar nicht einklagbar.. und wer bitte soll dann Klage einreichen und wo?
Was also soll 2009 nun anders sein?
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