01/02/2009 00:00
«Wir stehen an einem Wendepunkt der Geschichte»
«Wir verneinen, dass es sich um eine Krise von exzessiver Verschuldung handelt, und sehen die Lösung in der Anhäufung von noch mehr Schulden.»
Von Niall Ferguson »







Diskussion
Das Problem für Banken ist, dass für praktisch alle Anlagen derzeit diese Erfahrungswerte keinen Anhaltspunkt mehr geben. Der reale Wert der Aktivposten ihrer Bilanzen ist unbestimmbar. Somit ist auch kein Riskomanagement mehr möglich. Dies führt natürlich zu massiver Zurückhaltung bei der Kreitvergabe. Aber auch und noch viel schwerwiegender wird damit auch die Sanierung der Bilanz erschwert. Eine vollkommene Anpassung der Analgen an die deflationierenden Marktwerte wäre derzeit wohl der reine Selbstmord für viele Institute und damit aber auch für die Gegenparteien der Passivseite - also auch die Kunden. Die Verhinderung von Bankenpleiten ist somit nicht nur (nicht mal primär) im Interesse der Aktionäre. Und es wäre womöglich auch gar nicht sinnvoll: In solchen Marktgegebenheit wie im Moment kann es durchaus sein, dass der Marktwert der Anlagen der Banken unter den Realwert gedrückt wird. Das wird sich früher oder später wieder korrigieren und damit dar so etwas nie der Grund für eine Pleite sein. Vielmehr zeigt sich hier wieder einmal, das falsche Regulierung schlimmer ist als keine. Es ist heute schon stark ein Thema, dass die durch Buchführungsregeln erzwungene stete Bewertung der Anlagen zu Marktpreisen in solchen Situationen die Abwärtspirale anheizt bzw. generell zu einer prozyklischen Verstärkung führt.
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