01/03/2009 14:07
Wer Gott als strafenden Richter sieht, den kann sein Glaube krank machen. Psychologen fordern nun, in Therapien vermehrt ein Augenmerk auf das Gottesbild der Patienten zu richten.
Von Katia Murmann
Von Katia Murmann







Diskussion
Natürlich kann Religion auch krank machen - alles auf der Welt kann krank machen, zuviel Zucker, zu viel TV gucken - alles. Und spätestens seit Tilmann Moser ("Gottesvergiftung") weiss man, dass ein negatives Gottesbild der psychischen Gesundheit eines Menschen abträglich ist. Auch nur mit einem minimalen Wissen von Psychologie ist doch schon längstens klar, dass ein rachsüchtiger, strafender, allwissender Gott letztlich nicht hilfreich sein und Menschen krank machen kann. Warum es dazu eine neue Studie gebraucht hat, um längst Bekanntes aufzuwärmen - mir ist das schlicht schleierhaft geblieben.
Religion ist ein ganz facettenreiches Unternehmen, darum ist "religiös" zu sein nicht nur eindimensional, als wären damit alle Problem des Lebens gelöst - das Selbe trifft auch auf den Begriff "Glaube" zu. Was für ein naiver Gedanke zu meinen, Glaube mache Menschen zu Übermenschen, an denen alles abperlen würde.
Viel wichtiger wäre doch zu untersuchen, wie negative Gottesbilder entstehen und wie und wo diese missbraucht werden, Menschen gefügig zu machen. Noch wichtiger wäre, wie Menschen geholfen werden kann, ein solch negatives Bild hinter sich zu lassen. Wer jetzt meint, hier mit dualistischen Methoden im Sinne von Verdrängung ans Ziel zu kommen, der wird es wohl kaum schaffen.
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