Kahneman, der Schreck der Ökonomen
"Gute Lügner sind sympathischer"
Per Anhalter durch die Galaxis
Europa in der Krise: Die Schweizer Solidarität
Der gespiegelte Mensch
Burnout, die moderne Lebenskrise
Diskussion
Für Interessierte, das Gutachten der EFSA:
http://www.efsa.europa.eu/EFSA/efsa_loca le-1178620753824_1178620772383.htm
Nun, 2009, sind wir nicht wesentlich weiter gekommen, lediglich die Zugkritiker von damals haben sich auf Genmais und Impfboykott eingeschossen …. ach übrigens: die Höchstgeschwindigkeit der damaligen Lokomotive wurde mit 30 km/h angegeben ….
Hmm - ich weiss nicht, ob ich den alten Spruch hier zitieren soll: "Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich". Zugverkehr mit Gentechnik zu vergleichen, ist wohl etwas schief. Der Eingriff in die Grundstrukturen des Lebens ist m.M. nach noch viel zu wenig erforscht, um etwas über die Auswirkungen und langfristigen Folgen Auskunft zu geben. Auch als Wissenschaftler habe ich die Regel verinnerlicht, dass nicht alles, was möglich ist, auch getan werden soll - aber vielleicht bin ich nun ein schlechter Wissenschaftler - Etiketten sind mir aber eigentlich ziemlich egal. Auch eine Wissenschaft bedarf einer Ethik und eine Ethik beinhaltet auch immer Grenzen, die zu beachten sind.
Mein Gegenbeispiel: In der Landwirtschaft hat man DDT auch als ein Wundermittel verstanden (es gab sogar einen Nobelpreis dafür) und "etwas" später erst gemerkt, welche fatalen Folgen die Ausbringung hat. Dazu ist dieses Gegenbeispiel wohl etwas "näher" bei der Biologie, als das Beispiel Zugverkehr.
Wenn wir schon beim Thema sind, habe ich aber da noch eine Frage. In einem Gespräch erwähnte ich, dass im Grunde das Züchten von bestimmten Sorten auch Genmanipulation sei. Mir wurde beschieden, dass jedoch die Firmen, welche genmanipulierte Sorten auf den Markt werfen immer sehr schnell eine neue Sorte kreieren. Schon bald aber sei der positive Effekt der Sorte verpufft und was Neues - oder Modifiziertes - muss auf den Markt kommen. Das wird wieder für viel Geld entwickelt und das Geld muss wieder reingeholt werden. Kurz: Man hat rasch Resultate, beschleunigt aber dermassen das Tempo, dass die Effekte längst nicht so toll sind wie jeweils angekündigt.
Auch hier mache ich einen grossen Unterschied zwischen (eigener) Züchtung (über die natürlichen Wege der Fortpflanzung der Pflanzen) und der Gentechnik, die direkten und künstlichen Einfluss nimmt. Dazu kommt, das die genmanipulierten Pflanzen ja immer unter einem Patent stehen und nur genau dieses Produkt gekauft werden kann - schlimmer noch, nur mit weitern Produkten der selben Firma ausgebracht werden können (Dünger, Pflanzenschutz). Eine Weiterzüchtung des Anwenders ist verboten und oft gar nicht mehr möglich. Eine weiter Problematik "Gentech" ist also auch, dass die Anwender total abhängig von der Produzenten dieser High-Tech-Pflanzen werden und eine (weitere) Monopolisierung stattfindet.
Ein Wirkstoff wie DDT würde heute ohne Labortests schon bei grundlagenrecherchen kläglich scheitern und würde niemals eine Zulassung erhalten, das ist klar beweisbar. Wenn wir aber feststellen, dass allein in der Schweiz für Garten, Wald und Landwirtschaft 400 Wirkstoffe dieses Verfahren durchlaufen haben (in insgesamt etwa 1400 Handelsprodukten enthalten) so kann man schon seine Bedenken anmelden ….
Hingegen ist „Bio“ noch lange kein Garant für schadstofffreie Produkte: Etwa im Bio-Rebbau sind Kupfersulfatlösungen zulässig. Auch Biorebberge werden in wenigen Jahren im Altlastenkataster verzeichnet werden, weil die Kupferbelastung des Bodens irreversibel ist!
Mit schwarz/weiss-Schemata kommen wir gewiss nicht weiter - aber ich kann gerne weiter begründen, wieso sich ein Fall DDT bei uns nicht wiederholen kann.
http://www.transgen.de/anbau/btkonzept/2 10.doku.html
http://www.transgen.ch/
Für kritische Verbraucher: unbedingt Impressum, Leitlinien und Finanzierung beachten.
Bt-Toxin wird auch ohne Gentechnik verwendet. Die Behauptung, Mensch und Umwelt schützen zu wollen, ist heuchlerisch. Hier setzt die Ideologie und die politische Agenda ein.
Monsanto gehört wegen gewisser Kundenbindungspraktiken und sehr dubiosem Haftungsverständnis ab und an eins ans Schienbein. Ganz sicher. Aber bitte direkt, fundiert und ehrlich.
Im „Einigeln“ sind wir Schweizer ja sehr erfahren und unsere Gesetze und Verordnungen schützen uns im Normalfall sehr gut. So sind beispielsweise für die Bier- und Weinherstellung keine genveränderte Hefen zugelassen, die bei uns vertriebenen „Anstellhefen“ sind aus natürlichen Züchtungen hervorgegangen. Allerdings sind genveränderte Superhefen in Nord- und Südamerika, in Südafrika und wahrscheinlich inzwischen auch in weiteren Ländern zugelassen. Da bei der weiteren Weinherstellung „diese Hefen entfernt werden“, entfällt eine Deklaration. Da diese „Superhefen“ die Gärzeiten verkürzen und weitere, sehr positive Eigenschaften aufweisen, ist das Interesse gross … Schaumweine und Champagner könnten mit diesen Hefen günstiger und schneller hergestellt werden. Nun hat die EG beispielweise die Verwendung verboten, jedoch gibt es kein Importverbot für genveränderte Hefen. Die Situation in der Schweiz ist in dieser Beziehung besser, die Kontrollnetze enger und Grossproduzenten, welche „Billigschnellweine“ herstellen, fehlen in der Schweiz völlig. Trotzdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass Produkte wie Wein, Bier, Käse, Brot und viele andere in den Regalen landen, bei deren Herstellung genveränderte Hefen verwendet wurden, deutlich grösser als Null … (aber in der Schweiz immer noch wesentlich besser als im EG-Raum!). Übrigens ist eine schnelle, sichere Analytik, um genveränderte Sojareste in Müsliriegel und Schokostengel nachzuweisen, eine schweizerische Entwicklung, die weltweit durchschlagenden Erfolg hatte - trotzdem: Der Aufwand und die Kosten für die Kontrolle „genfreier“ Nahrungsmittel sind enorm und selbst bei deklarierten Produkten, die genveränderte Anteile aufweisen, muss der intelligente Konsument zuerst noch die kleine aufgedruckte Zeile finden …
Bei allem Verständnis: Könnte es nicht doch genveränderte Produkte geben, die weder Katastrophen auslösen noch zu Siechtum und Tod irgendeiner Spezies führen?
Ich lese in Ihrem letzten Beitrag eine riesige Resignation: Weil genmanipulierte Nahrungsmittel im Ausland schon fast "normal" geworden sind und die Kontrollmöglichkeiten beim Import beschränkt oder zu teuer sind, kann man also nichts machen und darum ist der Widerstand nutzlos...? Sie haben also wirklich resigniert? Und Sie unterstellen denjenigen, die sich damit aber nicht abfinden wollen, sie hätten ein "klares, reines Weltbild" - vielleicht eine elegante Umschreibung dafür, dass man sie eigentlich Spinner nennen sollte?
Ihre letzte Frage kann ich Ihnen nicht beantworten - aber vielleicht können es dann unsere Nachkommen und sie werden vielleicht dann erstaunt oder sogar empört sein über unsere bilden Flecken, das alles zugelassen zu haben und nicht gemerkt zu haben, in welche weiteren Abgründe wir uns damit gestürzt haben.
Ich kann der Genmanipulation bei der Medikamentenherstellung durchaus etwas abgewinnen, wo es immer um Therapien einzelner Menschen geht. Aber mit dem unkalkulierbaren Risiko, diese Technologie in der Nahrungsmittelkette anzuwenden, kann und will ich mich nicht abfinden.
und daher kann ich Tinu nur recht geben: >Auch eine Wissenschaft bedarf einer Ethik und eine Ethik beinhaltet auch immer Grenzen, die zu beachten sind.<
denn die wahrheit von heute ist der irrtum von morgen.
aber wenn der mensch aus der geschichte der menschheit etwas lernen kann dann dies: dass der mensch aus der geschichte noch nie etwas gelernt hat...
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