06/02 09:45
Liaisons dangereuses
Die Beziehungen zwischen der UBS und Bern haben der Schweiz zahlreiche schlagzeilenträchtige Episoden beschert. Doch trotz engen personellen Verflechtungen hat die Politik bei weitem nicht jeden Wunsch des Bankenplatzes erfüllt. »







Diskussion
Da ist der Begriff Filz wesentlich ehrlicher. Lustig auch , wenn die (wie von Frenk schon angesprochen) die Verlagshaus-Medien-Filzokratie praktisch ausgeklammert wird. Wieso etwa der Tagi der alten Tante nie ans Bein pinkelt und alle miteinander etwas über das Hause SRG-SSR nur dann verlauten lassen, wenn sie sich Handschuhe anziehen und den Rohbericht 2x mittels Schonwaschgang zur Veröffentlichung vorbereitet haben ….
So gesehen, ist der Reflex des grossen B nicht mal so daneben, wenn der beschliesst „ dann ich kauf mir halt eine“ und dann den jungen Chefredaktor/Mitbesitzer an der langen Leine bellen lässt ….
Schweizerische Filzokratie auf Banken-Politik einzuschränken, ist ein unverzeihlicher Fehler; wer in macht, hat selbst was zu verbergen…. Am interessantesten wird’s nämlich erst, wenn wir die Schwergewichte „Energie“ und „Rüstung“ (Waffen und militärische verwendbare Güter im weitesten Sinne) ins Programm aufnehmen ….. !
Der Filz gehört zur Schweiz wie der Weisswein zum Fondue. Punkt
Ein NZZ Artikel, welcher auch nur oberflächlich die Beziehungen zwischen den Parteien und der Hochfinanz beleuchtet, wäre vor kurzem noch undenkbar gewesen. Gespannt harre ich dem Erscheinen des nächsten Artikels dieser Art, welcher z.B., das Schlagwort vom 'too big to fail' etwas näher untersuchen würde. Meine finanztechnisch eher unterentwickelte Phantasie schafft es zwar gerade noch mir auszudenken, dass es um Bankenarbeitsplätze gehen muss, seien die jetzt hier oder eher im Ausland, vielleicht auch um durch den fallenden UBS Aktienkurs bedrohte Renditen der Pensionskassen.
Geht es wirklich nur um das und erwartet der Bundesrat dass sich jede und jeder diese Frage selbst beantwortet?
Die Banken haben den Begriff nicht erklärt,. Der Bundesrat hat ihn nur mit dem ähnlich unscharfen Begriff 'Systemrisiko' umschrieben. Ob sich das Risiko auf das Ueberleben des Bundesrats
bezieht , auf den Aktienkurs der Bank, auf dass Prosperieren des Finanzplatzes Schweiz oder sogar auf das Weiterbestehen der ganzen Nation, das hat der Bundesrat nie erklärt.
Nun, vielleicht ist 'too big to fail' ganz einfach 'to complicated to explain' ...
Aus diesem Grund, könnte sich der nächste NZZ-Artikel dieser Art mit der viel einacheren Frage beschäftigen, wieso es seit der Bankenrettungsaktion Allgemeinwissen ist, was ein Klumpenrisiko ist: Ein Klumpenrisiko ist, wenn man alle Eier in einem einzigen Korb transportiert, dieser dann auf den Boden fällt und deshalb alle Eier zu Bruch gehen.
Alle waren sich einig, dass das Klumpenrisiko Grossbank nicht weiterbestehen soll, doch nichts
geschieht. Der Bundesrat tut nichts, das Parlament tut nichts. Einzig die UBS liess verlauten, dass sie ein 'global player' zu bleiben wünsche. Ist dies gleichbedeutend mit einer Befehlsausgabe an unsere Regierung. Ein Beitrag zu dieser Frage würde vielleicht auch erhellen, wie Filz sich bei der Lösung eines für die ganze Nation wichtigen Frage in der Praxis auswirkt.
Interessant ist die auffällige Stille der Elite und der Classe Politique. Bei der Abstimmung zur Minarett-Initiative überschlugen sich die Stimmen und der Untergang des Abendlandes wurde prophezeit inklusive der Rückkehr des grossen Diktators. Bei diesem Thema vernimmt man nur weisses Rauschen. Ob das wohl an den schalldämmenden Eigenschaften von Filz liegt...;-)
Ja, das Besondere der Weltwoche innerhalb der Medienlandschaft ist mir auch schon aufgefallen. Letzthin z.B. habe ich in einem dort erschienenen Artikel einiges neues über das Verhältnis Schweiz-Deutschland gefunden, ein Thema welches mich seit langem interessiert, nicht zuletzt weil ich zum Teil Deutsche Schulen besucht und zum Teil unter Deutschen Chefs gearbeitet habe.
Durch Deinen Hinweis auf die spezielle Eigenschaft von Filz lässt sich dieser jetzt viel besser zuordnen: Zum Filz gehören die, welche in Räumen arbeiten, deren schwere Nussbaumtüren durch
Aufbringen von Filz schalldicht gemacht wurden...;-)
@Frenk: Deiner Würdigung der WeWo stimme ich durchaus zu, doch reizt es mich schon ein bisschen, etwas mehr auf „den Leuchtturm“ einzugehen – auf Arabisch heisst dies „Al-Manar“; und Al-Manar-TV ist im Libanon sehr bekannt! Auch dieser Leuchtturm wird durch ein gelbes Sünneli angestrahlt, das allerdings sogar bei uns als Hisbollah bekannt-berüchtigt ist (dafür lacht das gelbe Sünneli dort auch nicht, und an Stelle eines Sonnengesichts ist eine Kalaschnikow drauf und im Text wird Allah und Sieg bemüht..).
Damit möchte ich keineswegs die SVP in die Nähe einer nachweislich terroristischen und kriminellen Organisation rücken, aber damit sagen, dass das Feld bezahlter Journis/Medienschaffende ausserordentlich breit ist und deshalb nicht alle Leuchttürme über dem Filz hinweg zu leuchten vermögen ….
Das führt dann zu einer Grundfrage der Menschheit: Wie weit darf sich ein Mensch der Lebensbedürfnisse wegen verkaufen und von welchem Punkt an beginnt er seine eigenen Ideale zu verraten? Selten wird er keine Ideale haben, häufig das Ideal der Gewinnmaximierung. In diesen Fällen wird dann die Grenzziehung vereinfacht.
Angehörige gewisser Berufsgattungen müssten idealerweise die Grenzen zwischen sich verkaufen und Ideale verraten noch etwas genauer beachten, denn ihr Wirken ist meinungsverstärkend oder sogar meinungsbildend. Zu dieser Gruppe würde ich Menschen mit Oeffentlichkeitscharakter zählen, u.a. Politiker, Richter, Lehrer und Journalisten.
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