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Diskussion
Liebe FAZ-Redaktion - Schon mal überlegt, wie viele Deutsche Handelshäuser, Banken, Handelskontore, Reedereien, Hafen- und Hansestädte und Kolonialwarenhändler da in die Sklaverei verwickelt waren? Ich mach euch gegen geringes Entgelt mal eine Zusammenstellung – krieg ich dafür eine Reise z.B. nach Finschhafen?
bezüglich Deines letzten Kommentars: das nennt man dann ´Staatsraison´,
selbst wenn es dabei z.B. um einen Auftragsmord geht. Heutzutage natürlich nicht mehr nötig, da gibt es bessere Methoden um jemand kalt zu stellen...
Was uns wieder zum Thema Sklaverei in der Person des Sklavenbefreiers Toussaint Louverture führt.
Die Staatsraison setzte ihn in einem eiskalten, beinahe lichtlosen Verliess (ich habe es besucht) der Festung Fort-de-Joux im französischen Jura in Einzelhaft, wo er dann erwartungsgemäss an Lungententzündung starb. Die Rechtsnachfolger seiner Mörder widmeten ihm später eine Plakette im Panthéon. Ebenfalls Staatsraison.
Die kalten zugigen Verliesse ziehen sich durch die Geschichte: vom Fort-de-Joux über Maurice Bavauds ´es ist kalt in Brandenburg´ zu einer Zelle im Iran, in welcher ein Bekannter von mir eine Weile unverdientermassen Gastrecht geniessen durfte.
http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2010-08 /artikel-2010-08-weltgeschichte-der-skla verei.html Auch wenn ich diesem Egon Flaig nur beschränkt „über den Weg traue“ (ein Altertumswissenschaftler ist a proiri kein Spezialist fürs Spätmittelalter …) so rücken seine Betrachtungen doch zurecht, dass im Laufe der Geschichte die verschiedenen Völker sehr unterschiedlich mit der Sklaverei umgegangen sind. Aber Solaris hat recht: Die Gemeinsamkeit über die Zeitachse hinweg ist der Schmerz. Und einmal mehr ist die jeweilige Religion in hohem Masse mitschuldig, weil sie sich nie (Islam), halbherzig (Christentum) oder sich lediglich weit am Rande dazu geäussert hat . - übigens ist gar nicht schwer, den Bogen zum modernen Menschenhandel zu spannen ....
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