12/01/2008 10:22
Facts 2.1. fließt besser
Das sieht doch schon freundlicher aus, das Facts 2.1. Der Flow ist besser!
An was das liegt? Diese hübschen, kleinen, niedlichen Logos zum Beispiel, sie verlocken zum Anklicken. Besonders faszinierend finde ich das Lifestyle-Lego-Logo. Klasse! Sehr, sehr hübsch auch der Seitenabriss als Artikel-Rahmen. Insgesamt ergibt sich jetzt deutlicher als zuvor ein genderneutrales Design. Zuvor fand ich es noch etwas zu sachlich, zu sehr Bleiwüste, zu sehr Techie. Allein die Farbgebung war neutral. Jetzt sieht das schon angenehmer aus.
Auch der Seitenaufbau ist klarer. So wurde mir jetzt erst deutlich, dass alle Inhalte, die über die "Startseite" erschlossen werden, redaktionell gewichtet sind. Wie mir das deutlich wurde? Vor allem durch die schöne Bebilderung, aber auch durch die Themenauswahl.
Gut finde ich auch die Anordnung der Ressorts, der auszuwählenden Quellen und der damit verbundenen Inhalte ganz dem Lesefluss. Das einzige Problem, das ich hatte, war die Funktion "Artikel schreiben" zu finden. Aber auch hier fand sich dann eine logische Zuordnung - zu "meine News".
Gut auch, dass die externen Links mit dem klassischen Telepolis-Externer-Link-Logo versehen sind und dass man so nun schneller als zuvor auf die externe Quelle kommt.
Das eigene Profil lässt sich nun auch einfacher verändern, vor allem das Kontaktmanagement ist deutlich besser geworden. Allerdings ist mir das Fan-Feature noch nicht so klar ... Was das bedeuten soll? Hmm...
Noch etwas, was gar nicht zum Relaunch, aber zur allgemeinen Entwicklung zu Facts gehört: Die Community! Sie hat sich doch sehr gut entwickelt. Facts ist im Moment für mich DAS Beispiel für gelungenes Community-Management. Denn für Intensivleser ist die Community genau das, was an Facts interessant ist - den Rest könnte auch ein Feedreader erledigen. Und es ist genau das, was Facts von anderen Projekten wie etwa Tausendreporter unterscheidet. Die Betonung auf Qualität sieht man unter anderem daran, dass Facts auch auf das Einblenden von Statistiken (aktivster Leser, meist kommentierter Artikel usw.) verzichtet. Sehr schön.
Was ich immer noch vermisse, ist die Ähnlichkeitsfunktion. Letztes Mal hatte ich ja Google News als Referenz angeführt, was zugegebenermassen etwas abgehoben war. Jetzt möchte ich an Rivva von Frank Westphal erinnern. Wobei Rivva daran schwächelt, dass die Aufmerksamkeit vor allem für die Medien und Blogs generiert wird, die sowieso schon viel Aufmerksamkeit verfügen. Dagegen kann die Facts-Redaktion bewusst Highlights setzen und auch weniger bekannte Medien und Themen herausfischen. Facts könnte gegen den Medien-Mainstream schwimmen - ganz im Sinne der Initiative Nachrichtenaufklärung. Eine Artikelauswahl auf der Startseite, die die Stärken des Artikelvergleichs von Rivva mit der subjektiven Gewichtung von Facts verbinden könnte, wäre meiner Ansicht nach ideal.
Fazit: Ich hoffe, dass Tamedia dem Projekt noch lange Luft für mehr Entwicklung gibt, damit Facts noch besser fließt! Dran bleiben!
An was das liegt? Diese hübschen, kleinen, niedlichen Logos zum Beispiel, sie verlocken zum Anklicken. Besonders faszinierend finde ich das Lifestyle-Lego-Logo. Klasse! Sehr, sehr hübsch auch der Seitenabriss als Artikel-Rahmen. Insgesamt ergibt sich jetzt deutlicher als zuvor ein genderneutrales Design. Zuvor fand ich es noch etwas zu sachlich, zu sehr Bleiwüste, zu sehr Techie. Allein die Farbgebung war neutral. Jetzt sieht das schon angenehmer aus.
Auch der Seitenaufbau ist klarer. So wurde mir jetzt erst deutlich, dass alle Inhalte, die über die "Startseite" erschlossen werden, redaktionell gewichtet sind. Wie mir das deutlich wurde? Vor allem durch die schöne Bebilderung, aber auch durch die Themenauswahl.
Gut finde ich auch die Anordnung der Ressorts, der auszuwählenden Quellen und der damit verbundenen Inhalte ganz dem Lesefluss. Das einzige Problem, das ich hatte, war die Funktion "Artikel schreiben" zu finden. Aber auch hier fand sich dann eine logische Zuordnung - zu "meine News".
Gut auch, dass die externen Links mit dem klassischen Telepolis-Externer-Link-Logo versehen sind und dass man so nun schneller als zuvor auf die externe Quelle kommt.
Das eigene Profil lässt sich nun auch einfacher verändern, vor allem das Kontaktmanagement ist deutlich besser geworden. Allerdings ist mir das Fan-Feature noch nicht so klar ... Was das bedeuten soll? Hmm...
Noch etwas, was gar nicht zum Relaunch, aber zur allgemeinen Entwicklung zu Facts gehört: Die Community! Sie hat sich doch sehr gut entwickelt. Facts ist im Moment für mich DAS Beispiel für gelungenes Community-Management. Denn für Intensivleser ist die Community genau das, was an Facts interessant ist - den Rest könnte auch ein Feedreader erledigen. Und es ist genau das, was Facts von anderen Projekten wie etwa Tausendreporter unterscheidet. Die Betonung auf Qualität sieht man unter anderem daran, dass Facts auch auf das Einblenden von Statistiken (aktivster Leser, meist kommentierter Artikel usw.) verzichtet. Sehr schön.
Was ich immer noch vermisse, ist die Ähnlichkeitsfunktion. Letztes Mal hatte ich ja Google News als Referenz angeführt, was zugegebenermassen etwas abgehoben war. Jetzt möchte ich an Rivva von Frank Westphal erinnern. Wobei Rivva daran schwächelt, dass die Aufmerksamkeit vor allem für die Medien und Blogs generiert wird, die sowieso schon viel Aufmerksamkeit verfügen. Dagegen kann die Facts-Redaktion bewusst Highlights setzen und auch weniger bekannte Medien und Themen herausfischen. Facts könnte gegen den Medien-Mainstream schwimmen - ganz im Sinne der Initiative Nachrichtenaufklärung. Eine Artikelauswahl auf der Startseite, die die Stärken des Artikelvergleichs von Rivva mit der subjektiven Gewichtung von Facts verbinden könnte, wäre meiner Ansicht nach ideal.
Fazit: Ich hoffe, dass Tamedia dem Projekt noch lange Luft für mehr Entwicklung gibt, damit Facts noch besser fließt! Dran bleiben!







Diskussion
Nur bei "Insgesamt ergibt sich jetzt deutlicher als zuvor ein genderneutrales Design" da muss ich den Kopf schuetteln. Maenner und Frauen moegen Farbe. Das Update hat viel Zeit gekostet. Es war hier bisher alles vor allem eine Frage des Budgets und des Zeitrahmens, nicht des Geschlechts.
Interessant ist ja auch, dass Nachrichtensites, die zu kühl daher kommen, nicht unbedingt viel mehr Zulauf haben. So setzen Spiegel und Stern auf grau-rot, wobei das rot im aktivierenden Sinne verwandt wird, also eher neutral wirkt, wärmer hingegen ist die taz (die relativ viele weibliche Leser hat) mit schwarz-beige-braun, FAZ und Focus hingegen dominieren mit Blau-Hellgrautönen. Das ist für die FAZ okay, aber für Focus viel zu kühl (ob es daran aber liegt, dass Focus so stark verloren hat nach dem Relaunch?? gewagte These...) Habe auch überlegt, ob Facts einen Stich zu kühl ist mit den blauen Links, aber das ist ein warmes Blau - daher könnte das wirklich neutral wirken. Außerdem wirken ja die kleinen bunten Bildchen auch.
Es gibt einige Studien zum Thema, aber die sind widerspruechlich (z.T. sogar falsch) und im Allgemeinen weniger gender- als kulturspezifisch. Farben haben in verschiedenen Kulturen verschiedene Bedeutungen (ich staune immer wieder, wie Japaner Farben beurteilen). Was die Bedeutung von Farbe ganz allgemein anbelangt, so kann man nur weniges mit Sicherheit sagen:
1. Links sollten farbig (am besten blau) und unterstrichen sein, besuchte Links sollte in Richtung violett gehen. Man muss sich nicht daran halten, faehrt aber besser, wenn man es tut.
2. Bildschirmtext ist niedrig aufgeloest und Text faengt aufgrund der Lichtfarbenmischung schnell an zu flimmern, wenn der Kontrast nicht gross genug ist (auch wenn er zu hoch ist, sagt man).
3. Farbe reicht nicht als Unterscheidungsmerkmal fuer verschiedene Inhalte/Bereiche, Farbe unterstuetzt nur
Daraus folgt:
1. Farbkontraste am Bildschirm muessen stark sein. Weil der Hintergrund vorzugsweise weiss bis hellgrau sein sollte, waehlt man Bildschirmfarben vorzugsweise eher im dunkeln Bereich.
2. Farbige Hintergruende funktionieren nicht. Linkfarbe fuer besucht, nicht besucht kollabiert mit Hintergrundfarbe. Auf farbigen Hintergruenden muss man weiss unterstrichene Links verwenden.
3. Farbe ist Geschmackssache, ist also sehr heikel, und wird deshalb von Designern mit feinerem Geschmack besser eingesetzt als von Amateuren. Wem es um Information geht, haelt sich lieber zurueck mit Farbe (s. Heise), Lifestyleseiten (s. Brigitte) sollten da (falls in den Haenden kompetenter Designer) etwas mutiger sein.
Da Frauen moeglicherweise (und hier fangen wir schon wieder an sexistisch zu spekulieren) mehr wert auf Anmutung legen, sprechen sie wohl indirekt eher auf Farbe an? Ich waere da vorsichtig.
Der Kommenar "zu wenig Farbe" kommt online meistens vom oberflaechlichen Betrachter, dem aktiven Benutzer (der Benutzerin) ist Farbe egal. Im Print ist das eine ganz andere Sache... In Print bedeutet Farbe ja auch teuerer Druck, online hat Farbe keinen "Druckwert".
Bei Facts lief das so mit der Farbe: Facts 2.0 war das funktionale Geruest. Facts 2.1 wurde funktional erweitert. Dabei haben wir mehrere Varianten von Icons durchprobiert. Zuletzt haben wir uns fuer die farbigen entschieden, weil sie sich besser voneinander unterscheiden lassen.
Ich glaube, den "oberflächlichen Betrachter" gibt es nicht, sondern eher den Erstbesucher. Ich glaube (wie gesagt glauben, nicht wissen), dass die Farbe emotionale Wirkung hat und gerade auf die Erstbesucher wirkt. Denke aber auch, dass das später egal ist.
Japaner setzen vor allem im funktionalen Bereich in der Oeffentlichkeit (Muelltonnen z.Bsp) immer wieder ein ganz graessliches warnendes Atomblau (mein Wort) ein.
Online gefallen den meisten Japanern Pastelltoene a priori.
Was Japaner ohne westliche Designbildung bei iA-Designs mehr irritiert als die Reduktion (Japanische Seiten sind oft total ueberfuellt, s. 2ch.net), ist die Farbgebung. Die kommen einfach nicht richtig klar damit.
Dunklere Farben, v.a. bei Gelb (v.a. Ocker) loest z.T. Stirnrunzeln aus. Aber nicht immer. Kommt auf den semantischen Rahmen an. Innenarchitektur kommt mir oft zu dunkel daher (dunkelbraune Fenster und Tuerrahmen).
Gefaehrlich ist z.B. Namen mit rot schreiben. Das macht man nur bei Toten.
Ich frage oft meine Frau, wie sie diese und diese Farbpalette empfindet und staune oft nur.
@uertner: Goethe hasste und bekaempfte bekanntlich das RGB-Model als ein Verbrechen...
Die PM der Uni Glamorgan "Key Website Research Highlights Gender Bias", steht noch im Web unter http://www.glam.ac.uk/news/releases/0030 56.php
”The research team then showed 32 websites belonging to higher education organisations to both sexes, who had to rate their appeal on a scale.”
"Rate their appeal". So bewertet man keine Webseite.
"Where men preferred straight lines, women had chosen more rounded shapes, the research found."
Mit "rounded shapes" kommt man online nicht sehr weit. Runde Ecken an diesem oder jemen Boexchen, damit hat sichs.
"Interestingly the University of Glamorgan's own website, which was not included in the study, was found to be one of the most equally balanced in terms of visual design."
Oh ja? Die Webseite kommt fuer meine Begriffe aber eiskalt daher. Auf der Startseite hat es schon auch "Rundungen"... Sieh Bild oben rechts. Die sprechen aber wohl eher eine bestimmte Kategre von Maennern mit bestimmten Vorlieben an...
"The beauty and angling industries have very polarised markets. You might expect the differing natures of these markets to produce different kinds of websites, but in fact our study shows that they are remarkably similar. They are both modelled on the male aesthetic."
Male aesthetic... Ich glaube es geht hier eher darum:
"The University is now offering a consultancy service to businesses seeking advice on tailoring their websites to their business goals."
Genauso zweifelhaft ist der da,
http://www.scils.rutgers.edu/~kvander/ge nder_project/home.htm
der zum banalen Schluss kommt:
Maenner und Frauen moegen Blau
Laeppisch der hier: http://www.joehallock.com/edu/COM498/pre ferences.html
Interessanter ist der da: Genderunterschiede zwischen Jungen und Maedchen sind riesig, aber minimal zwischen Erwachsenen: http://www.useit.com/alertbox/children.h tml
"Gender Differences
In this study, we found bigger differences between boys and girls than we usually find when testing adult men and women. Boys were significantly more annoyed by verbose pages than were girls (40% of the boys complained, compared to 8% of the girls), possibly because at the ages we tested, boys are not as accomplished at reading as girls. In contrast, girls complained much more than boys when sites lacked good instructions (76% of the girls compared to 33% of the boys). Also, boys spent more time alone with computers, and girls spent more time using computers with a parent.
Despite the differences, most of our conclusions regarding good Web design for kids hold equally true for boys and girls. Most of the usability issues relate to human-centered technology use and age-appropriate design, not to gender differences.
Nonetheless, we strongly recommend that anyone planning to run usability studies with children strive to include equal numbers of boys and girls. When studying adult users, we always try to include a reasonable representation of both genders, but the numbers need not be identical. Although men and women sometimes differ in the type of content that interests them, in terms of interaction design, the big issue is bridging the gap between humans and computers -- not how to accommodate the comparatively smaller differences between the genders. For kids, however, the differences are bigger and thus there is a greater need for a balanced set of test participants. "
Womit wir wieder beim Titelthema des Magazins letzter Woche waeren...
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