Kahneman, der Schreck der Ökonomen
Per Anhalter durch die Galaxis
"Gute Lügner sind sympathischer"
Europa in der Krise: Die Schweizer Solidarität
Der gespiegelte Mensch
Burnout, die moderne Lebenskrise
Diskussion
Täsuche ich mich oder liessen Sie sich hier von dem Artikel über Obama inspirieren? Diesem hier: (http://facts.ch/articles/384222-wahlkamp f-die-politische-theologie-des-barack-ob ama)
Das ist doch schön, wie man auf facts den bloggern beim Denken zuschauen kann!
Inhaltlich muss ich Ihnen sagen, dass es solche "Kunstgemeinden" schon gibt: um zwei zu nennen, das Kunsthaus Zürich hat die "Kunstgesellschaft"
http://www.kunsthaus.ch/cgi-bin/kunsthau s?ID=&Q=&S=1:1:130;:::5:::1::&P=0&MT=mai n
Viele Zürcher und Zürcherinnen erhalten von ihrem Götti oder der Gotte die Mitgliedschaft zur Konfirmation geschenkt. Man ist dann zu den Vernissagen eingeladen, etc.
Ein anderes löbliches Beispiel in unserer Eidgenossenschaft ist in Baden die Theatergemeinde, einst von BBC-Ingenieuren, Selbstständigen Handwerkern und Theaterbegeisterten gegründet, sorgt sie für 40 bis 50 "gehobene Theatervorstellungen" im Jahr, die im Schnitt zu 80% ausgelastet sind (oder waren in den frühen 90ern): eine Quote von der das Schauspielhaus träumen kann.
http://www.kurtheater.ch/theatergemeinde .php
War es das was Sie meinten? Nun solche Gesellschaften gibt es schon lange und sie sind im weitesten Sinne … uerten ;-))
Die Beispiele, die Sie aufführen, sind nicht das, was ich meine - Ihre Beispiele beziehen sich nämlich auf den sozialen Aspekt und nicht auf den "heilsbringenden" Aspekt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schaubühne_als_eine_moralische_Anstalt_betrachtet
Und wer einmal an einer Veranstaltung der Zürcher Kunstgesellschaft war: suchen die schöngekleideten Damen und Herren nicht auch Erlösung. Dies ist die Kunstreligion des Bürgertums. Wenn sie darüber hinaus etwas künstlerisch-heilsbringendes schaffen wollen, kann mir nur das Grausen kommen: was mag das sein? Sehen Sie sich als Priesterin einer neuen Sekte? Oder wollen sie Menschen digital verewigen wie etwa die Künstlergruppe etoy?
http://blog.datenschmutz.net/2007-12/gib -mir-eine-mission-fuer-die-ewigkeit/
um den hier auch eingeloggten "datenschmutz" zu zitieren.
Und endlich: sehen Sie doch mal, was die gute alte klassische Kirche vermag: Blocher und Widmer Schlumpf friedlich im Gottesdienst vereint!
http://facts.ch/articles/392849-seht-ich -schaffe-neues
Sie bringen mich auf eine interessante Idee mit der Sekte: Eine unkultur-Sekte, klingt verführerisch ;-) uertner, lassen Sie doch mal für einen Moment Ihren Ernst - fast hätte ich gesagt, sektiererischen Ernst - sein und sehen Sie das Spielerische an Kunst und Kultur. Ja, ich kann mich sogar mit religiösen Ideen anfreunden, wenn mir erlaubt ist, sie in meine Gedankenspiele einzubeziehen. Wovor mir graut, ist das Institutionalisieren einer Weltanschauung. Das gilt natürlich auch für Sekten, sofern sie sich selbst ernst nehmen.
Trotzdem bin ich leidenschaftliches Mitglied der "Church of the Flying Spaghetti Monster" und gelegentlich (je nach Laune) Anhängerin der Befreiungsbewegung Edvard Kunzt. Weshalb? Weil sie sich nicht so ernst nehmen. Weil sie mit Ideen wie Revolution, Volksverführung und "Opium fürs Volk" spielen.
Das ist ja das Problem mit ihrem Aktivismus und dem vieler "Kulturschaffender", selten hat einer den Pfupf, sich in einem solchen schon bestehenden Gefäss mit Ideen und Arbeit durchzusetzen, sondern man brabbelt etwas von: "eh nur blöde Spiesser, nur sozial etc.etc." und "wir hingegen ganz neu und supergenial" und schon wird die Notwendigkeit herbeigeschwatzt, ein weiterer Kulturschuppen müsse aus der Taufe gehoben werden.
Während meines Studiums verkehrte ich ab und an im "Kunsthaus Oerlikon" an der Konradstrasse. Da sassen die Kulturschaffenden der boheme beieinander füllten sich die Birne mit billigem Chianti, lobten sich gegenseitig und tauschten sich Tipps und Tricks aus um an ein Werkjahr oder einen Kunstpreis zu kommen: war eine sympathische Gesellschaft. Einer davon ein echter Psychotiker. Solches ergibt sich immer wieder in irgendwelchen Industriebrachen: allein, man soll die Kerle doch nicht subventionieren, dadurch nimmt man ihnen doch den Boheme-stolz.
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