30/08/2010 10:03
Ein Befreiungsschlag
Die Thesen von Thilo Sarrazin zu Bildung und Zuwanderung sollte man diskutieren, nicht den Autor verteufeln. Aber die politische Klasse, der seine Kritik gilt, verweigert sich der Debatte, argument... »







Diskussion
Eigentlich ist es schnurzegal, wer welche Leistung erbringt oder eben nicht. Tatsache ist, dass das Gebilde Staat von der Mehrheit nicht mehr getragen wird, die Mehrheit die Leistung nicht mehr zu bringen gewillt ist und dies sollten wir eigentlich noch viel heftiger diskutieren, als irgendwelche Ausländer- und Integrationsfragen …. Aber das wäre noch viel unbequemer als im Kulturteil oder irgendwelchen Gutmenschenorganisationen über Vererbungslehren, Evolutionstheorien und Migration/Integration zu schwurbeln.
sehr deutlich. Der Versuch Bonuspunkte zu
sammeln, weil man vermeintlich nicht falsch liegen
kann, wenn alle Mitglieder des Politikerchores in der
gleichen Tonart heulen, ist offensichtlich.
Ob nun Können, also verdautes und nicht bloss memorisiertes
Wissen wirklich über Gene übertragbar ist, wie kürzliche
Untersuchungen glaubten beweisen zu können, ist nicht so
wichtig.
Auch wenn die Könnensweitergabe nur durch die
Kultur des nahen Umfeldes beeinflusst wird, wird
es je nach Integrationswilligkeit mehr als nur eine
Generation brauchen, bis sich das Können des
Immigrantennachwuches dem einheimischen Stand
angepasst hat. Ob der allerdings hoch genug ist,
ist eine andere Frage. Pisazahlen sind nämlich für
diese Antwort nicht hilfreich, denn sie spiegeln
Wissen und nicht Können.
Kürzestantwort: Intelligenzgene? Mumpitz!
Ausführliche Antwort: Zwei Semester Seminar für Fortgeschrittene der Biologie, Psychologie und Soziologie...;-)
Medientaugliche Antwort:
Die Debatte zwischen Genetikern und Neurobiologen bezüglich Intelligenz ist so alt wie die beiden Disziplinen und es ist noch keine Lösung in Sicht. (Achtung: ich bin Neurobiologe...;-)
Gene sind keine Blaupausen oder Vorschriften, wie ein Körper gebaut werden soll. Es sind DNA-Abschnitte, die in einer Hierarchie zeitlich und räumlich aufeinanderfolgend abgelesen werden und über RNA ein Protein herstellen lassen. Das heisst: Gene stellen sicher, dass mit der ersten Zellteilung der befruchteten Eizelle erstmal Raumachsen definiert werden: Vorne/Hinten, Bauch/Rücken, Innen/Aussen, Links/Rechts, Segmentierung, etc. Danach werden in der Differenzierung durch Mastergene andere Gene aus- und abgeschaltet, sodass Zelltypen entstehen, die Spezialfunktionen übernehmen: Muskelzelle, Blutzelle, Nervenzelle, etc.
Nervenzellen (Neurone, Glia) bauen das Zentralnervensystem (ZNS), das gleichzeitig konservativ UND flexibel sein muss. Und genau hier sind wir beim Kern der Sache. Die Stabilität des ZNS ist garant für das lebenslange, zuverlässige Funktionieren. Die Struktur wird von Genen bestimmt. Die "Verdrahtung" ist aber keineswegs fest. Im Gegenteil: Verbindungen zwischen Neuronen werden ständig aufgebaut, abgebaut, geschwächt oder gestärkt. Dieser Prozess beginnt mit der Geburt eines Menschen, reift erst mit etwa zwanzig und ist von der Umwelt abhängig. Lernen wird als Modifikation der Synapsen begriffen und hat mit Genen direkt nichts zu tun (ich kenne allerdings die neuste Literatur nicht).
Man kann molekularbiologisch (DNA) und biochemisch (Protein) bestimmte Gene mit einer kognitiven Leistung korrelieren. Allerdings muss man sich dabei im Klaren sein, dass das Gen irgendwo in der Entwicklung eine Struktur im Gehirn verändert hat. Das heisst aber nicht, dass dieses Gen etwas mit Intelligenz zu tun hat, sondern dass die Struktur, die Intelligenz hervorbringt beeinträchtigt wurde.
Wenn aber ein Säugling ohne soziale Kontakte in einem schalltoten, dunklen Raum aufwächst (sensorische Deprivation), so mag zwar seine Hirnstruktur vollkommen intakt sein, es wird aber so dumm wie Brot sein. Das heisst, was ein Mensch in seiner Entwicklung vom Säugling bis zum Erwachsenen an sensorischem Input bekommt und wieviel Aktivität er ausleben kann, bestimmt das "Feintuning" des Gehirns, und somit seine Intelligenz.
Was das für die Vererbung an Missverständnissen hervorbringt, können wir uns jetzt denken. Ein Beispiel: die Familie Bernoulli hat hervorragende Wissenschafter hervorgebracht. Lag das an den vererbten Genen oder am familiären Umfeld im bürgerlichen Basel?
Schlüssige Ergebnisse liefern meines Erachtens nur Zwillingsstudien. Eineiige Zwillinge sind Klone, das heisst, jedes einzelne Basenpaar (bis auf zufällige Mutationen) sind identisch. Wenn jetzt ein Zwilling, sagen wir mal, in einer wohlhabenden Akademikerfamilie in Cambridge aufwächst und der andere Zwilling in den Slums von Kalkutta, welcher der beiden ist intelligenter?
Nun Martin, ich hoffe du siehst die Problematik jetzt klarer...;-)
Ich habe Verständnis wenn nicht jeder zu einem solchen Thema eine solch genau Antwort geben kann. Aber das ist noch lange kein Freipass um einen solchen Unsinn zu verbreiten. Aber, und da sind wir bei Niklaus, wird es leider viel zu oft gemacht.
Fakt ist: Jeder Mensch hat ein Recht auf Leben. Jeder Mensch soll dort leben können, wo es genügend zu essen gibt. Die Grenzen sind Menschengemacht und sind alle künstlich. Sie gehen vom Anspruch aus, das Schöpfungsgut - Grund und Boden - in Besitz nehmen zu können, obschon das Schöpfungsgut zur Existenzsicherung aller Lebewesen gegeben ist.
Khalid
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