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Diskussion
Tja, lieber Tinu, ich habe mich mit meinem Szenario verspekuliert. Das kann passieren bei dünner Informationslage. Allerdings wird die mediale Debatte trotzdem stattfinden und aller Wahrscheinlichkeit nach in dieselbe Stossrichtung führen: gegen die allgemeine (Un)Fähigkeit der Polizei.
Heute abend wissen wir mehr. Wenn du sagst, dass zuerst nachgedacht und dann geschossen wird, bin ich mit dir einig. Aber es gab diesen kurzen Moment, als PHK aus dem Haus trat und einem Polizisten in den Kopf schoss. Exakt an diesem Punkt hätte ich von 100 Polizisten - darunter zwei Spezialeinheiten von Bern und Zürich - erwartet, dass sie wenigstens in Bereitschaft sind und in Notwehr zurückschiessen. Und das muss auch nicht amerikanisch zugehen, ein gezielter Schuss hätte gereicht. Darauf habe ich spekuliert und mir die entsprechende Medienschelte vorgestellt.
Wie auch immer: PHK ist ein Fugitive. Der angekündigte FFE ist ein immenser Druck, die Schuld über den verletzten Polizisten auch. Ein Suizid wird wahrscheinlicher...
Meine Vermutung ist aber, dass der damalige Polizeichef eher an der negativen medialen Diskussion und der sozialen Ächtung zerbrochen ist. Fragen können wir ihn nicht. Wäre er als Held gefeiert worden - wie in den USA wahrscheinlicher -, hätte die Geschichte womöglich eine andere Wendung genommen.
Insofern bin ich auch nicht für amerikanische Verhältnisse. Aber in gewissen Situationen sollte die Polizei "scharf" sein dürfen, wenn nicht sogar müssen, um das Leben ihrer Beamten zu schützen.
- Der grösste Fehler, der jetzt noch passieren könnte, wäre auf Polizei und Einsatzleitung herumzuhacken und die jammervollen Erklärungen (die kommen alle noch!) der juristisch geschulten Chefs zu akzeptieren.
In Zug hat so ein Vorfall dazu geführt, dass es einen Ombutsmann gibt, der mit den Bürgern reden soll, die sich gemobbt fühlen. Auch wenn ich viele Ombutsmänner gesehen habe, die eher einen total verblödeten Eindruck machen, so muss ich dem Herrn aus Zug doch ein Kompliment aussprechen: er zeigt, wie so etwas gemacht werden sollte.
Der "Rentner" in Biel braucht (wenn er, hoffentlich, noch am Leben ist) einen Ansprechpartner, der sein Problem objektif und ohne Beiinflussung beaurteilt und der Lösungen sucht. Aber wahrscheinlich ist es dazu schon zu spät, weil der Mann in Biel, sich selbst geschadet hat, indem er einen Polizisten angeschossen hat. Für diese Tat gibt es keine Entschuldigung, wenn man davon absieht, dass der arme alte Herr aus Biel, sich, durch die ihm übermächtig erscheinende Staatsmacht, bedroht fühlt.
Wenn man so massif die Macht des Staates zeigt, wie in Biel, dann muss das ja zu einer Eskalation führen. Alledings finde ich es bewundernswert, dass der Bieler Pollizei-Chef jetzt anscheinend die Eskalation der Brutalität beendet hat und nach eine "friedlichen" Lösung sucht.
Ich würde hoffen wollen, dass der Bieler Bürger, wenn er in die Hände der Justiz gerät, dann nicht einfach in irgend eine Psychiatrie weggesperrt wird, sondern, dass der Staat die allergrösste Vernunft walten lässt.
Paralell dazu müssen wir endlich dafür sorgen, dass solche Konflikte vermieden werden, indem man nicht nur "Juristen" sprechen lässt, sondern indem man versucht, solche Konflikte im Kern zu klären.
In der Berichterstattung über diese Angelegenheit finden sich auch typisch "preussische" und "schweizerische" Fehlverhaltensweisen. So regt man sich darüber auf, dass der Bieler Bürger, "jahrelang", hinter vorgezogenen Gardienen gelebt hat. Ich finde es unverschämt, dass man jemand so etwas vorwirft:. Wenn der Mann seine Ruhe haben will, dann ist das sein gutes Recht! Wir leben hier nicht in China, wo man 2 mal am Tag, öffentlich turnen gehen soll. Selbst "Valérie Garbani" (die Ex Stadtpräsidentin von Neuenburg) ist nur gelegentlich,, in einem "unanständigen" "Outfit", auf ihrem Balkon gesehen worden.
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