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Diskussion
Und was die social networks anbelangt: Ich habe gestern Abend meinen Facebook-Account deaktiviert und habe nicht die Absicht, ihn wieder zu aktivieren. Die Bikinibildchen-Mentalität unter den Frauen war nicht der Hauptgrund, aber mit ein Grund.
Ich, der aus einer doch recht ländlichen Region komme, merke das (mit der sexy Selbstdarstellung) auch hier. Vor allem eben diese 14-15 jährigen Mädchen versuchen so "sexy" wie möglich zu sein - à la Tally Wejil und so. Die meisten laufen mit schwarz gefärbten Haaren rum und pushen alles mögliche. Ein Rückschritt in der Emanzipation, eine Rückbesinnung auf die Frau als Objekt? Schade...
Übrigens bei den Jungen genauso, nur dass es da darum geht, wer die Hosen am tiefsten trägt.
Die Frauen, die von der Gesellschaft gemeinhin als emanzipiert eingestuft werden, sind oft nicht viel mehr als ein Männerschreck (oder Kopien von Männern). Ich bin überzeugt, dass man sowohl als Mann als auch als Frau emanzipiert sein kann - und das ohne seine männliche oder weibliche Natur zu verleugnen.
Wenn es eine zurzeit schafft, als Frau Klartext zu schreiben, dann ist das Michèle Roten. Oder gibt es Alternativen? Kennt jemand eine?
Vielleicht muss man sich halt einfach damit abfinden, dass es nicht so viele Mädchen gibt, die Alphamädchen sein wollen. Und die sich in dieser Situation gar nicht unwohl fühlen. Wäre ich jetzt so ein Mädchen, dass gerne über meine Yogastunden schreibt - ich glaube, ich würde mich von diesem Artikel gestört fühlen. Wahrscheinlich fühlt man sich am Ende der Lektüre so, als würde irgendwas nicht stimmen - auch wenn man selbst das Gefühl hat, es sei alles ok so, wie es ist.
Aber es gibt grosse Unterschiede zwischen einer Frau, die selbstbewusst und sexy auftritt oder schreibt (Michèle Roten) und einer Frau, die meint, ausschliesslich durch ihre körperlichen Reize, nicht aber durch ihre Intelligenz und Ihren Witz interessant zu wirken.
Da wünscht ich mir definitiv anderen Klartext und mehr Berührungsängste.
By the way: Wie möchte es denn ein Mann gerne hören? Anders als eine Frau?
Noch immer wird Mädchen vermittelt, dass Technik "natürlicherweise" eine Männerdomäne ist und bleiben sollte. Da werden schon in der Schule unnötige Hemmschwellen aufgebaut.
Die Autorin des Artikels scheint sich selbst nur bedingt in den Communities, die sie beschreibt, auszukennen. Die "sexy" MySpace-Profile nackter "Models" sind überwiegend professionelle Spammer, die genauso "real" sind wie die "heißen girls", die in Kleinanzeigen und im Nachtfernsehen um ihre (männliche) Kundschaft werben.
Zudem ist das Kriterium für Erfolg, das in diesem Artikel angelegt wird, ein typisch männliches: Die Rangordnung in den Blogger-Charts interessiert hauptsächlich Männchen.
Frauen suchen beim Bloggen eher den sozialen Austausch und definieren "Erfolg" durch gelungene soziale Beziehungen.
Männer suchen die Konfrontation, Frauen die Bestätigung durch Gleichgesinnte. Einige Klischees scheinen sich da zu bestätigen.
Diese sogenannten Alphamädchen und - frauen orientieren sich an männlichen Rollenvorbildern,. Das hat für mich mit Emanzipation wenig zu tun.
Wenn ihr endlich aufhören würdet, bestimmte Eigenschaften einem bestimmten Geschlecht zuzuschreiben, müsstet Ihr Euch nicht mehr so verrenken mit Euren Argumentationen. Wenn es mehr Männer gibt, die eine Eigenschaft besitzen, bedeutet das nicht, das es eine "männliche" Eigenschaft ist. Es gibt nämlich auch unzählige Frauen mit dieser Eigenschaft. Und umgekehrt ist es genauso. Dieses Schubladisieren ist sowas von verkrampft!
Aber der Begriff "Alphamädchen" ist eine deutliche Anlehnung an "Alphamännchen", mit dem eine bestimmte Eigenschaft verbunden wird, nämlich, sich den Weg zur Spitze der Hierarchie freizuboxen und diese Stellung mit Kampf und Imponiergehabe zu behaupten.
Ich unterstelle nun den meisten Frauen (Ausnahmen mag es wie gesagt geben), dass diese Alphaposition nicht der Hauptbeweggrund ihres sozialen Handelns ist. Wenn diese meisten Frauen sich nun aber selber an Vorstellungen von "Erfolg" messen, die nicht die ihren sind, indem sie versuchen, sich dem Vorbild der "Alphamännchen" anzupassen, dann ist das ebensowenig ein Fortschritt wie wenn sie sich männlichen Vorstellungen anpassen, die Frauen auf ein Sexualobjekt reduziert sehen wollen.
Aber schön, dass Sie und Herr uertner sich für einmal bei der Bewertung eines Artikels einig sind. :-)
Nun zurück zu den bloggenden - und nicht bloggenden - Frauen, die, sagen wir zusammengefasst mal, aggressive Verhaltensmuster zeigen. Es gibt eine gewisse Anzahl Frauen (und nicht wenige), bei denen das der Fall ist. Auch hier ist uns seit geraumer Zeit bekannt, dass eine gewisse Anzahl von Frauen aggressive Verhaltensmuster zeigt. Wieso müssen wir immer noch jedes Mal in erstaunte Ausrufe (bzw. Blog-Kommentare) ausbrechen, wenn uns eine solche über den Weg läuft? Was ist daran so exotisch? Verstehe ich ehrlich nicht. Ich finde "Macho-Gehabe" übrigens bei Männern genauso unsympathisch und sogar unnatürlich wie bei Frauen.
Verstehen Sie jetzt, was ich meine, flashfrog?
Man sollte auch nicht so tun, als wären die Werte, die Hierarchien und Machtstrukturen in unserer Gesellschaft bestimmen, geschlechtsneutral. Der Mangel an Generälinnen, Päpstinnen, Wirtschaftsbössinnen und bis vor sehr Kurzem hochrangigen Politikerinnen ist dafür Symptom und Folge.
Das ist meine Erfahrung.
Und jetzt geh ich meine Fußball-Kolumne weiterschreiben. :-)
http://www.dasmagazin.ch/index.php/Regul a_St%C3%A4mpfli%2C_Teil_2
Ob als Alphatierchen oder als was auch immer. Es macht doch Spass die Mechanismen zu entdecken und zu knacken, die uns ermöglichen das "Ding" durchzuziehen das wir wollen.
genau so ist es.
Allgemein sind ja Disclaimer recht gefährlich, genau so der Satz »Wir sollten doch 2008...« der ja impliziert, dass wir es nicht sind. Zudem: Michèle Roten schreibt natürlich nicht nur über Sex, doch das scheint ein dominantes Thema zu sein. Und sie hat weder dazu noch zu etwas anderem etwas Substantielles, Neues zu sagen - sondern versucht durch eine »Schreibe«, wie sie im Berlin der 80er-Jahre in war, und eben der Eindruck, enorm attraktiv und freizügig zu sein, Aufmerksamkeit zu gewinnen. Und damit scheint sie ja auch Erfolg zu haben - nur bitte ich, sie nicht als eine Vorreiterin eines neuen Frauenbildes zu betrachten.
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