Kahneman, der Schreck der Ökonomen
Per Anhalter durch die Galaxis
"Gute Lügner sind sympathischer"
Europa in der Krise: Die Schweizer Solidarität
Der gespiegelte Mensch
Burnout, die moderne Lebenskrise
Diskussion
Nach dem Liz sollte sie die Kolumne aber abschliessen.
Was ihre Kolumne betrifft: Ich sage schon lange, dass ihre Artikel viel besser sind als die Kolumne. Nur hört sie nie auf meine bescheidene Kritik.
Zu aller erst: Dieser ganze Beitrag hier von mir ist natürlich subjektiv und soll nicht als absolut gelten:
Selbstdarsteller stören mich zwar nicht zwangsläufig. Wenn diese Darstellung denn auch mal ironisch gebrochen ist und dabei ein wenig an wahrer Persönlichkeit zum Vorschein kommt. Dies betrifft auch bei mir nicht nur weibliche Personen.
Zum Beispiel kann ich einen Mark van Huisseling auch überhaupt nicht ausstehen, oder Andy Stutz, der unsägliche Seidenkönig. Dagegen mag ich z.B. Harald Schmidt (keine Ahnung wieso, vielleicht weil er sich auch Politiker zur Brust nimmt, während sich die anderen hauptsächlich in Lifestyle-Kreisen bewegen).
@unkultur
Woher willst du wissen dass Roten authentisch ist?
Ich mag sie nicht weil ich glaube, dass sie eben nicht authentisch ist. Es scheint mir selbst in ihren ironischen Brüchen stets eine gewisse Arroganz durch. Ich empfinde bei ihr nichts als ehrlich gemeint, alles blosse Koketterie. Und was will ich mit einem Kunstprodukt, dass sich bloss mit seiner eigenen Künstlichkeit auseinandersetzt?
Wie ich finde besetzt Roten in der Schweiz halt als einzige diese "Cocky"-Girlspirit-Sparte. Ob dies authentisch ist, sei dahingestellt. Nur läuft heutzutage jede zweite Studentin mit einer solchen Attitüde herum (@Psychoanalytiker: Ich ängstige mich nicht davor und es stört auch nicht, da es sich ja bloss um eine Attitüde handelt, hinter der sich die eigene Person verbirgt). Die meisten Studentinnen lesen Roten aber nicht. Roten ist also sicher keine Ikone, sondern bloss ein Produkt der herrschenden Hollywood-Kultur à la Sex and the City (nur in der etwas verbisseneren eidgenössischen Fassung). Oder mit anderen Worten, Roten ist nichts anderes als eine schreibende Paris Hilton mit Grips.
Roten ist schon nicht schlecht. Aber wenn sie ganz oben mitmischen will, misst man sie auch automatisch mit anderen Massstäben.
Ich denke dieses Missverständnis ist in gewissem Sinne bezeichnend. Ich interessiere mich meist für die Person in ihrem eigentlichen Wesen und weniger für die Maske (welche natürlich auch Rückschlüsse zulässt und, wie du sagst, eine Facette dieser Person, überspitzt oder nicht, wiedergibt).
Zugegeben es ist natürlich illusorisch eine Person in ihrem wirklichen Wesen erfassen zu wollen und in diesem Sinne wäre es möglicherweise wirklich klüger sich vor allem auf die Masken zu stürzen.
Trotzdem habe ich den Eindruck dass Roten sich oft zu maskieren und ebenso zu demaskieren versucht, was keine wirkliche "Abgrenzung" zulässt. Und insgesamt wirkt für mich dann alles wirklich irgendwie beliebig. Was macht Roten speziell? Was grenzt sie ab von der 08/15 Germanistik-Studentin von heute? Meiner Meinung nach nichts ausser einer guten Schreibe und einer Portion Mut, die ich ihr nicht absprechen will.
Sie macht das auch gut, meines Erachtens. Aber sie könnte problemlos ersetzt werden, durch Céline, eine hübsche angehende Anwältin, oder Xenia, einer cocky Kriminalistikstudentin (;-)). Im Kern würde sich die Kolumne kaum ändern. Ein Bedürfnis nach einer solchen Kolumne besteht sicher zweifellos, aber ich halte Roten für überbewertet, da kann sie selbst auch nichts dafür.
Ich weiss, ich sollte lernen mich kürzer zu fassen.
"cocky: a stuckup person who thinks they're the shit... very annoying and ingorant. usually popular and a guy (no offense dudes) and hot (sometimes)."
Wobei ich gerne eindrücklich auf die Worte "usually ... a guy" hinweisen möchte...
Mal ehrlich: Unter den Jungen braucht es einiges mehr Mut hinzustehen und für Prinzipien einzustehen, statt jene über den Haufen zu werfen und auf alles zu scheissen. Roten scheisst auf Prinzipien und folgt damit dem Trend. Jaja wunderbar rebellisch.
Dass sich Kinder im Aufstand zuweilen laecherlich machen, ist auch OK. Die duerfen das. Herzig ist das. Wenn man schaut, wie sich Erwachsene z.T. laecherlich machen... Dass Tabus brechen spiessig sei, ist schlichweg nonsense. Es braucht ueberhaupt keinen Mut, als Junger spiessig zu sein. Bitte Woerterbuch benutzen:
Als Spießbürger oder Spießer bezeichnet man abwertend eine Person, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen, Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung, Komfortismus und starkem Bedürfnis nach Sicherheit auszeichnet.
Uertner: Der Vergleich mit Meienberg hebt Roten auf eine Ebene, fuer die sich noch etwas kaempfen (und den ganzen Zueri-Lifestyleballast erst mal loswerden) muss. Dass sich aber beide einen weniger um Anstand als um das treffende Wort kuemmern bzw gekuemmert haben, ist keine Schwaeche; es zeichnet sie aus.
Noch etwas Wikipedia fuer unsere Spiesser
In der Schweiz werden Spießbürger meist als „Füdlibürger“ (Füdli = Hinterteil) oder „Bünzli“ bezeichnet.(...) In seinem 1930 erschienenen Roman Der ewige Spießer charakterisiert der Schriftsteller Ödön von Horváth einen Spießer als einen "hypochondrischen Egoist, der danach trachtet, sich überall feige anzupassen und jede neue Idee zu verfälschen, indem er sie sich aneignet." Der Spießer reist in der Welt herum und sieht doch nur sich selbst. Was gut und böse ist, weiß er, ohne nachzudenken.
Die Literatur des 19. Jahrhunderts scheint zwei Kategorien von Spießern zu kennen. Charles Dickens schildert den gutmütigen Spießer, gemeint sind Menschen, die einer oberflächlichen Geselligkeit frönen und sich zudem gerne in Vereinen aufhalten. Harmlose Scherze und ein Art familiäres Treiben herrschen vor. Die bösartigen Varianten von Spießern tauchen bei Honoré de Balzac in seinem Roman Die Kleinbürger auf: Gehässigkeit, Klatschsucht, Verleumdung und Dünkel, Besserwisserei und Aufgeblasenheit herrschen. Der Untertan in Heinrich Manns gleichnamigen Roman von 1914 ist ein autoritätshöriger Opportunist, Mitläufer und Konformist. Die Welt wird schwarz-weiß gemalt, Minderheiten verteufelt oder aber lächerlich gemacht. Vieles erinnert an Adornos "Autoritäre Persönlichkeit".
"Ich habe erst kuerzlich staunen muessen, wie mir ein Amerikanischer Freund erklaert:
>We are programmed to walk around thinking: Dude, I'd like to fuck her and her and her.--They walk around thinking: 'You sleazebags, fuck yourselves.' And we do fuck ourselves more than girls fuck themselves. But then they meet this other dude, and they go: 'This guy's hot... I'd like him to fuck me.'--Think about that! 'I want this dude to fuck me'? How can you think that way?--So: Yes, you might win her heart, and you might get in her pants, but you'll never ever get in her mind--while she plays around with the bricks in your brain as if it were Lego."
1. Es liegt in der Natur der Jugendlichen aufzubegehren.
2. Wer gegen die Norm seiner Altersgruppe verstoesst, ist nicht a priori ein Rebell (z.Bsp. eine alte Tante mit Minirock).
3. Antirebell ist nie ein Rebell, egal wie man's dreht und wendet.
@Jones: Nicht wahr? Roten macht sich zum Objekt von diesem "other guy" (alias "Bock") und zieht denen, die zu kurz kommen, den Speck durch den Mund. Heuchelei kommt doch immer genau aus der Weil-ich-nichts-abkrieg-duerfen-andere-auch-nicht-Ecke. Eine intelligente huebsche (VERDAMMT!) Studentin als Redaktorin (SCHWEINEREI!), mit viel Schreibtalent (ah, nicht mal da kriegen wir sie ran!), die der ganzen Schweiz eine lange Nase macht. Den Maennern erzaehlt sie die ganze Zeit von diesem "other guy" . Ein Aergernis a la bonheur (das machen die sonst nur mit ihren schwulen Freunden). Und die zu kurz gekommenen Damen sehen sowieso dunkelrot, klar (WENN SIE WENIGSTENS DICK WAERE!).
Hehe. Je laenger ich daueber nachdenke, desto besser gefaellt mir das alles. Roten for Bundesrat.
(falls nötig, wird für zürcher und andere fremdsprachige, ein gratis übersetzungsdienst geboten.)
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