Kahneman, der Schreck der Ökonomen
Per Anhalter durch die Galaxis
"Gute Lügner sind sympathischer"
Europa in der Krise: Die Schweizer Solidarität
Der gespiegelte Mensch
Burnout, die moderne Lebenskrise
Diskussion
Aber zum Religionsbedürfnis der Menschen kann ich dir leider keine schlüssige Antwort geben. Innerhalb der FACTS-Gemeinde werden wir wohl auch nicht fündig.
Ich habe mit 16 unseren katholischen Vikar brüskiert, weil ich den Ministranten erklärte, Weihnachten sei nur ein mit heidnischen Bräuchen aufgepeppter Kommerz. Meine Freunde enttäuschte ich, weil ich die Existenz einer Seele und eines Geistes verneinte. Mathematik, Physik, Chemie, Biologie sind für mich halt einfach faszinierender, als vier Evangelisten und ein Halleluja.
In meinem Studium und meiner Forschungstätigkeit in der Biologie und Medizin gab es keine Religion, keine Spiritualität, keinen "Designer". Kein Mensch, dem ich in den Naturwissenschaften begegnet bin, hat sich je nur eine Sekunde damit beschäftigt. Die Natur ist in sich so grossartig, faszinierend und schön, dass Religion absolut überflüssig wird. Ich brauche auch keinen Ersatz dafür.
Was mich am meisten freut,sind die sanften,überlegten und daurch sehr treffenden Worte von unserem Freund Brainstuff.
Ich möchte Euch einmal erzählen,wie es mit der Religion in der sozialistischen DDR war,in der ich aufwuchs und eine schöne Kindheit und Jugend verbrachte.
Religionsausübung war frei und eigentlich unproblematisch..mit anderen Worten,wer Gott huldigen wollte,konnte das tun.
Allerdings,waren Kindern oder Jugendlichen,die die Christenlehre oder regelmäßig die Kirche besuchten,gewisse Möglichkeiten versperrt,in etwa als Pilot oder überhaupt als Offizier der nationalen Streitkräfte zu dienen,war natürlich tabu.
Studieren oder sonstige höhere Funktionen in der Gesellschaft zu erreichen war eigentlich kein Problem,denn es gab ja auch eine CDU als Partei,die zwar gleichgeschaltet war,aber deren Parteimitgliedern konnten viele Positionen erreichen.
Jeder,der heute 20 Jahre danach etwas anderes behauptet,will sich nur wichtig machen.
Ich wurde weder getauft,noch konfirmiert,wahrscheinlich der Faulheit oder Pfiffigkeit meines ebenfalls atheistischen Vaters zu verdanken,der sich geschickt gegenüber dem streng katholischen Glauben des anderen Flügels unserer konservativen Familie,durchsetzen konnte :-)
Kirchenbauten waren mir persönlich schon als Kind unheimlich und hatten bzw.haben bis heute für mich nichts Reizvolles,kaum besonders architektonisch Schönes,bis auf wenige Ausnahmen.
Man sollte sich einen gotischen Kirchenbau einmal in Frosch-Perspektive betrachten und vielleicht versteht man,was ich meine.
Ein insgesamt strenger Bau,der eigentlich das einfältige Individuum der Vergangenheit einschüchtern sollte,durch seine schiere Größe..so etwa hat nichts mit einem milden,wohltätigen Gott zu tun,sondern ist nur Ausdruck dumpen Machtanspruches von der Vergangenheit bis zur Gegenwart.
Außerdem ist es kalt dort,es gibt nichts zu saufen,außer billigen Meßwein (..den guten trinken die feisten Pfaffen wahrscheinlich selber :-)),Zigarren rauchen kann man auch nicht und kiffen ist obsolet.
Da lobe ich mir den russisch oder griechisch orthodoxen Glauben,hier ist alles möglich,außer dem Tragen von Miniröcken..
Also kurz und gut,ich gehe nicht freiwillig in solche Hochbunker und darin wird sich auch nichts ändern,solange ich lebe.
Trotzdem achte ich den ehrlichen Glauben und die echte Demut vor Gott von alten und einsamen Leuten,die von unserer blödsinnigen Leistungsgesellschaft (..die nicht einmal eine ist,sondern nur willkürlich verstreute Hamsterräder ) alleine gelassen werden und in diesem Glauben Trost suchen.
Vielleicht bin ich nur zu mitleidig,mir fehlt einfach die deutsche Härte ;-)
Allerdings verachte ich ausnahmslos diese Mitläufer und Spießbürger,die sich als Anhänger des rechten Glaubens verstehen,weil sie sich dadurch Vorteile für ihr berufliches Weiterkommen versprechen..und besonders verachte ich Parteibonzen,damals unter dem roten Stern,heute unterm schwarzem Kreuz..der Wechsel war unauffällig und nahtlos.
Jeder soll nach seinem Gutdünken glauben oder leben..solange sie meine Kreise nicht stören ist´s mir egal,wenn doch,dann Gute Nacht Irene :-D
Ich bin auch im herkömmlichen Sinne abergläubisch.
An meinem Schlüsselbund befindet sich ein kleines oranges Krokodil mit weißem Bauch,von meiner Lieblingstochter aus kleinen Perlen gebastelt,als sie noch klein war (..jetzt ist sie in Australien,wie traurig für mich ).
Ohne Krokodil gehe ich nicht aus dem Haus,ich küsse es sogar heimlich,wenn ich mich zu einer schweren Entscheidung durchgerungen habe..
Das ist also mein ganz persönlicher Glaube,der Glaube an die eigene Kraft..der mich nicht verläßt,solange das kleine Krokodil bei mir ist..
Kirchen und sogar das Freiburger Münster fInde ich auch irgendwie "bedrohlich" ...ich hatte als Kind immer Angst, dass mir da mal ein Stein auf den Kopf fällt ... und über architektonische "Schönheit" kann man sich streiten. La Chaux de Fonds ist, zum Beispiel, "UNO Weltkulturerbe" und Dresden ist es nicht mehr. Aber in ganz Dresden gibt es nicht halb so viele scheiussliche Häuser, wie in La Chaux de Fonds ... im Kanton Neuenburg kann man sogar davon ausgehen, dass Gebäude die für ihre Architektur "prämiert" wurden, besonderst hässlich und unbrauchbar sind.
PS Danke für Deine gnadenvollen Worte zu meinem Kommentar ... ich muss das nächste Mal dann doch etwas mehr stänkern!!!
Dass es viele andere Menschen gibt, die meinen dass sie eine Religion brauchen ist mir nicht unbekannt.
Ich weis sehr gut, dass es sehr viele Menschen gibt, die von der Wiege an, auf Religion "konditioniert" wurden und die deshalb nicht verstehen können, dass man keine Religion braucht.
Ich war gerade einmal 13 Monate alt, als ich damit begann, meiner Mutter (sie war die Tochter eines evangelischen Pastors), die "Religion" auszureden.
Es brauchte Jahre, bis sie selbst gesehen hat, dass die Abhängigkeit, von irgendwelchen Zeremoniellen und Feiern, gar nicht erforderlich ist.
Es ist sogar dann so gewesen, dass mir die religiösen Leute, geholfen haben, meiner Mutter zu zeigen, dass man sie gar nicht braucht. Noch bis zu meiner "Konfirmation", war meine Mutter "beeinflusst" ... dann musste sie sehen, dass man mir androhte, mich nicht zu konfirmieren, weil ich nicht bereit war, auch nur einen Vers auswendig zu lernen und weil ich es für total abwegig empfunden habe, dass mir meine Mutter einen Anzug und eine Kravatte kaufen sollte, damit ich "in die Kirche aufgenommen werde".
Wir hatten damals praktisch kein Geld fürs Essen und zum Wohnen ... und da sollte meine Mutter, fast ein Monatsbudget, für einen schäbigen Anzug, den ich sowieso nie getragen hätte, ausgeben, damit ich in eine "Gemeinschaft" aufgenommen werde, die, ohne jeden SInn und Zweck, Kerzen verbrennt, Liedlein trällert und Verslein aufsagt. So etwas erweckt den Eindruck von einem mafiaartigen Kindergarten, wo Probleme verdrängt werden und wo man hofft, dass irgend ein Gott, die anstehende Probleme lösst, anstatt, dass man sein Leben, selbst, in die Hand nimmt.
Um es in einer etwas lockereren Art zu sagen: Ich liebe mein "liebes" Häschen nicht deshalb, weil ich sie zum Putzen anstellen kann .... genauso brauche ich keinen "lieben" Gott, der meine "Sünden" vergibt, damit ich dann, ohne mich zu schämen, neue Sünden begehen kann.
.... ok lieber U_42 .... dass Du Deine Grossmutter, zum Knödel fabrizieren ausnützt, statt Pfanni Knödel zu kaufen .... dies sei Dir verziehen .... aber Du musst 5 Minuten Hallelulia singen und frohlocken! Nur so verhinderst Du, dass ich Dich in Zukunft als "Ausbeuter" schimpfe!
Nichts gegen Sonntagsschullehrer/-innen oder wie man die auch nennt, aber vielfach sind diese wohl gefestigt im Glauben (..frag mich jetzt nicht in welchem…) aber mit Intelligenz, Psychologie, Rhetorik (oder sagen wir lieber Diskussionsfreudigkeit) haben diese Damen und Herren oft gar nichts am Hut ….
Deshalb wird an vielen Landschulen (oder wurde, vielleicht is’s ja heute besser!) während dieser Stunden Unsinn getrieben, rumgeblödelt und vorne bemüht sich eine/r seinen festen Glauben nicht zu verlieren ….
Selbst Schweizer Pfarrer sind oft nicht gerade das leuchtende Beispiel für die Übermittlung des Glaubens an früh- bis spätpubertierende, die nun wirklich was anderes im Kopf haben als den Umgang mit einem „Gott“ …
Kurzum, die Vermittlung von (Glaubens-) werten ist heute schwieriger denn je und grad das gottlose Internet“ bietet da viel zu viele Versuchungen ….. ;-))))
Ich beziehe mich auf diese Definitionen bei Wikipedia und ich habe Daniel Dennetts Breaking the Spell tatsächlich gelesen. In keiner dieser Quellen kommt dein Begriff vor, so wie du ihn offenbar verstehst. Von "Hunger und Durst" ist jedenfalls nirgends die Rede. Zudem gibt es tatsächlich Atheisten, die ganz gut klar kommen, ohne ein Vakuum mit Spiritualität füllen zu müssen. Oder wenn du auf einen evolutionären, physiologischen Zustand unseres Gehirns hinaus willst, musst du es spezifizieren.
Du müsstest dich also etwas genauer erklären, wenn die Diskussion einigermassen gepflegt verlaufen soll.
So ist es - leider. So viele, die auf diesem Sonntagsschul-Niveau stehen geblieben sind, treten alles, was Religion, Glaube usw. ist, spätestens beim erwachsen werden in die Tonne oder diffamieren alles als Humbuck. Dass aber Religion und Glaube auch seinerseits ein Erwachsenwerden erfordert, überfordert offenbar viele - viel einfacher scheint es, alles wegzuschmeissen.
@Frenk
Vorsicht - Religion IST NICHT Hunger und Durst, sondern IST WIE Hunger und Durst - gehört also zum Menschen. Wikipedia macht es ja schon im ersten Abschnitt deutlich - sie ist Bestandteil der Kultur durch die ganze Menschheitsgeschichte. Wikipedia schreibt aber auch richtig, dass es keine wissenschaftliche Definition gibt. Trotzdem halte ich an der These fest, dass sie zum Menschen gehört. Der Mensch darf niemals einfach an der Oberfläche stehen bleiben, sondern er sucht auch darunter und darüber. Die sogenannte Realität ist jedenfalls für mich zu wenig - ich will auch dahinter sehen. Dazu gibts den Begriff Transzendenz - nicht "Gott", das ist mir zu "beschränkt". Aber die Beschäftigung und auch das Akzeptieren, dass hinter allem Schein noch "etwas" mehr liegen könnte - das ist für mich Religion. Ich habe schon mal das Höhlengleichnis des Platon erwähnt - in diese Richtung verstehe ich die Unterschied zwischen sogenannter Realität und Transzendenz und ihre Beziehung zueinander. Das hat dann aber gar nichts mehr mit Sonntagsschule zu tun, schon gar nicht mit "Verslein und Liedlein auswendig lernen" und auch nichts mit der "Krawatte an der Konfirmation".
Von diesen anerkannten Leuten..Max Plank,Einstein,Hahn und Heisenberg beispielsweise,waren alle ! von einem göttlichem Gedanken bzw.einer göttlichen Idee überzeugt,warum ?
Als Naturwissenschaftler an sich fast undenkbar..es sei denn,sie hätten den 13 Monate alten Brainstuff kennen gelernt,der sie vom Unsinn der Religionen überzeugt hätte..haben sie aber nicht.
'der Alte würfelt nicht' nicht als Ausdruck für dessen tiefe
Gottgläubigkeit, sondern eher als Ausdruck, dass nichts
höher als die Naturgesetze anzusiedeln sei, denen sich
alles was real oder transzendental kreucht und fleucht
unterzuordnen hat. Das er im hohen Alter von Gott zu
sprechen begann, ist meiner Ansicht der 'Torschlusspanik'
zuzuschreiben, welche den einen oder andern, in der Hoffnung,
nach dem Tod bessere Karten zu haben, erfasst.
Bei den Nobelpreisträgern vermisse ich Fritz Haber, Pionier
der chemischen Kriegsführung (siehe Giftgaseinsätze im 1. Weltkrieg).
Den Preis erhielt er allerdings für das Haber-Bosch-Verfahren, ohne
welches der erste und der zweite Weltkrieg hätten abgesagt oder
zumindest auf längere Zeit verschoben werden müssen. Ohne N lässt
sich bekanntlich kein Sprengstoff herstellen und wegen der
Kontinentalsperre der Engländer hätte Deutschland der Chile-Salpeter
zur N-Herstellung nicht zur Verfügung gestanden.
Ohne damit punkto Verteilung der Kriegsschuld etwas aussagen zu
wollen, wäre der Menschheit dadurch einiges erspart geblieben.
Ich bezweifle allerdings,daß die Preisträger ihre Tandiemen für bewußt für den Krieg entwickelten Verfahren erhalten hätten (..zumindestens damals noch nicht,den das Ehrgefühl war noch einigermaßen ausgeprägt,nicht wie heute,sonst hätte Obama keinen Friedensnobelpreis erhalten können ;-))
Genau aus diesem Grunde habe ich nur die Nobelpreisträger bis zum WW II aufgezählt..
..selbst für den Fall,daß Alter bedingt zur Gottgläubigkeit führt,kann man das bei Einstein ausschließen,vermute ich hier einfach..
Unabhängig davon,lieber Niklaus,habe ich einen interessanten Artikel gefunden,der aufzeigt,daß Geschichtsfälschungen eigentlich immer von den " Siegern" großer Kriege durchgeführt werden,um die eigene Schäbigkeit im günstigerem Lichte erscheinen zu lassen ;-)
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende /deutschland/michael-grandt/adolf-hitler -geboren-in-versailles-1-.html
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