Im Vorfeld der Abstimmung vom 24. Februar 2008 ist es in der Redaktion des «Blick» zu massiven Interventionen von Grossinserenten und des Verlages gekommen. Die Mediengewerkschaft comedia protestiert gegen die
Inserateboykotte und die Zensur.
http://www.comedia.ch/40.html?&tx_ttnews[tt_news]=428&tx_ttnews[backPid]=5&cHash=14aa99bb41
Diskussion
Aber item: Bei "persönlich" gibts ein Interview mit Beat Jost von comedia, der bis letzten Sommer selber beim "Sonntagsblick" gearbeitet und die oben verlinkte Meldung verfasst hat:
http://www.persoenlich.com/news/show_new s.cfm?newsid=73548
Auf einer etwas harmloseren Ebene kann auch der Umgang des Blicks mit Promis betrachtet werden - da wird vieles nicht geschrieben, was man weiss: Um dann wiederum Gefälligkeitsstories machen zu können.
Marianne
Gängig ("normal" mag ich kaum schreiben) ist, dass Inserenten auf den Verlag Einfluss nehmen wollen, damit dieser wiederum die Redaktion in die gewünschte Richtung steuert. Den Promi-Vergleich empfinde ich als unpassend. Alle Lifestyle- und Klatschmedien müssen sich verbiegen, um ihre Storylieferanten nicht ständig zu verärgern. Das ist aber etwas anderes als ein verlegerischer Maulkorb.
@ Marianne
Meistens würde ich dir zustimmen. Im Fall der "KMU"-Steuerreform hat der Blick aber ausnahmsweise den Journalismus alter Schule beherzigt. Verdient das nicht Kredit?
Da mag man etwas bedauern, dass in der heutigen Medienwelt praktisch der ganze Content von Inserenten bezahlt wird.
Das war auch in der gestrigen Medienwelt so, denn von den Abonnenten allein konnte noch keine Zeitung leben. Neu ist, dass einerseits die Inserenten mit ihren Forderungen immer unverschämter werden und andererseits die Redaktionen (oft auch wegen mangelnder Deckung aus dem Verlag) ihre Unabhängigkeit immer rascher kompromittieren.
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