Kahneman, der Schreck der Ökonomen
Per Anhalter durch die Galaxis
"Gute Lügner sind sympathischer"
Europa in der Krise: Die Schweizer Solidarität
Der gespiegelte Mensch
Burnout, die moderne Lebenskrise
Diskussion
Wie man hier sehen kann,manche alten Zeitgenossen lassen wirklich keinen Fettnapf aus :-D
zu finden war, bereits vergessen.
Bern hat vor Jahren, müde der nur in salamitaktischen Schritten
möglichen EU-Annäherung, durch eine ETH Studie abklären
lassen, wieso ein Grossteil der Bevölkerung der offenen
Aufgabe der Neutralität kritisch gegenübersteht.
Das Fazit der Studie war, dass an Schulen, 1. Augustreden und
in der Mainstream-Presse die Vorteile der Neutralität all zu lange
gefeiert worden seien, sodass Volk im Laufe der Jahre von der
Muttermilch an damit imprägniert worden sei.
Dementsprechend erfolgte dann bald darauf eine allmählich
immer intensiver werdende 'Gegenaufklärung', für welche sich
Personen, welche glauben, den Durchblick zu haben, gerne
andienen.
Den wahren Hemmschuh stellt aber nicht das Volk dar. Dieses kann
nämlich durch stete Drohung mit höheren Steuern und
Arbeitsplatzverlust gefügig gemacht werden, auch wenn es noch viel
mehr an der Neutalität hängt, als gewisse Politiker je glauben
würden. Es hat nämlich, was die EU-Einsichtigen nicht nach-
vollziehen können, fatalerweise die Erfahrung gemacht, dass
die Neutralität sich schon ziemlich lange bewährt hat.
Nein, der Kampf findet in den Parteigremien statt:
Die Industrie möchte, die Banken möchten nicht,
aber sowohl FDP als auch SVP werden von diesen
Gruppierungen co-alimentiert.
Für die SVP ist die Situation deshalb relativ klar: Ihre
Wählerschaft will nicht; die Banken wollen auch nicht. Also 2:1
für Wählerschaft/Banken gegen die Industrie.
Bei der FDP wird es zu guter letzt auf ein Penaltyschiessen
hinauslaufen, denn dort steht es bei Banken gegen
Industrie 1:1, das zahlenmässig geschrumpfte Fussvolk wird
sich eh dem weisen Parteientscheid beugen.
Für die SP rückt unerbittlich die Stunde der Wahrheit näher,
indem die internationale Solidatität unter den Werktätigen nur
unter Inkaufnahme weiterer Stimmenverlusten hochgehalten
werden kann. Die Frage für diese Partei lautet: EU/Lohndumping
gegen Nicht-EU/Erhalt des CH-Lohngefüges.
Auf die CVP braucht nicht eingegangen zu werden. Die ordert
ihre Wertpapiere immer mit einem 'bestens' Auftrag.
Wenn die im EU-Vokabular nicht existierenden Bilateralen 3
nicht kämen, so würden in der Schweiz die Lichter ausgehen,
habe ich vorgestern in einem Radiointerview mit einem der
zahreichen EU-Beitritts-Spezialisten gehört. Es wird also
letzten Endes darauf ankommen, ob das Volk bei einer solchen
Aussage Assoziationen an prix garanti und autofreie Sonntage
hat, oder diese Drohung richtig interpretiert.
In der Diktion der Wirtschaft bedeutet 'Lichter aus' nämlich nicht
Weltuntergang, sondern bloss weniger Gewinnsteigerung und
langsamere Erholung des SMI. Für Banker jedoch, welche einen
Jahresgewinn von 16% als zu bescheiden betrachten, ist dies
allerdings gleichbedeutend mit Weltuntergang...
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