21/03/2011 08:30
Ein Reaktor für Zürich
In der Nachkriegszeit wollte die Maschinenindustrie eine unterirdische Atomanlage an der ETH realisieren
»In der Nachkriegszeit wollte die Maschinenindustrie eine unterirdische Atomanlage an der ETH realisieren
»
Diskussion
auch zukünftig Steuergelder für den sicher nicht
billigen Fassadenunterhalt dieses nicht einmal
60 Jahre alten und an einen überdimensionierten
KZ-Krematorium-Kamin erinnernden Auspuff-
turm ausgeben zu können.
Mit freundlichen Grüssen an den Heimatschutz.
Der Plan einer nuklear betriebenen Zentralheizung
zeigt, wie futuristisch einzelne Institute der ETH
bereits damals orientiert waren. Es wurde wirklich an
alles gedacht, auch wenn der zusätzlich zum Notausgang
in den SBB-Tunnel geplante Fluchttunnel zum
rettenden Limmatwasser aus heutiger Sicht
rührend wirkt.
Man scheint schon damals geahnt zu haben, dass
die Sache nicht ganz unproblematisch war,
glaubte jedoch, mit Fluchttunnel und Zubetonieren à
la Lucens liessen sich allenfalls auftauchende
Probleme erledigen.
Und wie uns Dolphin erinnert, ist im komplett atomlosen Basel das Kraftwerk Fessenheim nur 50 km weg. (Der Ruedi Rechsteiner hat sich die Haare gerauft nach dem Unbedenklichkeits-Urteil des französischen Verwaltungsgerichts). Dafür will der Denkmalschutz die schönen Ziegeldächer nicht mit Solarpanels verschandeln.
Aber ich sage ja, s Weggli und dr Batze...
Weggli nonig, mir müend halt äno
s'Umegäld ha ;-)
Die grösste Gefahr an jeder heiklen Technologie ist NICHT die Technologie selbst.
Die grösste Gefahr sind immer die Dubelen, die diese Technologie betreiben; von der politischen Willensbildung und der Konzeption am Anfang bis hin zu Krisenmanagement beim Zusammenbruch.
Nicht wahr?
Ein kleiner Text dazu:
http://textepollert.wordpress.com/2011/0 3/02/achim-h-pollert-dumm-aber-nett/
Die mit der Verwendung einer folgenschweren und
weiträumig wirkenden Risikotechnologie
einhergehenden Anforderungen dürften eigentlich das
fachliche und vorstellungsmässige Niveau der Planer
und Bediener, zuweilen auch Intelligenz genannt, zu
keinem Zeitpunkt überfordern.
Sie tun es aber:
http://facts.ch/articles/5291118-interne s-papier-regierung-erwagt-strengere-vors chrift#comment_anchor_23103
So lange das UVEK ein Restrisiko ausschliesslich von der
Frage des damit verbundenen materiellen Schadens aus
betrachtet und auf Naturereignisse reduziert, braucht man
ob der bestehenden Situation nicht erstaunt zu sein. So im
von dolphin69 erwähnten Dokument nachzulesen:
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/0 0474/00492/index.html?lang=de&msg-id=263 34
Ähnlich materiell focussiert tönt es in einem Artikel von Felix
E. Müller in der letzten NZZ am Sonntag: «...beim Bruch etwa
der Staumauer Grande Dixence. Hätte die Flutwelle. die
sich in einem solchen Fall ins Rhonetal ergiessen würde,
ihr Zerstörungswerk vollendet, könnte mir dem Wiederaufbau
von Sion begonnen werden. Bei einer AKW-Katastrophe
dagegen baut sich die radioaktive Strahlung nur langsam ab...»
Ob die aus aktuellem Anlass erfolgte Aussage der
Départements-Vorsteherin Leuthard «Die Sicherheit und
das Wohlergehen der Bevölkerung haben oberste Priorität»
ein Umdenken andeutet, wird sich zeigen.
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