20/02/2008 06:00
Bloss Worte? Obamas Ergebnis spricht für sich
Eine frohe Botschaft für die Freunde des treffenden Worts. Obama gewinnt Wisconsin deutlich und Hawaii noch deutlicher. Und das trotz des zuletzt massiven Clintonbashings ("Bloss Worte", "Plagiator!").
Vielleicht sollte Clinton mal etwas sinnieren: "Bloss Worte" sagt man, wenn jemand auf Worte keine Taten folgen lässt, oder wenn jemand mit Worten bewusst und böswillig die Realität verdreht. In einer Präsidentschaftskampagne, wo es um die besseren Worte geht (ja, die gibt es), geht das Argument nach hinten los.
Wenn man in einer Diskussion dem Gegner argumentativ unterliegt, dann ist die Formel "Bloss Worte" *bloss* das Siegel des schlechteren Redners, und damit des schlechteren Denkers, des schlechten Verlierers. Ja, Worte sind Ausdruck des Denkens, und klare Worte sind Ausdruck eines klaren Denkens, inspirierende und mitreissende Worte sind Ausdruck eines virtuosen, kraftvollen Denkens.
Indem Clinton auf Obamas perfekte Antwort "I have a dream - just words?" schnippisch "Dieser Satz stamt nicht von ihm, sondern von seinem Freund, er ist ein Plagiator!" keifte, hat sie sich auf die argumentative Ebene eines Erstklässlers gebracht.
Wenn dann noch jeder weiss, was für ein legendärer -- oder solte man sagen: blendender? -- Wortverdreher ihr mitamtierender Mann ist ("I did not have sex with this woman", "I didn't inhale"), dann wundert es einen kaum, dass Wisconsins und Hawaiis Wähler dieser Schmierkampagne eine schallende Ohrfeige erteilt haben. Wisconsin: Obama 58%, Clinton: 41%. Hawaii: Obama 75%, Clinton: 24%. Next Please.
Vielleicht sollte Clinton mal etwas sinnieren: "Bloss Worte" sagt man, wenn jemand auf Worte keine Taten folgen lässt, oder wenn jemand mit Worten bewusst und böswillig die Realität verdreht. In einer Präsidentschaftskampagne, wo es um die besseren Worte geht (ja, die gibt es), geht das Argument nach hinten los.
Wenn man in einer Diskussion dem Gegner argumentativ unterliegt, dann ist die Formel "Bloss Worte" *bloss* das Siegel des schlechteren Redners, und damit des schlechteren Denkers, des schlechten Verlierers. Ja, Worte sind Ausdruck des Denkens, und klare Worte sind Ausdruck eines klaren Denkens, inspirierende und mitreissende Worte sind Ausdruck eines virtuosen, kraftvollen Denkens.
Indem Clinton auf Obamas perfekte Antwort "I have a dream - just words?" schnippisch "Dieser Satz stamt nicht von ihm, sondern von seinem Freund, er ist ein Plagiator!" keifte, hat sie sich auf die argumentative Ebene eines Erstklässlers gebracht.
Wenn dann noch jeder weiss, was für ein legendärer -- oder solte man sagen: blendender? -- Wortverdreher ihr mitamtierender Mann ist ("I did not have sex with this woman", "I didn't inhale"), dann wundert es einen kaum, dass Wisconsins und Hawaiis Wähler dieser Schmierkampagne eine schallende Ohrfeige erteilt haben. Wisconsin: Obama 58%, Clinton: 41%. Hawaii: Obama 75%, Clinton: 24%. Next Please.







Diskussion
Tatsache ist wohl: Obama bietet den grösseren Gegensatz zum Vietnamveteranen als Hillary (ja, das ist noch möglich) und hat damit noch die besseren Chancen. Und ich glaube, dass auch dies für die Wähler eine Rolle spielt.
Diese Welt ist durch Worte schon verändert worden. Und Worte sind schon immer so gefürchtet worden, dass mit Kugeln darauf reagiert wurde. Die 60erJahre in Amerikas Politik sollen, bitte, bitte, in dieser Hinsicht nicht wieder auferstehen.
Dann werden wir sehen, was mit den Worten kommt. Dabei ist es bedeutsam, dass dies auch immer von den Zuhörern abhängt: Fassen sie vertrauen und packen sie in der Folge ihr Leben selbst auch mit neuem Enthusiasmus an.
I have the dream they will do it.
Go for it.
"Today, the people of Wisconsin voted overwhelmingly in favor of a new kind of politics.
They rejected an onslaught of negative attacks and attempts to distract them from the common concerns we all have about the direction of our country.
No doubt we'll hear much more of these attacks and distractions in the days to come.
But the noise of these tired, old political games will not drown out the voices of millions calling for change."
Ein rhetorischer Diego Armando Maradona.
Auch wenn Barack Obama in seinen viele populistisch-anmutenden Reden öfter mal verneint, so sehen das seine Berater doch etwas anderst!
Hier schön nachzulesen: "Contrasting Issues
While some of Obama’s key advisors, like Larry Korb, have expressed concern at the enormous waste from excess military spending, Clinton’s advisors have been strong supporters of increased resources for the military.
While Obama advisors Susan Rice and Samantha Power have stressed the importance of U.S. multilateral engagement, Albright allies herself with the jingoism of the Bush administration, taking the attitude that “If we have to use force, it is because we are America! We are the indispensable nation. We stand tall, and we see further into the future.”
While Susan Rice has emphasized how globalization has led to uneven development that has contributed to destabilization and extremism and has stressed the importance of bottom-up anti-poverty programs, Berger and Albright have been outspoken supporters of globalization on the current top-down neo-liberal lines.
Obama advisors like Joseph Cirincione have emphasized a policy toward Iraq based on containment and engagement and have downplayed the supposed threat from Iran. Clinton advisor Holbrooke, meanwhile, insists that “the Iranians are an enormous threat to the United States,” the country is “the most pressing problem nation,” and Iranian President Mahmoud Ahmadinejad is like Hitler." aus http://www.globalresearch.ca/index.php?c ontext=va&aid=8113
Oder auch schön nachzulesen unter "The two faces of Barack Obama":
http://www.globalresearch.ca/index.php?c ontext=va&aid=8073
Weiter sollte man nicht verkenne, dass es bei den Republikaner ein Interesse gibt, resp. Strategier, damit McCain gegen Hilary Clinton kämpfen muss!
"Hilary's List:": http://www.globalresearch.ca/index.php?c ontext=va&aid=8036
Nicht das ihr mich jetzt falsch versteht, ich bin ein totaler Gegner der Repubikaner und hoffe, dass die schlimmer Bush-Regierung abgelöst wird durch die Demokraten, doch darf man auch dabei eben nicht vergessen, dass auch die Demokraten fast die gleichen Interessen vetreten, wie die Republikaner und es da nicht einen totalen Wechsel gibt, wie viele hier vermuten!
Eine wirklicher Neuerung wäre, wenn sich die amerikanische Demokratie endlich reformieren würde, in dem man nicht "nur" zwei Parteien hat, die sich ziemlich ähneln!
Ja es wird wohl ein Traum bleiben, denn eben die amerikanische Politik hat ihre eigenen Gesetze!
Wir sehen weder die reale Clinton noch den realen Obama.
Was den rhetorischen Glanzleistungen der Redenschreiber beider Seiten für Taten folgen, wird sich erst nach der Wahl erweisen.
Ich bin kein Phantast. Die Realität wird vieles gerade rücken. Und das ist, mit Verlaub, auch gar nicht so schlecht. Dennoch, glaube ich, geht es um mehr als Rhetorik. Sollte Amerika sich und der Welt tatsächlich beweisen, dass jetzt und hier ein Barack Obama als Präsident möglich ist, so wird ein Zeichen gesetzt.
Und dass man im Irak nicht einfach die Zelte abbricht, dafür wird der Realismus geschaffener Sachzwänge schon sorgen.
Ich glaube aber auch, dass trotz allem Brimborium die Wähler sehr wohl ein Gefühl dafür kriegen, welche Persönlichkeiten in den Figuren des Wahlkampfs stecken.
Der Beraterstab insbesondere von Obama ist tatsächlich sehr unterschiedlich und breit ausgerichtet. Das bedeutet aber nicht Beliebigkeit, sondern vielmehr das Abbild der Komplexität der Probleme.
Sicher wäre ein Schwarzer oder eine Frau als Präsident ein Zeichen, das vor 10 Jahren noch kaum jemand für möglich gehalten hätte. Dass die Hautfarbe oder das Geschlecht noch keine Garantie für eine andere/bessere Politik sind, ist aber auch spätestens seit Condoleezza Rice bekannt.
Als ich in den USA gelebt habe (ist schon ein Weilchen her), habe ich so einen Vorwahlkampf mal aus der Nähe erlebt und bin vielleicht deswegen ein bisschen desillusioniert, auch, was das Differenzierungsvermögen bzw. den Differenzierungswillen der Masse der amerikanischen Wähler angeht. Da geht es eben häufig nur um Schlagworte ("change") und Geschlecht, "Rasse" und "Patriotismus".
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