04/04/2011 10:37
Sarkophag als letzter Ausweg
Der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima 1 will radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer lassen. Derweil wird der Plan, die Reaktoren des Kraftwerks zu versiegeln, immer wahrscheinlicher.
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Diskussion
Ein Sarkophag soll den Zweck erfüllen, welchen
in der eigentlichen, zur Beruhigung des
Publikums geprägten, Bedeutung des Wortes,
das Containment erfüllen müsste.
(continere = lateinisch 'gefangen halten')
Der in einem Kommentar gefundene Vorschlag ,
um das containment jedes neuen AKWs präventiv
einen Sarkophag zu bauen, würde dem A-Strom aber
seinen bisherigen Preisvorteil nehmen. Der Aktienkurs
von Holcim könnte andererseits durchaus davon profitieren...
Dazu muss man zwei Dinge wissen: 1) Der Begriff „Natur“ existiert in der japanischen Sprache nicht und kommt auch in den japanischen Köpfen sozusagen gar nicht vor und
2) Früher, zu Zeiten des kalten Krieges hat man Botschafter schon wegen ganz geringfügigen Dingen zum Teufel gejagt… (Herr Botschafter: In Fukushima, nahe der Meeresküste ist grad eine Verwaltungsstelle frei geworden ….hätten sie da Interesse?)
Eben erfahre ich, dass die Sache mit dem Sarkophag
auch nicht hinhaut: Der in Tschernobyl lecke trotz
permanenter Nachbesserung und Geld für einen neuen
sei nicht vorhanden.
Das deutet darauf hin, dass die Sarkophagmethode nur
so lange gut ist, als um den alten Sarkophag immer
wieder ein neuer Sarkophag gebaut wird, ein
umgekehrter Matrjoschka-Design sozusagen.
Bei uns im Westen könnte das natürlich nicht passieren.
Schmidheinys Sarkophage dichten besser ;-)
Es sollen ja nur etwa 3% des strahlenden Materials verblieben sein, da der Rest schon bei der Explosion verduftet ist. Der alte Meiler wurde deshalb auch zu einer Touristenattraktion vermarktet. Eine deutsche Dokumentation hat - etwas dramaturgisch aufgepeppt - gezeigt, wie es darin aussieht.
(Verräterisch fand ich den lahm vor sich hin tickenden Alarmdosimeter, was auf ganz schwache Hintergrundstrahlung schliessen lässt). Wenn jetzt das Teil also nicht dicht ist, spielt es gar keine Rolle, da kaum mehr Strahlung vorhanden ist. In diesem Beitrag wird auch festgestellt, dass nach den schon geflossenen 500 Mio. Euro nochmal soviel aus der EU fliessen sollen für die neue Überdachung, obwohl dort kein Mensch arbeitet. Wohin das Geld also fliesst, wissen nur die alten Apparatschiks. (Trittin meint lakonisch, es sei Sache der Bank, den Empfänger zu prüfen).
Paul Seaman sieht hierin eine geschickte Strategie, um durch mediale Schauermärchen an Hilfsgelder zu kommen. Das scheint sogar plausibel, wenn man sich die katastrophale wirtschaftliche Situation in Russland, Weissrussland und Ukraine 1989 bei Zusammenbruch der UdSSR vorstellt. Da liessen sich durch einfaches Ausfüllen von Formularen ganze Dörfer ernähren. Das war zwar hilfreich, aber aus dem falschen Grund. Da es aber schon so lange geklappt hat, lässt sich diese Strategie offenbar weiterführen. Es muss sich irgendwie auch auszahlen, die German Angst am köcheln zu halten...
Beton ist bestens geeignet, schwach bis mittelaktive Abfälle einzuschliessen. Dort spricht man von einer Wärmeabgabe im Milliwattbereich bis wenige Watt.
Wenn wir nun uns erinnern, dass die Reaktorkerne dazu ausgelegt wurden, Leistungen im MEGAWATT-Bereich zu erzeugen, sollten sich bei Lesern, die das 1x1 grob beherrschen, das erste Mal die Nackenhaare aufstellen …. Abgesehen davon, dass Beton, wenn er mit sehr starker Strahlung „beschossen“ wird, schon Richtung Zerbröseln neigt, ist es die nicht abführbare Wärme, die ihm den Rest gibt. Theoretisch könnte man eine Kernschmelze (bei der alle hoffen und beten, dass es lediglich eine Teilschmelze ist) durch geeignete Metall-Legierungen (deren Schmelzpunkt tiefer ist als derjenige der Kernschmelze) zu verdünnen versuchen – allerdings hat fast niemand praktische Erfahrungen mit Kernschmelzen, ein paar Spezialisten von Tschernobyl und Three Miles Island mal abgesehen (ich traue allerdings den Russen, den Amis und sogar Frankreich und GB zu dass sie kleine Kernschmelzen im militärischen Bereich schon hatten, aber die werden sich alle hüten, die Öffentlichkeit aufzuschrecken…). Aufgrund der Hitze, der intensiven Strahlung und der komplizierten Bauweise von Reaktoren kommt man auf die einmal begonnene Kernschmelze gar nicht zu. Gemäss dem flapsigen Ausdruck „China-Syndrom“ schmilzt sich die Kernschmelze nach unten durch und zerstört eigentlich alles, was ihr nach unten irgendwie im Weg ist (der Ausdruck beschreibt die etwas dramatische Annahme, dass die Kernschmelze durch den Erdmittelpunkt geht und auf der andern Seite in China rauskommt, was sehr viel mit Fantasie und wenig mit Physik zu tun hat). Selbst an einer „offene“ Kernschmelze wäre ein arbeiten nicht möglich, da könnte man nicht mal erfahrene Stahlgiesser als Liquidatoren hinschicken…. Also lautet das Rezept „man nehme einige Tausend Tonnen besten Fertigbeton und baue im Zwiebelschichtsystem entsprechende Deckel drauf“ – was alles andere als HiTec darstellt aber es gibt ja keine besseren Ideen – bis heute.
Betreffend Tschernobyl ist auch zu vermuten, dass die politsichen Kräfte weit stärker wirken als die physikalisch messbare Strahlung ausserhalb des Sarkophags ....
Ja, es ist traurig, dass man heute keiner Information
mehr trauen kann. Selbst Schlüsse ziehen, wie Du es
anhand der schwachen Hintergrundstrahlung gemacht
hast, bringt was. Aber wer kann schon alles nachmessen
und nachrechnen.
Kürzlich habe ich einen Artikel gelesen, in welchem stand,
die CO2 Problematik sei eine epochale Lüge. Wie soll ich
nun nachmessen und nachrechnen, ob es stimmt, was in
jenem Artikel gesagt wurde, dass nämlich die Menge des
täglich von aktiven Vulkanen produzierten CO2 die Menge
des in einem Jahr durch Industrie und Verkehr produzierten
CO2 übersteige.
Wahr ? Nicht wahr? Halbwahr?
Atomkraftwerke sind "Dreck" auf zweierlei Art:
1 Wegen der Strahlung und der Umweltverschmutzung, die sie erzeugen, insbesondere, wenn alle 25 Jahre ein "Jahrtausend-Super-Gau" eintritt.
2 Weil sie dafür sorgen, dass die, braven, regierenden und viele Bürger uns die Hucke voll lügen und zu faschistischen Methoden greifen, um uns zu "schützen". Man "schützt" den Bürger nicht nur vor der Sauerei, die diese Reaktoren verursachen sondern, auch noch vor der Wahrheit, über diese Sauereien.
Keine Technologie, die dazu führen kann, dass ganze Landstriche "evakuiert" werden müssen, darf von einer verantwortungsbewussten Regierung erlaubt werden. Wir haben nicht nur die Verantwortung für die Menschen, sondern auch für Tiere und für unsere Welt.
Wir sind dabei alles zu versauen indem wir uns wie die Kaninchen vermehren. Noch vor ein paar Monaten haben die Leute "gejammert", dass die schweizerische Bevölkerung "schrumpft" ... jetzt wird zugegeben, dass sich die Bevölkerung, in Wirklichkeit, bereits um 25% vergrössert hat und dass sie sich in absehbarer Zeit verdoppeln wird. All dies braucht einen Haufen Energie und es ist deshalb doch ziemlich absurd, wenn man hofft, dass sich der Energieverbrauch, wirklich, verringern wird.
Selbst Menschen, wie ich, die sich seit Jahrzehnten mit "Energieverbrauchsoptimisierung" beschäftigen, haben keinerlei Lösung, um den durch den Bevölkerungswachstum erzeugten zusätzlichen Energieverbrauch, zu kompensieren. Alles was mir dazu einfällt ist, dass man versuchen muss, dass jeder Einzelne dafür sorgen muss, dass er nicht mehr Energie verbraucht, wie er selbst produziert. In einem Land wie in der Schweiz, wo über 80 % der Menschen in Mietobjekten wohnen, ist das sehr schwer umzusetzen. Man kann höchstens "positivieren" und sich sagen, dass Energieproduktion, in kleinen Gruppen, effizienter ist, als wenn das jeder alleine bei sich zu Hause macht. Das führt dann aber zu einer Gesellschaft, wo sich kleine Gruppen gegenseitig kontrollieren und bevormunden ... und auch dies ist nicht wirklich mein Wunsch.
Langfristig kann man das Energieproblem nur damit in den Griff bekommen, dass man dafür sorgt, dass die Bevölkerungszahl stark schrumpft.
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