27/02/2008 09:48
Wo bleibt die Schweizer Seele?
Unter dem Druck der Globalisierung ist die Schweiz im Begriff, ihre alte alemannisch-keltische Seele auf dem Altar des Fortschritts zu opfern. Von 3′100 Schweizer Professoren an Schweizer Hochschul... »







Diskussion
Und das ist das Hauptproblem der Schweiz, dass man auf dem Papier eine Gleichberechtigung hat, doch schaut man genauer hin sind das mehr als nur Worthülsen!
Wenn ich den Mittelbau in den Geisteswissenschaften betrachte, scheinen mir die Frauen sehr gut vertreten zu sein, dass sie es dann nicht in Professuren schaffen hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass zwischen 30 und 40 die Entscheidung für die Familie fällt. In dieser Zeit verschwinden auch Nicht-Akademikerinnen für kurze Zeit aus dem Arbeitsprozess. Nicht immer verlaufen Schwangerschaften so, dass die Frau bis zum letzten Tag arbeiten kann und gleich nach der Geburt wieder einsteigen kann. In meiner Umgebung sehe ich einige promovierte Frauen, die dann trotz Angeboten nicht habilitieren. Um bei den Professuren 50/50 zu erreichen (ein absurdes Ziel) wird man im Mittelbau 70/30 zugunsten der Frauen machen müssen, was eine eklatante Diskriminierung des männlichen Nachwuchses darstellen würde.
Was dann wieder (und nun kommen wir fast vom Thema ab) bedeutet, dass die moderne Schweizer Familie auslaendische Pflegemuetter anstellen sollte, statt auslaendische Professoren, damit moeglichst viele Schweizer eine Unikarriere (was soll daran eigentlich so toll sein? Vorlesungen halten?) machen koennen. Fuer die, die Karriere aus Geldgruenden machen: billige Pflegemuetter, fuer die, die Karriere aus reiner Selbstverwirklichung anstreben, teuere Pflegemuetter. Wir fordern: Karriere fuer alle!
Fuer Kinder sind freilich grosse Familien das Beste, was es gibt. Aber von grossen Familien sprechen wir lieber erst gar nicht, wenn wir uns schon kaum ein Kind leisten koennen. Wieso eigentlich? Wieso kann man sich in den reichen Laendern keine Kinder mehr leisten? Wegen der Karriere? Warum sind die wenigsten verwirrt, wenn sie solche Fragen hoeren? Warum denken viele, "ach nein, ist doch alles klar."
Beide "Alles-klar"-Lager (die back-to-the-future-Freunde wie auch die Karriere-durch-Krippe-no-problemo-Fraktion) sehen nicht, dass wir uns und unsere Kinder da in ein existenzielles Dilemma reingesteuert haben, das man mal ganz grundsaetzlich ueberdenken sollte. Ich hab keine Loesung, aber vielleicht muesste man da mal philosophieren statt politisieren.
Da ich selber mit einer schönen Nordländerin liiert bin und mit ihr 3 Kinder haben, fühle ich mich wohl als Vater, der eben Vater und Liebhaber zugleich sein darf;-)
Ich hoffe das ich jetzt nicht wieder mit polemischen Neidkommentaren überhäuft werde!;-)
http://www.dia-vorsorge.de/downloads/df0 10209.pdf
...aber so super viel superer ist das nicht. Und egal, was fuer ein Donnerskerl der Willy auch ist, das Problem hat er sicher nicht geloest, indem er nach Norden zeigt.
Und wenn man schon bei Zahlen ist: es gibt haufenweise Statistiken über die hohe Erwerbsquote der Frauen in der Schweiz. Trotzdem wird seit Jahrzehnten immer wieder die gleiche rückständige Diskussion über die Notwendigkeit von Krippen und über die Rolle des Staates in der Kindererziehung geführt. Wie viele Anläufe waren nötig, bis die Mutterschaftsversicherung "vom Souverän Volk" gutgeheissen wurde? Was ist mit den horrenden Krippengebühren, die sogar vorhandene Krippenplätze leer lassen? Da kann man so lange über "Gebärfreudigkeit" oder globalisierte Kindermädchen reden wie man will.
Natürlich soll die Schweiz, Schweiz bleiben, doch haben sich ähnliche Länder immer gegenseitig berreichert und in der Familienpolitik könnte die Schweiz viel von Schweden und den anderen nordischen Ländern lernen!
www.sweden.se/upload/Sweden_se/german/fa ctsheets/SI/Gleichstellung_in_Schweden_T S82n_Low.pdf
Ob es uns passt oder nicht.
Ob wir in der EU sind oder nicht.
Der Markt wird es schon richten.
Was ich mit Argusaugen betrachte, ist die Auslagerung ganzer Informatik-Abteilungen nach Indien.
Aber was solls.
Wenn es nicht klappt, wird das ganze halt später wieder rückgängig gemacht.
Dies wird leider so kalkuliert.
3 Kinder find ich spitze, ich sehe hier (in Japan) einfach keine Moeglichkeit, wie wir das mit doppelter Anstellung hinkriegen sollen (meine Frau will zwar Kinder, will aber "keinesfalls zu Hause bleiben"). Sie ist PM bei einer grossen Gamefirma. Angestellt sein ist in Japan eine schlecht bezahlte, zermuerbende, und vor allem eine frustrierende Angelegenheit. Sie zieht diesen frustrierenden Alltag in einem deprimierenden grauen Buero mit seinen kafkaesken Mechanismen aber dem Hausfrauendasein unbedingt vor, weil sie "sonst nicht wuesste, was tun". (Ich bin nicht angestellt, aber eine eigene Firma ist so viel ich weiss ja auch nirgends ein Honigschlecken).
Und das meine ich mit "existenziell". Weil die Arbeit so viel Zeit und den ganzen sozialen Raum einnimmt, existiert keine Familie mehr. Wir haben sie weggearbeitet. Eine Mutter mit Kind fuehrt in Tokyo eine Randexistenz. In der Schweiz ist es wohl nicht so arg, aber das Problem ist doch da. Im Norden ist vielleicht alles super. Hier nicht. Und in der Schweiz auch nicht.
Nun, so viel ich verstehe, muesste sich "die Gesellschaft" und unsere Lebensform am Norden ein Beispiel nehmen ohne ihre (ja v.a. protestantische und das heisst arbeitsvergoetternde) Eigenheit zu verlieren. Okay. Da haben wir die philosophische Situation. Erlaeutern sie doch das Beispiel etwas mehr. Was ist genau anders?
Warum ist dies in osteuropa oder den skandinavischen Ländern anders? In Osteuropa hat der Staat die Kinderversorgung gänzlich übernommen, es gab ja keinen Familiären Privatbesitz mehr, der vererbt, gehegt und gepflegt werden musste. In den skandinavischen Ländern herrschen noch germanische Gemeinschaftvorstellungen, die unseren Schweizerischen nicht unähnlich sind (uerte etc. sozialdemokratisches "Volksheim") die verbunden mit der lutherischen Konfession dafür sorgten, dass ein Vertrauen in gemeinschaftlichen Lösungen bestand (anders als in Italien etwa) und auch die Geschlechterrollen ähnlicher ausgestaltet wurden (Bsp. Frauen auch als Pfarrerinnen).
Ich finde, die Schweiz sollte sich nicht mit osteuropäischen Lösungen vergleichen, sondern eher mit skandinavischen. Allerdings ist die Staatsquote in Skandinavien, gerade wegen dieser Rundumversorgung durch den Staat viel höher als in der Schweiz. Und die konservativen Schweizer haben ein grosses Problem, mehr Steuern zu zahlen um Kinder fremdbetreuen zu lassen.
Nein aussterben werden wir nicht. Es stellt sich die Frage, ob ihre Enkel noch in unserem freiheitlichen Rechtssystem leben werden, oder ob wir durch demografischen Druck und demokratische Veränderungen schon die Scharia eingeführt haben werden. Natürlich kann der Westen beschliessen zu einer Kinderadoptionsgesellschaft zu werden und Wagenladungen von Indern auf aufzuchtwillige Ehepaare zu verteilen. Dass wir halbwüchsige Jugendliche integrieren müssen, kostet schliesslich die Gesellschaft auch sehr viel. Integration über Adoption ist einfacher. Nur wer keine Kinder will, wird auch nicht welche adoptieren wollen.
Marianne
Du hast "nur" detailiert von Deiner Frau geschrieben, was wärst Du denn bereit für eine evtl. Vaterschaft aufzugeben, zu machen od. zu ändern? Würdest du auch zu Hause bleiben? Oder bist du der Meinung das wäre immer noch "nur" Sache der Frau/Mutter?
Was den Elternurlaub angeht, so bezahlt in Schweden der Staat die Hälfte, die andere Hälfe wird dem Arbeitnehmer belastert, der Arbeitsplatz ist immer gesichert, egal ob nun die Mutter oder der Vater den Elternurlaub nimmt.
Hier ein Auszug, wie das geregelt wird:
"Elternversicherung und Elternurlaubsgesetz Das Elterngeld wird bei der Geburt eines Kindes oder der Adoption über einen Zeitraum von insgesamt 480 Tagen gezahlt. Es unterliegt wie auch andere Einkommen der Steuer und ist rentenversicherungspflichtig. 390 der 480 Tage entspricht die Leistung der Höhe des so genannten Krankengelds, d.h. 80 % der für die Berechnung des Krankengelds zugrunde liegenden Einkünfte (SGI), das in der Regel dem aktuellen Jahreseinkommen entspricht. Der Höchstbetrag des Elterngelds beläuft sich auf 874 SEK/Tag.
Für die restlichen 90 Tage erfolgt die Auszahlung in Höhe eines festen Tagessatzes von 180 SEK pro Tag für Kinder, die nach dem 1. Juli 2006 geboren sind. Jeder Elternteil hat 60 Tage, die nach
dem jeweiligen SGI fällig werden können und eigens für sie reserviert sind. Diese Tage werden häufig Mamma- bzw. Pappamonat genannt und können nicht an den anderen Elternteil abgetreten werden. Ein Vater eines Neugeborenen kann im Zusammenhang mit der Geburt seines
Kindes neben dem Elterngeld noch für zehn Tage zusätzlich Leistungen in Form von vorübergehendem Elterngeld beziehen. Bei der Geburt von Zwillingen erhöht sich dieser Anspruch der Väter auf 20 Tage. Adoptiveltern können eineinhalb Jahre ab dem Zeitpunkt, zu dem das Kind in ihre Obhut kam, von der Arbeit befreit werden."
«Ich stelle mir die Frage:
Haben die Schweizer zu wenig Zukunftswille das dieses riesige Luxus-Ferienresort von einem ägyptische Geschäftsmann Namens Samih Sawiri gebaut werden muss/kann.
Kann kein Schweizer Investor auf solche eine Idee kommen und die nötigen Finanzen aufbringen.
Oder hat dieser Ägypter ganz einfach die Schweiz und damit das Andermatt-Hotelprojekt im besonderen, falsch eingeschätzt...
Ganz zu schweigen ob das Projekt dann auch irgendwann wirklich realisiert wird. Oder bleibt am Schluss eine riesige Baugrube ohne Aussicht auf Fertigstellung.»
Äh, ja, das sind natürlich berechtigte Zweifel und das obige ist ein weiterer Beweis für den hier auch zitierten Copy-Paste-Journalismus. Es kommt halt nur drauf an, das am richtigen Ort hinzupasten.
Völkisches Geschwurbel übelster Sorte. Beweist zweierlei: Erstens, der Klaus J. hat seinen Zenith in der Tat bereits deutlich überschritten. Zweitens sehe ich mich wieder einmal in meiner völlig subjektiven Meinung bestätigt, dass Eingebürgerte oftmals grössere Ressentiments gegenüber Ausländern hegen.
Aber bitte, wer seine Söhne wegen den Castro Bros. Fidel und Raoul nennt...
Angehörige verschiedener germanischer Stämme, die am römischen Limes aufliefen und ihn schliesslich plattmachten. So lautet zumindest eine Theorie. Auch heute kommen die Angehörigen der Stämme welche die Mauer zum besseren Leben plattmachen teils noch immer aus Germanien, aber auch aus Afrika und Asien. Dies bringt gewisse Probleme mit sich, gereicht aber gesamthaft auch uns zu besserem Leben.
Habe trotz dieser angeblich feindlichen Rahmenbedingungen 4 Kinder und der einzige "Nachteil", der erkennbar wird ist, dass ich weniger auf der Seite habe als meine kinderlosen Altersgenossen. Dafür 4 tolle Freunde mehr fürs Leben. Ausserdem habe ich zeitweise Hausmann gemacht, waschen, kochen, putzen, trösten, lachen, spielen dürfen und trotzdem meine eigene berufliche Perspektive wahrnehmen können. Meine Frau auch. Das geht in der Schweiz. Wenn man die Rahmenbedingungen noch verbessert, geht es noch besser.
Ausserdem driftet die Diskussion massiv ab. Da sollte ein Moderator eingreifen.
Der zur Diskussion stehende Artikel dreht sich ja eigentlich um Deutsche und ihren Einfluss aufs Schweizertum.
Stattdessen wird die 100ste Diskussion über Frauen&Kinder&Arbeit vom Zaun gerissen. Das kann doch nicht sinnvoll sein.
Wenn man woanders einkaufen muss, dann fehlt im eigenen Sortiment was. Ist doch nichts neues. Und nichts weltbewegendes.
Wem das patriotisch gesehen nicht liegt, der sollte sich mit grossem Schuh das eigene Bildungs- und Sozialsystem vorknöpfen, und wenn da nichts zu holen/machen ist, dann entweder mit dem zufrienden sein was das eigene Land liefern kann (und dies kund tun oder eben still sein). Oder woanders den Kram besorgen.
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