Katholisch-islamische Kritik an Wiederveröffentlichung von Mohammed-Karikaturen

Führende Dialog-Vertreter des Vatikan und der Kairoer Al-Azhar-Universität haben die erneute Publikation von Mohammed-Karikaturen scharf verurteilt. Meinungsfreiheit könne niemals eine Verletzung religiöser Gefühle rechtfertigen, heisst es in einer gemeinsamen Erklärung des katholisch-islamischen Dialog-Komitees, dessen Wortlaut der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte.

Die ständige Arbeitsgruppe hatte Anfang der Woche unter Leitung von Scheich Abd el-Fattah Alaam und Kurienkardinal Jean-Louis Tauran in Kairo ihre Jahrestagung gehalten. Das Komitee wandte sich gegen eine «wachsende Zahl von Angriffen gegen den Islam und seinen Propheten sowie andere Angriffe gegen Religion». Gläubige dürften nicht zum Ziel von Provokationen werden. Auch religiöse Symbole seien zu respektieren. Zugleich appellierten die Vertreter des Vatikan und der islamischen Hochschule an die Medien, gegenüber einem Missbrauch der Meinungsfreiheit für Religionsbeleidigung wachsam zu sein. Presse, Radio und Fernsehen in allen Ländern sollten sich jeder Form von Extremismus entgegenstellen und zu Respekt ermutigen. Mitte Februar hatten zahlreiche dänische Zeitungen eine der Mohammed-Karikaturen abgedruckt, die schon vor zwei Jahren Anlass für schwere Proteste unter Muslimen waren. Die Blätter reagierten damit auf bekannt gewordene Mordpläne gegen den Karikaturisten der Zeitung «Jyllands-Posten»(RNA).
 
 
 
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