06/03/2008 21:06
Der soeben zu Ende gegangene Dok-Film des SF über die Bundesratswahl vom 12. Dezember 2007 hat eines sehr deutlich gezeigt:
Mit Ursula Wyss verfügte die SP dieses Mal über eine wirkliche Strategin. Kein Vergleich mit dem naiven Agieren einer Hildegard Fässler vor vier Jahren. Und auch der Support aus der CVP war dieses Mal von ganz anderem Kaliber.
Der Film dokumentiert ein Lehrstück schweizerischer Machtpolitik - im konkordanziellen Rahmen unseres Demokratie-Systems.
Mit Ursula Wyss verfügte die SP dieses Mal über eine wirkliche Strategin. Kein Vergleich mit dem naiven Agieren einer Hildegard Fässler vor vier Jahren. Und auch der Support aus der CVP war dieses Mal von ganz anderem Kaliber.
Der Film dokumentiert ein Lehrstück schweizerischer Machtpolitik - im konkordanziellen Rahmen unseres Demokratie-Systems.







Diskussion
Ich bin froh, dass BRB weg ist. Im Sinne von einer transparenten Medienberichterstattung müsste man aber die Rolle des Schweizer Fernsehens schon auch hinterfragen…
"Blocher" wurde von vielen etwas verdrucksten "linken Männern" offensichtlich als "reinigendes Gewitter" betrachtet, das gar nicht so schlecht sein könne. Diese Stimmung und Geistesverfassung der schreibenden Intelligenz in der Schweiz gälte es mal mit offenenm Visier anzugehen. Der billige Anti-SVP-Reflex droht sonst einfach eine Allianz der verdrucksten und verzagten zusammenzuhalten.
Anscheinend ist das gewissen SF Redaktoren aufgefallen und nach dem SVP-Sieg bei den Wahlen, wollten die da was wiedergutmachen bei der SP und Co. und brachten eben dieses Blocherische-Verdummungs-Brudervideo, doch auch dabei darf nicht vergessen werden, dass die "nur" die Meinung dieses Blocher-Bruders wiedergeben haben, also somit journalistisch gehandelt haben!
Und das Evelin-Widmer Schlumpf vom Fernsehen begleitet wurde hat damit zu tun, dass halt angebliche heimliche Strategien immer durchsickern, denn auch bei den SP-Strategen gibt's Medienspezialisten, die genau wissen, wann sie den diversen Medien einen Hinweis geben und wann nicht!
Ja, ich wäre auch dafür, dass man mal über gewisse Dinge, die das Schweizer Fernsehen so macht diskutieren könnte, denn die sind ja seit ein paar Jahren, nur noch am kopieren Dritter und das machen die z.T. richtig mies! Schaut man sich z.B. an, woher sie die Beiträge haben, kann man ja eigentlich grad nur noch ZDF's Tageschau "Heute" schauen, denn ausser den Schweizer Nationalthemen bringen die um 19Uhr. alles, was ab 19.30Uhr. das Schweizer Fernsehen in ihrer Tageschau bringen, inkl. selbiger Interviews, Bildmaterial und Themenablauf! Natürlich kommen die diversen Meldungen über die gleichen Depeschen Agenturen, doch vermisse ich beim Schweizer Fernsehen eben eine eigene Art mit Hintergrundinformation umzugehen! Doch anscheinend ist das in unserer Medienwelt momentan nicht mehr möglich!
Die diversen Medien machen sich immer mehr abhängig von grossen Medienkonzernen, Verlage und Co., siehe Rupert Murdoch, Springer, Berlusconi usw....Und eben unter diesen Umständen ist wohl ein unabhängiger Journalismus nicht mehr möglich! Schade
Trotzdem gibt es im Fernseh-Dschungel einige Formate oder Sender die versuchen gegen diesen Massenmedienverdummungs-Strom zu schwimmen, wie z.B. ARTE, BBC, und die diversen Formate der dritten deutschen Programme.
Doch es liegt ja grundsätzlich am Zuschauer, am Leser, wie sich die Dinge entwickeln....
Vielleicht kommt dann später noch ein Hinweis betreffend der Portierung von der Frau Schlumpf und da muss man als TV auch mitmachen. Und der Blocher wird sich auch als Nicht-Bundesrat telegen aufführen. Über den kann man immer wieder mal was berichten.
Wenn dann nach dem Ableben des SVP-Übervaters die Dokumentation kommt, hat das Fernsehen genug eigenes Material und kann sich frisch und munter an dessen Wiederverwertung machen ;-)
Wenigstens wurden die Gebührengelder mal für was politisches und nicht für eine Dating- oder Castingshow verpulvert. Das ist aber ein anderes Thema...
http://www.parlament.ch/cv-biografie?bio grafie_id=105
@Christian: Auch ich finde, dass das Schweizer Fernsehen rund um die Bundesratswahlen nicht nur dokumentiert hat, sondern aktiv Politik betreiben wurde. Zum Vergleich hierzu erlaube ich mir die folgenden Links:
"Erklärung des Schweizer Fernsehens" im Chefredaktorenblog von Ueli Haldimann zu den Beweggründen für die Dok über den Ex-Bundesratsbruder Gerhard Blocher: http://cr.blog.sf.tv/p80.html
und mein Beitrag
"Schweizer Fernsehen machte Politik"
"Dass Gerhard Blocher mit seiner Lust an Selbstproduktion förmlich dazu einlädt, entbindet SF1 nicht von der Grundsatzfrage, ob die Ausstrahlung der Dok nicht einem politischen Lenkungsversuch gleich kam, zumal der Autor der Dok dafür bekannt ist und dies mit seinen Fragen auch dokumentiert, dass er politsch sich eindeutig sehr links, also absolut konträr zur Blocherlinie orientiert."
http://thinkabout.ch/article/schweizer-f ernsehen-machte-politik
Generell gilt: Auch wenn man den O-Ton von Personen wiedergibt, kann man sich journalistisch nicht aus der Sorgfaltspflicht schleichen, schon gar nicht im einzigen Landesfernsehen mit Gebührenfinanzierung mit dem Hinweis, die Portierten würden sich selbst um Kopf und Kragen reden: Jeder Videojournalist weiss, wie sehr man einen Beitrag mit dem "richtigen" Schnitt "gestalten" kann - und jeder Journalist kennt die Technik von Suggestivfragen. Und wehe, Frage und Schnitt lassen dann noch vermuten, dass nicht konsequent der O-Ton Frage UND Antwort ohne Zwischenschnitt wiedergibt, wie am Ende der GB-Dok geschehen...
@Thinkabout: Eben leider. Hämmerle ist 61, Wyss erst 35. Das war eine klare Positionierung dieser Person. Hämmerle wird bei den nächsten Wahlen wahrscheinlich nicht mehr antreten, wenn er nicht schon früher seinen Platz zugunsten Silva Semadeni räumt, damit sie als bisherige antreten kann. Deshalb lohnt es sich für die SP nicht mehr, Hämmerle in der Gesellschaft zu positionieren. Wyss ist allerdings eine mögliche Nachfolgerin im Bundesrat, früher oder später, und deshalb wird jetzt schon an ihrer Popularität geschraubt.
Finde es trotzdem schade, dass Hämmerle so vergessen geht, denn das war sozusagen sein grösster Erfolg im Bundeshaus...
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