10 Minuten Mut zu Schreibwut: Meine Traumfrau ist eine Chefin

10 Minuten Mut zu Schreibwut: Meine Traumfrau ist eine Chefin
thinkabout
Schlagzeile: Frauen wollen weibliche Karrieren, Stichwort: Traumfrauenpower.
vonThinkabout
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Wir Schreibende etikettieren ein Ereignis als Teil eines Phänomens, Wiederholung und Beispiel eines generellen Problems, Ausdruck und Bestätigung oder auch Widerspruch einer gesellschaftlichen Tendenz. Blogs sind sehr viel freier, beides zu tun: Aktualität abzubilden, und das Prinzip dahinter zu suchen, das die Aktualität erzeugt, ein Phänomen bestätigt etc.
Facts 2.0 regt an und lässt anregen. Daraus entstehen lebhafte Diskussionen, die immer das Angebot beinhalten, den eigenen Standpunkt zu überprüfen und weitere Sichtweisen kennen zu lernen. Facts 2.0 beschäftigt sich mit Nachrichten und Meinungen. Dass Blogs hier sehr viel stärker einbezogen werden als anderswo, widerspiegelt unseren eigenen Umgang mit Schlagzeilen.
Die neue Kolumne "10 Minuten Mut zu Schreibwut" will das auch - und gleichzeitig weniger und mehr: 10 Min schriftlicher Brainstorm zu einem Wort oder einer Phrase, die aus einem einzelnen Artikel herausgepickt wurden. Das Schreiben hier bildet in einer Art Gedankenarbeit ohne Filter das Nachdenken zu einem Stichwort ab, ohne zu weit voraus zu denken. Das Weiterdenken will er Ihnen, den Leserinnen und Lesern überlassen und dazu anregen. Die Beleuchtungen halten so vielleicht wie ein Appetithäppchen ein Thema über eine Schlagzeile hinaus lebendig - bis zum nächsten Ereignis, Artikel, Essay, der sich erneut mit dem auslösenden Thema beschäftigt (Thinkabout, FACTS 2.0).


MEINE TRAUMFRAU IST EINE CHEFIN

Zu: Frauen wollen weibliche Karrieren

Meine Traumfrau ist eine Chefin. Sie arbeitet nicht nur. Sie bestimmt auch mit. Und denken tut sie dabei auch, aber nicht nur. Sie fühlt auch nach. In meiner (männlichen?) Phantasie lässt sie sich darin auch nicht beschneiden durch die Männergesellschaftsmechanismen, die scheinbar rational unter dem Thema Sozialkompetenz ablaufen, ach so konziliant im Teamgedanken eingebettet. Dabei steht das geschickte Lavieren im Vordergund: Die eigene Qualifikation unter dem Label "entscheidungsfreudig" knapp jenseits jedes Verdachts halten, asozial zu sein, und nie vergessen, die eigene Position managementgerecht zu optimieren.

Meine Traumfrau rechnet nicht vor, dass sie auch siebzig Stunden arbeitet. Sondern sie fragt mich, warum zum Teufel ich das nötig habe? Sie teilt, während ich raffe. Sie hält zusammen, während ich ausbreche. Meine Traumchefin spart die Energie, die ich verbrauche, um meine Gockelposition zu festigen, für die Familie UND die Firma auf. Und kümmert sich hier wie dort um Allianzen, sucht nach Mehrheiten, statt sie zu manipulieren. Ich habe ein bisschen Angst, dass sie sich notfalls nicht durchsetzt, und ich habe ein bisschen Hoffnung, dass wir ihr vielleicht immer häufiger aus freien Stücken folgen. Weil so Vieles was für sich hat oder hätte. Das bisschen zu viel Arbeit durch ein grosses Bisschen eigenes Familien(er-)leben ersetzen. Weniger sitzen in Sitzungen, mehr und schneller entscheiden. Was abgeben und was anderes annehmen. Das souveräne Gefühl lernen, ein Förderer zu sein, und ein Macher, BEVOR man zum Verhinderer wurde. Von der Familienmanagerin könnte man für die eigene KMU lernen. Den Mut zur Stützung neuer Produktentwicklungen finden, für neue Arbeitszeitmodelle und Beschäftigungsprogramme - für alle Mitarbeiterstufen.

Gerade für die Innovationskraft bei der Neu-Erfindung von Arbeit (was könnte Arbeit auch noch sein und was müsste sie eigentlich gar nicht sein?) brauchen wir dringend mehr von meinen Traumfrauen mit eben dieser Power: Mit dem Mut, "anders" zu sein und gerade dabei sich selbst treu zu bleiben.
 
 
 
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