10 Minuten Mut zu Schreibwut: Grenzen der Gefolgschaft

10 Minuten Mut zu Schreibwut: Grenzen der Gefolgschaft
Thinkabout
Schlagzeile: Erfolgreichste Verschwörung seit Brutus; Stichwort: Loyalität.
Die Diskussionen rund um die letzte Bundesratswahl lässt Thinkabout fragen, wie es denn bestellt ist um das Wesen der

LOYALITÄT?

Links zur Aktualität: Erfolgreichste Verschwörung seit Brutus und Widmer-Schlumpf schweigt eisern


Loyalität steht für Verlässlichkeit, Treue, Kameradschaft. Aus Dankbarkeit? Oder als Ausdruck einer souverän selbst bestimmten Gefolgschaft? Wie weit geht Loyalität? Ist sie kritiklos, bedingungslos?

Wer loyal gegenüber jemandem ist, hat für sich entschieden, dass dieser Jemand Kredit verdient. Loyalität honoriert den Support, den man geniesst. Man akzeptiert eine Führung, eine Linie, der man in einer Spur folgt. Den Willen des Chefs, der Partei, des Volkes. Loyale Personen sind solche, die einer Firma dienen, über den reinen Anstellungsvertrag hinaus Verbundenheit beweisen.

Loyalität folgt auf Vertrauen. Werde ich für eine Aufgabe bewusst ausgewählt, so lasse ich mich in die Pflicht nehmen, auch ohne ständige weitere direkte Kontrolle überdurchschnittlichen Einsatz für eine Sache zu leisten, die man mir nicht ständig neu erklären muss. Ich entwickle eine Art Sendungsbewusstsein für ein Ziel.

Loyalität erneuert sich, wenn ich auch immer mal wieder Wertschätzung erfahre, mir bedeutet wird, dass man sieht, was ich leiste, wie ich denke und ich zum Team gehöre. Loyalität lebt nicht allein durch meinen Charakter weiter. Sie muss genährt, auch mal gepflegt werden. Doch meistens wird sie nach einiger Zeit vorausgesetzt. Wenn eine Führung auf ihren Kurs einschwören muss, dann wird aus loyalen Gefolgsleuten eine Soldatentruppe. In ihr wird freiwilliges Engagement durch blinden Eifer ersetzt – oder durch Zwang und Gruppendruck.

Loyalität kann sich auch täuschen und dann verraten fühlen, so dass man selbst zum Abweichler, zur Abtrünnigen wird. Aber auch die gefühlte Loyalität ist kein Garant für die richtige Entscheidung. Sie schliesst Gewissenskonflikte nicht aus. Verantwortlich fühlen kann man sich nach mehreren Seiten. Wo die Illoyalität Schaden anrichtet, ist dieser meist lange zuvor vorbereitet worden, als Vertrauen durch Kontrolle und Druck ersetzt wurde. Eine laute Empörung der Versetzten da, die stille Enttäuschung der illoyal gewordenen Person dort. Und in dieser Stille hat diese Person längst mit sich abgemacht, dass sie in erster Linie sich selbst treu bleiben muss - und nicht bis zur Selbstaufgabe die eigene Kraft an fremd gewordene Ziele verschenken darf. (Thinkabout)
 
 
 
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