22/05/2011 15:16
Ab dem neuen Schuljahr steht in Basel Sexualkunde obligatorisch auf dem Stundenplan. Sex-Koffer und Sex-Box sollen dabei als Hilfsmittel für den Aufklärungsunterricht eingesetzt werden.
Der Koffer ist für die Kleinen bestimmt. Sein Inhalt: Puppen, Puzzles, Bücher und anderes Lehrmaterial für Vier- bis Zehnjährige. In die Box dürfen hingegen erst die älteren Kinder gucken: Sie enthält Filmmaterial zur Aufklärung, Holzpenisse in allen erdenklichen Längen und Dicken sowie eine künstliche Vagina.
Ausserdem soll das gern gespielte «Dökterle» offiziell betrieben werden. «Dass Kinder in diesem Alter Lust empfinden, ist normal. Das darf man nicht abklemmen – sonst kann sich das negativ auf die Entwicklung auswirken», so ein ehemaliger Kindergärtner.
Nicht nur in Basler Schulen geht man unverkrampft mit dem Thema Sex um: Auch in den Kantonen St. Gallen und Appenzell kennt man in vielen Schulhäusern den sogenannten Sexteppich – eine bunte Collage aus Papierschnipseln mit obszönen Begriffen wie «ficken», «bumsen», «knallen», der ebenfalls als Hilfsmittel für die Aufklärung eingesetzt wird.
Was halten Sie davon? Gehört Aufklärung bereits in den Kindergarten? Ist diese Art von Aufklärung zu offensiv? Ist Aufklärung Sache der Schule oder der Eltern?
Der Koffer ist für die Kleinen bestimmt. Sein Inhalt: Puppen, Puzzles, Bücher und anderes Lehrmaterial für Vier- bis Zehnjährige. In die Box dürfen hingegen erst die älteren Kinder gucken: Sie enthält Filmmaterial zur Aufklärung, Holzpenisse in allen erdenklichen Längen und Dicken sowie eine künstliche Vagina.
Ausserdem soll das gern gespielte «Dökterle» offiziell betrieben werden. «Dass Kinder in diesem Alter Lust empfinden, ist normal. Das darf man nicht abklemmen – sonst kann sich das negativ auf die Entwicklung auswirken», so ein ehemaliger Kindergärtner.
Nicht nur in Basler Schulen geht man unverkrampft mit dem Thema Sex um: Auch in den Kantonen St. Gallen und Appenzell kennt man in vielen Schulhäusern den sogenannten Sexteppich – eine bunte Collage aus Papierschnipseln mit obszönen Begriffen wie «ficken», «bumsen», «knallen», der ebenfalls als Hilfsmittel für die Aufklärung eingesetzt wird.
Die restliche Schweiz erwartet ab 2014 ein staatlich verordneter, obligatorischer Sexunterricht.
Lesen Sie den ganzen Artikel im Blick!
Weitere Infos zum Thema:
- Puls TV - Aufklärung: Informationen, Beratungsstellen und Bücher
Was halten Sie davon? Gehört Aufklärung bereits in den Kindergarten? Ist diese Art von Aufklärung zu offensiv? Ist Aufklärung Sache der Schule oder der Eltern?







Diskussion
Nun ja, eigentlich könnte mir das Thema egal sein, denn meine Töchter sind weit über das Alter hinaus. Dennoch muss ich als liberaler Citoyen dazu Stellung nehmen, da mir bei diesem Thema der Hals deutlich anschwillt. Ich möchte mich deshalb kurz und deutlich fassen: fertige Saich! Die Urheber solcher schwachsinniger staatlicher Lenkungsideen gehören mit einem Tritt in den Hintern hinausgeworfen!
Solche Sachen, so sei’s den lieben Genossen geklagt, sind genau das, was Leute wie SVP-Hinterbänkler und Schweizerzeitmitautoren brauchen, um im Wahlkampf loslegen UND GEWINNEN zu können …
@Dolphin: Ich habe deinen Kommentar mehrmals durchgelesen, aber ich verstehe ihn beim besten Willen nicht. Irgendwie sehe ich mich "kurz davor" als "mittendrin"...
Bei mir ist es letzteres. Es ist mein Kind und ich bin in allererster Linie für dessen Unversertheit verantwortlich, insbesondere bei diesem intimen Thema. Ich reagiere auch sehr empfindlich beim Thema religiöse Indoktrinierung oder staatliche Lizenz für Fremdbetreuung. Die Einmischung der Staatsorgane in meine privaten Angelegenheiten geht mir hier zu weit.
Eine zweite Ebene ist die politische. Diese hat Dolphin angesprochen.
Eine dritte Ebene betrifft die Motivation, überhaupt einen Sexualunterricht im Kindergarten einzuführen. Dazu müssten die Behörden von Basel und St. Gallen direkt angehört werden. Der Koffer ist ja nicht als Spielzeug gedacht, sondern als Material für die Lehrperson. Ich glaube aber weder, dass Kinder Schaden nehmen von Handy-Pornos (solange die Eltern ihre Verantwortung wahrnehmen), noch dass ein Sexualunterricht im Kindergarten irgendetwas retten könnte, falls es die Eltern schon vermasselt haben. Ich meine, eine gesunde Scham muss erhalten werden, im vertrauensvollen Schoss der Familie, mit dem nötigen Respekt vor der Intimsphäre des Kindes. Nur so lernt das Kind sich und seinen Körper abzugrenzen. Dann kann es auch mit Porno umgehen und ganz gut von einer realen persönlichen Beziehung unterscheiden.
- Einerseits schiessen die Fachleute wieder mal deutlich übers Ziel hinaus, was diese nun an den gesamtschweizerischen Reaktionen noch langsam und nach & nach begreifen werden.
Zum andern sind Blickartikel und auch dein Beitrag natürlich schon sehr polemisch abgefasst und die Entrüstung über die „Entmündigung verantwortungsvoller Eltern“ ist zwischen den Zeilen sehr, sehr sehr gut spürbar ….
Wie immer in solchen Fällen haben Blick- und Tamedia-Journis wohl kaum das Dokument
http://www.bs.ch/mm/ed-b-leitfaden_lernz iel_sexuelle_gesundheit.pdf
genau durchgelesen – denn es wird keine einzige Lehrperson gezwungen werden, den Sexkoffer bzw. die Sex-Box einzusetzen bzw. zu verwenden. Die lieben Leute haben sich auch festgelegt, die Unterrichtsmittel zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen (…was nichts anders heisst, als dass diese Sexbox bereits heute als „abgeschossen“ bezeichnet werden darf ….).
Wie immer, werden in der Umsetzung neuer Schritte und bei der 347sten Revision der Schule wieder mal Steuergelder verpulvert, dass es eine Freude ist. Und wie immer, werden die Fachleute inkl. Lehrer, KindergärtnerInnen etc. in sehr teuren Kursen (von Fachleuten..) selbst zu Fachleuten ausgebildet – diese Kurse werden uns allen weh tun, denn die nicht besonders tollen Sexboxen kosten im Vergleich dazu fast nix ….
Und last but not least: Die schönen Holzpenisse, welche dann im Unterricht nicht gebraucht werden können, dürfen vielleicht an frustrierte und besorgte Mütter weitergebene werden, die dann … aber das gehört nicht mehr hierher ….
Ergänzung Nr. 17b): Ein sehr engagierter, junger Lehrer (der meiner Töchter) hat nach Absprache mit allen Eltern seinen Sexunterricht selbst organisiert. Als Lehrmittel diente ihm jeweils einen Besen vom Abwart und drei handelsübliche Kondome, die er von seinem Lehrergehalt selbst bezahlt hat – und ja, Julien Assange ging bei ihm nicht in die Klasse, sonst wäre ihm die Geschichte vom geplatzten Kondom erspart geblieben ….
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DAS NEIN DER FRAU
Achim H. Pollert über ein Spiel der Erwachsenen
Eigentlich ist es eine sehr traurige Geschichte.
Hartmut war Anfang 60 und hatte ein gesundheitliches Problem. Er
konnte mit seiner Frau, seiner lebenslangen treuen Partnerin, seit
einigen Jahren sexuell nicht mehr verkehren - zumindest was die
konventionelle Begegnung von Mann und Frau betrifft.
Und Hartmut hatte Angst und ein schlechtes Gewissen.
Er hatte Angst davor, dass seine Frau sich einen anderen,
"leistungsfähigeren", möglicherweise jüngeren Mann suchen würde und
dass sie ihn dann verlassen würde. Und er hatte ein schlechtes
Gewissen, weil er das Gefühl hatte, er würde seiner Frau etwas
schuldig bleiben, das ihr zustand.
Beides bewog Hartmut zum Handeln.
Vorbildlich: Er versuchte, seine Ehe zu retten, die Beziehung zu der
Frau, die er liebte und die durch dick und dünn zu ihm gehalten hatte.
Er wollte ihr das verschaffen, was er ihr nicht mehr geben konnte. So
bekäme sie eben etwas, was sie brauchte. Und so würde sie ihn nicht
verlassen.
Nur gestaltete sich das schwierig.
Zunächst sagte er seiner Frau, sie sollte sich einen Hausfreund
nehmen. Er hätte nichts dagegen, und sie würde eben die sexuelle
Befriedigung bekommen, die er ihr nicht geben konnte.
Das hatte seine Frau weit von sich gewiesen. So etwas käme für sie
nicht in Frage.
Dann wurde es richtig interessant. Denn nun sprach Hartmut fremde
Männer an, von denen er annahm, dass sie selber verheiratet waren und
wohl ab und zu einer Vergnügung daneben nicht abgeneigt waren. Das
Ganze sah natürlich höchst merkwürdig aus. Denn Hartmut fragte, mehr
oder weniger verklausuliert: "Wollen Sie nicht mit meiner Frau
schlafen?"
Viele hielten ihn für geistesgestört. Manch anderer dachte an schräge
Einladungen zum Gruppensex, zum Voyeurismus. Oder gar an ein
finanziell abgebranntes Rentner-Ehepaar, bei dem der Mann die Frau
anschaffen schickte.
Näher dazu befragt, musste Hartmut erklären, dass seine Frau von
alledem nicht wusste.
Er hatte sich das eben so vorgestellt, dass man ein "zufälliges
Kennenlernen" organisieren müsste. Und dann müsste der betreffende
aussenstehende Mann seine Frau "erobern".
DIE STILLSCHWEIGENDEN ANNAHMEN
Für die jeweils angesprochenen Männer wurde dies also umso
merkwürdiger.
Stillschweigend nahm Hartmut also an, er hätte da ein Mitspracherecht,
wenn seine Frau sich entschliessen würde, eine sexuelle Beziehung
aufzunehmen. Er mag sich dessen gar nicht einmal so sehr bewusst
gewesen sein. Aber ein wenig verhielt er sich ja wohl so wie der Bauer
oder der Pferdezüchter, die alleine zu entscheiden haben, welcher
Stier oder welcher Hengst nun ihre Kuh oder Stute begatten können.
Stillschweigend nahm Hartmut auch an, seine Frau hätte so etwas wie
einen "Rechtsanspruch" an ihn auf Sex. Und weil er meinte, den nicht
erfüllen zu können, wollte er für geeigneten Ersatz sorgen. Und in
diesem Zusammenhang nahm er stillschweigend auch an, er wüsste, was
gut und richtig ist für seine Frau.
Eine traurige Geschichte, wie gesagt.
Eine Geschichte, die etwas von Verzweiflung und Hilflosigkeit in sich
trägt über einen Mann, der wohl seine Frau liebt und irgendwie seine
Beziehung zu retten versucht.
Der eigentliche Problempunkt, über den wir hier zur reden haben, kommt
aber noch. Hartmuts Frau wusste vom Leid und den Bestrebungen ihres
Mannes nichts. Und sie hatte ihm ausdrücklich gesagt, sie wollte
keinen Sex mit einem anderen Mann.
Dieses Nein aber spielte für Hartmut keine Rolle. Es war ihm egal,
dass seine Frau gesagt hatte, sie wollte nicht. Dann müsste der
aussenstehende Mann sie eben "erobern".
BEKANNTE TOENE
Wenden wir uns ab von unserem traurigen Beispiel.
Diese Sprüche kennen wir doch alle.
Aus dem Wirtshaus. Aus manchem Stück mehr oder weniger billiger
Literatur. Aus unzähligen Schlagertexten. Aus Filmen. Hin und wieder
aus dem Mund des einen oder anderen TV-Psychologen. Und sogar
gelegentlich von mancher öffentlichen Feministin in erhitzter Debatte.
Im Sprachgebrauch wird durchaus gerne von einer "Eroberung" geredet,
die man gemacht hat. Man hat jemanden "herumgekriegt" oder
"flachgelegt". Auch anders herum ausgedrückt: Man hat man jemanden
"Wortfilter" oder "gevögelt", wenn man ihn zu etwas gebracht hat, das
der eigentlich gar nicht tun wollte.
Und in aller Regel ist es der Mann, der die "militärische" Initiative
ergreifen muss. Und die Frau ist die, die zum Schein Widerstand zu
leisten hat.
Ein Spiel der Erwachsenen.
Ein sehr verbreitetes und - bei bestimmen Persönlichkeitstypen und
Charakterniveaus - sehr tiefsitzendes Klischee.
Wenn ich nein sage, dann heisst das nicht nein. Sondern dann ist es
Ansporn für Dich, Dir besondere Mühe zu geben und Dir irgend etwas
einfallen zu lassen, um mein Nein zu umgehen.
Wie gesagt: Sehr zu meinem persönlichen Entsetzen hört man Sprüche auf
dieser Ebene sogar von engagierten Feministinnen.
Natürlich ist das alles Unsinn.
Natürlich ist es so, dass der Mensch - ob Mann oder Frau - erwachsen
und psychisch autonom ist. Und selbstverständlich ist es so, dass
jeder Mensch Anspruch darauf hat, dass andere seinen erklärten Willen
respektieren.
Somit ist ein Nein eine klare Aussage. Dem das Nein gesagt wird, hat
sich gefälligst danach zu richten. Und der das Nein ausspricht, hat
keinen Grund zur Verärgerung, wenn der andere sich daran hält.
Und insbesondere, wenn Körperlichkeit - zumal zwischen Mann und Frau -
betroffen ist, wäre dies ohnehin ein Gebot. Natürlich habe ich ein
Recht darauf, nicht belästigt und schon gar nicht körperlich bedrängt
zu werden, wenn ich dazu nein gesagt habe - im Grunde egal, ob ich
Mann oder Frau bin.
Alles andere widerspricht schlicht und einfach der Menschenwürde, der
Annahme von reifen Persönlichkeiten, die respektvoll miteinander
umgehen. Egal ob es Leute gibt, die dergleichen gerne spielen und sich
dabei auch noch auf angebliche Naturgesetze berufen wollen.
DAS STILLSCHWEIGEN DAHINTER
Wir hatten es schon von den stillschweigenden Annahmen.
Was aber steckt nun eigentlich an wesentlichen impliziten Behauptungen
hinter diesem primitiven Spiel, mit dem jeder Mensch schon einmal
konfrontiert wurde? Mit allen möglichen Koketterien. Mit einem
nachgerade zur Schau gestellten Desinteresse. Mit Flirt-Gehabe, das
dann eben aber doch zum Nein führt. Bis hin zu den Niederungen des
Bierzelt- und Wirtshauslebens, wo das eigentliche Objekt der Begierde
übel beschimpft wird.
Dahinter, dass jemand nein sagt, obwohl er nicht kategorisch nein
meint, steckt zunächst einmal die Annahme: "Ich habe etwas, was du
brauchst. Ich brauche es nicht."
Nicht mehr zwei vernünftige Menschen stehen sich gegenüber, sondern
einer, dem unterstellt wird, er wäre schliesslich auf das Ganze
angewiesen auf Gedeih und Verderb.
Hier die zweite stillschweigende Annahme: Lässt sich jemand auf dieses
Spiel nicht ein, dann ist er "nicht normal". Gerne wird im Bierzelt-
Milieu, weil das dort eben auch sehr verpönt ist, die Frage gestellt,
ob so ein Mann wohl schwul ist, weil er sich mit einem Nein abspeisen
lässt.
Und dem folgt dann die dritte stillschweigende Annahme in diesem
Spiel: Eine Frau, die einen Mann nicht von vorne herein einmal abweist
und verprellt, ist eine Schlampe. Eine solche Frau ist "mannstoll",
weiss nicht, "was sich gehört". Sie "verkauft" sich unter Preis.
Und dann gibt es da noch eine vierte stillschweigende Annahme: Dass
nämlich der Mann derjenige sein muss, der die Initiative ergreift.
Männer müssen demnach den ersten Schritt tun, die eigene
Schüchternheit überwinden, ein Kompliment machen u.s.w.
Natürlich ist das alles, wie gesagt, Unsinn.
Selbstverständlich gibt es reichlich Frauen, die in der Tat nichts mit
dem Mann zu tun haben wollen, wenn sie es ihm gesagt haben. Im
Gegenteil: Immer mal wieder begegnet man einer Frau, die über
fortwährende Belästigung klagt, obwohl sie dem betreffenden Mann klipp
und klar gesagt hat, sie wollte ihre Ruhe haben.
Und selbstverständlich gibt es auch reichlich Männer, die nicht auf
dieses "Wenn-ich-nein-sage-meine-ich-nicht-nein"-Spiel einsteigen,
sondern die ein Nein ohne weiteres akzeptieren. Auch hier gibt es
solche, die von einem gestellten Nein - was man ja irgendwo auch immer
merkt - eher abgeschreckt als angezogen werden.
WAS IST DER GRUND?
Was aber ist der Grund für dieses menschenunwürdige Verhalten, das
doch so sehr verherrlicht wird in Groschenheftli, in Bierzelt-
Schlagern, in Volkstheaterstücken, Kitschfilmen und alten Stummfilm-
Slapsticks? Dieses unwürdige Verhalten, das sogar von manchen
Gebildeten als normales Flirten und Liebeswerben angesehen wird?
Was steckt eigentlich dahinter?
Sigmund Freud, Vater der modernen Psychologie, beschrieb als einen
Grundtyp der Persönlichkeit den analen Charakter. Und für diesen
analen Charakter, der nach Macht und Geltung und nicht nach Liebe und
Vertrauen strebt, ist eins seiner hauptsächlichen Motive das
Schachern.
Aus allem soll ein Handel gemacht werden. Und alles muss so arrangiert
werden, dass daraus ein Handel wird. Bei der Aufgabenverteilung in der
Familie. Im Gespräch am Arbeitsplatz. In jeder Freundschaft. Ueberall
muss ein "Geschäft" gemacht werden, bei dem es darauf ankommt, dass
das Gegenüber irgendwie draufzahlen soll.
Und das bietet dann einen Erklärungsansatz für dieses ganze Gebäude
von schrägen falschen Annahmen.
Wenn nun die Frau im konkreten Fall ein Mensch mit analer
Charakterprägung ist, dann geht das Ganze auf.
Dann nämlich zieht sie mit diesem Primitiv-Spiel den
zwischenmenschlichen Kontakt auf das Niveau des Geschachers. Dann gibt
es Geschäfte zu machen. Dann muss der andere sich mehr anstrengen als
man selber. Dann erinnert alles an den Bazar. Dann muss man selber
vorgeben, man hätte etwas, was der braucht, was man selber aber nicht
braucht. Dann muss man sehr desinteressiert und gelangweilt tun ob
jeder Offerte des anderen. Dann muss man ein paarmal zum Schein
weggehen, obwohl man eigentlich das Geschäft machen will.
Und so weiter.
Es wird geschachert. Hin und her. Und am Ende muss dann der andere
dankbar sein dafür, dass er das Geschäft machen durfte.
Und plötzlich versteht man, dass das eigentlich kein "Mann-Frau"-Spiel
ist. Sondern es ist ein Spiel von entgegengesetzten Charakteren. Hier
der anale Charakter, der seinen Handel betreibt, dort der orale
Charakter, der sich mächtig ins Zeug legt dafür, dass er geliebt wird.
Plötzlich versteht man auch, warum es so viele Frauen und Männer gibt,
die mit diesem angeblich so "normalen" Spiel so ganz und gar nichts
anfangen können. Es sind eben bei weitem nicht alle Menschen in die
eine oder andere Richtung geprägt, die Frauen ebensowenig wie die
Männer.
Menschenunwürdig ist dieses Spiel der Erwachsenen allemal, wenn
menschliche Gefühle zum Gegenstand von kleinkariertem, kindischem
Geschacher gemacht werden. Und unwürdig ist auch die Behauptung, dies
würde auf einem Naturgesetz beruhen.
Wer in eine solche Konstruktion verstrickt ist, kommt nur heraus, wenn
er sich diesen Zusammenhang bewusst macht.
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buech er/Der-Ghostwriter-/story/27055107/print .html
http://textepollert.wordpress.com/catego ry/psychologie-allgemein-verstandlich/
http://www.piazza.ch/inserat/10040771/gh ostwriter_-_zuverlaessig_diskret_preiswe rt.html
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