27/05/2011 11:02
«Reines Schweizerdeutsch ist eine Illusion»
Die Zürcher haben Mundart im Kindergarten zur Pflicht erhoben und wollen deutsche Pädagogen in Sprachkurse schicken. Der Dialekt wird dadurch nicht konserviert, sind Fachleute überzeugt.
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Diskussion
Diese Situation führt dazu, dass Kinder von Eltern, die keine Mundart sprechen, bessere Zukunftschancen haben. Sie können sich, von Anfang an, mit viel mehr Menschen unterhalten. Sie brauchen nicht Jahre, um ihre mundartbedingten Sprachfehler, zu beseitigen.
Es ist schon unglaublich, dass sich sehr viele Eltern gegen das "Balkan-Deutsch" ("musse ich dann nach Montenegro rase") wehren und trotzdem nicht verstehen, dass Ihr, meisst gar nicht mehr authentisches Schwitzertütütdütsch, für Menschen, die Schriftdeutsch sprechen, genauso schlimm ist.
Mundart führt auch zu Minderwertikeitskomplexen. Die äussern sich bei dialektsprechenden Ureinwohnern, in der Deutschschweiz darin, dass sie jeden, der Sie nicht mit "Grrrrueeezi wooohl" begrüsst, fragen, ob er denn Schweizerdeutsch versteht. Kein Welschschweizer würde auch nur im Traum jemanden die Frage stellen: "comprenez vous le Français lent et le chiffre nonante-neuuuuf?".
Diese Situation führt dazu, dass Kinder von Eltern, die keine Mundart sprechen, bessere Zukunftschancen haben. Sie können sich, von Anfang an, mit viel mehr Menschen unterhalten. Sie brauchen nicht Jahre, um ihre mundartbedingten Sprachfehler, zu beseitigen.
Das verstehe ich jetzt nicht - warum sollen Kinder bereits mit diesem karrieristischen Denken behandelt werden? Wozu müssen sich Kinder mit vielen Menschen von unterschiedlichen Sprachen unterhalten können müssen? Der "Wirkungsbereich" eines Kindergärtelers ist ja noch sehr klein. Zudem vergessen wir darüber, dass Kinder auch totale Sprachgenies sind, die sich den Sprachsituationen sehr schnell anpassen können. Unsere Kids sind zweisprachig aufgewachsen - ohne Probleme. Und das immer wieder gehörte Vorurteil, Kinder würden so zwar zwei Sprachen können, aber keine richtig, war bei unseren jedenfalls falsch - die Schulnoten haben dieses Vorurteil nie bestätigt. Oder wenn ich an meine Cousinen und Cousins aus Basel denke - wenn die jeweils als Kinder bei uns in Bern zu Besuch waren, sprachen die ein breites Berndeutsch, wie wir. Sobald sie wieder in Basel waren, eben wieder Baseldeutsch.
Und mit Verlaub, was sind den "mundartbedingte Sprachfehler"? Sprache ist etwas Lebendiges und immer (mind. im Kinder- und Jugendalter) in Entwicklung. Da von "Fehler" zu sprechen, finde ich deplaziert und bestärkt ja nur, das nächste Vorurteil, dass du erwähnst:
Mundart führt auch zu Minderwertikeitskomplexen.
Noch so ein Voruteil, das ich überhaupt nicht verstehe. Oder soll ich ein genau entgegengesetztes Vorurteil schreiben, dass z.B. ein Oberwalliser jemanden, der nicht seinen Dialekt spricht, einfach wie Luft behandelt und gar nicht auf die Fragen eingeht? Nein, das ist einfach Stuss.
Am Meisten nervt mich in dieser Sprachdiskussion, dass die SVP wieder einmal mehr ein emotionales Thema bewirtschaftet, um damit auf Stimmenfang zu gehen. Wie immer: Lösungen gibt es keine, aber Hauptsache, es ist einmal mehr verpolitisiert - als hätten wir keine wichtigeren Probleme zu lösen.
Man versucht ja noch heute Fremde an Konversationen nicht teilhaben zu lassen,indem man schnell mit dem vertrautem Gegenüber in mundartliche Gespräche wechselt.
Das heisst jetzt nicht, dass sprachbegabte Kinder, nicht später noch die wichtigen Sprachen lernen können ... nur stellt sich das erst dann heraus, wenn es zu spät ist, die begangenen Fehler zu revidieren. Das braucht hier auch niemand abzustreiten: es gibt genügend Hilfsarbeiter, die keinen verständlichen Satz mehr bilden können!
2 Wenn sich ein Kind nicht mit seinen Spielkameraden unterhalten kann, dann wird es entweder zum Aussenseiter, oder es bildet Gruppen, mit anderen Kindern, die den gleichen "Slang" sprechen ... das führt dann zu Banden von "Montenegro-rasern".
3 Wenn man, in der Schweiz, einen dialektbesessenen Deutsch-Schweizer, in schriftdeutscher Sprache anspricht, dann ist seine erste Frage meisst: "verstehen Sie Schweizerdeutsch". Das beruht zum Einen auf einem verschleierten Minderwertigkeitskomplex (... versteht der meinen Bauerndialekt?) und zum Anderen, auf der scheinheiligen Besorgtheit, dass der Gesprächspartner, "nicht dazu gehört". Das ist ein primitiver Versuch der Ausgrenzung, durch Überheblichkeit.
3 Dialekte (und auch Sprachen) vermischen und gleichen sich an. Das "Endprodukt" ist dann eine "Hochsprache", wie das Schriftdeutsch. In der ersten Phase werden die lokalen Dialekte zu überregionalen vermischten Dialekten, in der nächsten Phase gibt es dann einen Dialekt, der in einem noch grösseren Teil, der Region, gesprochen wird (= Schweiz/Deutschschweiz). Später passt sich dann, die gesprochene Sprache, im ganzen Sprachraum an. In der nächsten Phase, wird dann ganz Europa und später (das ist nicht morgen!) wird einmal die ganze Weltbevölkerung, die gleiche Sprache sprechen. Irgendwann merken die Leute dann, dass es nur einen Sinn macht "urchige" Sprachen, neben der allgemein verständlichen Umgangssprache, als "Kuriosum" und "Tradition" beizubehalten.
Dolphin 9-6 braucht nur einmal in die Stadt gehen und den Leuten zuhören ... schon über 70% der Leute sprechen nicht mehr, auch nur annähernd, einen sauberen Dialekt ihres Dorfes. Noch vor ein paar Jahren haben sich die Zugereisten bemüht, "Switzertütsch" nachzuahmen ... man konnte da die schein-angepassten "Sauschwobe" geradezu heraushören .. je mehr die sich, mit einem grausam verstümmeltem Dialekt, abgemüht haben, um so mehr haben sie gezeigt, was für Schleimer sie sind. Peinlich ist dabei, dass die Dialekt-Schweizer die Verunstaltung ihres Dialekts auch noch gefördert haben: man konnte sich da so richtig über die angepassten Ausländer-Siechen freuen, die, aus Unterwürfigkeit, einen, für sie und andere, völlig unsinnigen Dialekt schwätzen.
Kein auch nur einigermassen vernünftiger Dialekt-Freund kann Freude daran haben, dass sich da irgendwelche "überregionale" Kunstdialekte bilden.
Es hat auch keinen Wert, die verschiedenen rätoramanischen Dialekte zu vermischen. Jede regionale Sprache ist nur dann überlebensfähig, wenn sie sich NICHT mit anderen Sprachen vermischt. Dem Untergang von Dialekten und regionalen Sprachen, kann man nur wirkungsvoll entgegenwirken, wenn die Leute lernen, dass sie eine lokale Sprache und eine allgemein verständliche Sprache sprechen. Mit "Montenegrobalkanschwitzerdütsch" oder "Hummel-Hummel-Schwitztütttsch" ist weder den Hamburgern, den Albanern, noch den Schweizern gedient
Menschen, die Kindergärtnerinnen deren Muttersprache kein Dialekt ist, dazu anleiten unseren Kindern ihren Kauderwelsch-Nachgeäfften-"Dialekt" beizubringen, sind kriminelle wie auch Menschen, die Albanischen Flüchtlingen die Zeit vergeuden indem sie ihnen beibringen wie man "Balkan-Schweizerdeutsch" spricht.
Es ist besonders Besorgnisserregend, dass besonders rechtsgerichtete Kreise, so verblödet sind, dass sie besonderen Wert darauf legen, dass Flüchtlinge und andere Zugereiste einen Dialekt lernen, den sie dort, wo man sie gerne hin abschieben würde, beim besten Willen nicht gebrauchen können. Wenn ich einen Flüchtling gerne los hätte, dann würde ich ihm Sachen beibringen, mit der er sich in seinem Herkunftsland eine Existenz aufbauen kann. Da gibt es dann mehr als einen "Zugereisten", der dann einen Sinn darin findet, in seinem Herkunftsland etwas aufzubauen, was zudem noch, andere von der Flucht abhällt. Aber wir müssen ja immer das "Ross am falschen Ende aufzeumen"!
Und noch etwas an die Dialektfreaks: Menschen, die eine Schriftsprache perfekt beherrschen, haben immer das Gefühl, dass Menschen, die einen Dialekt sprechen "Hinterwäldler" sind. Das war schon so bei den "Preissen" und den Bayern (die sich gegenseitig für Trottel gehalten haben). Es ist noch so bei den Franzosen .. wo es zwar keine richtigen Dialekte gibt, aber "Akzente": in Paris ist ein Genfer, ein "Bauer", weil er ein wenig langsamer spricht, als ein Pariser..
1. Kinder haben ein begrenztes Aufnahmevermögen. Ein Kleinkind welches erst irgendwelche Babysprachenwörter oder Dialektwörter lernt, wird zuerst solche Wörter sprechen, anstatt dass es lernt, sich vernünftig auszudrücken. Es ist wie bei einem Hund, wenn man dem zuerst "Männchenmachen" beibringt, wird da wertvoller "Speicherplatz" für das "Grundwissen" vergeudet!
Das kannst du nicht ernst meinen - du willst einfach mal ein bisschen provozieren, gell?
2 Wenn sich ein Kind nicht mit seinen Spielkameraden unterhalten kann, dann wird es entweder zum Aussenseiter, oder es bildet Gruppen, mit anderen Kindern, die den gleichen "Slang" sprechen ... das führt dann zu Banden von "Montenegro-rasern".
Das ist beides falsch. Ein Kind passt sich sprachlich extrem schnell an seine Umgebung an - diese Erfahrungen habe ich jedenfalls x-fach gemacht.
Was sind "dialektbesessene Deutschschweizer"? Nach meiner Erfahrung passt sich der Deutschweizer sprachlich allermeistens sofort dem Gegenüber an - spricht hochdeutsch oder sogar französisch (mit vielen Fehlern, aber das ist doch egal) oder englisch, wenn er nur ein paar Brocken kann.
Ich glaube kaum, dass die Dialekte verschwinden und sich zu einem "Hochdeutschen" verschmelzen werden. So schnell gibt man seine (sprachliche) Identität nicht auf.
Kein auch nur einigermassen vernünftiger Dialekt-Freund kann Freude daran haben, dass sich da irgendwelche "überregionale" Kunstdialekte bilden.
Nun widersprichst du dir aber selber - oben zeigst du auf, dass die Dialekte verschwinden werden und zu einem "Hochdeutschen" würden. Sorry, ich kann deiner Argumentation nicht mehr folgen.
Ganz früher hatte jede Familie ihren eigenen Dialekt. Jetzt ist der Dialekt, im Kanton Zürich, schon dabei sich mit anderen Dialekten zu vermischen. Damit entstehen, unter dem Vorwand der Traditionsbewahrung, neue Dialekte, die zum Einen, die alten Dialekte kaputtmachen und zum Anderen neue Dialekte erzeugen, die zu nichts führen.
Über längere Zeiträume hinweg gesehen, werden alle Leute, in den deutschsprachigen Regionen, die gleiche Sprache sprechen. Die Dialekte werden langsam zu "Akzenten" und werden am Ende verschwinden.
Im französischen Sprachraum ist das schon so. Da sprechen alle die gleiche Sprache. Vielleicht haben sie einen anderen "Akzent" oder regionale Wörter. Aber eine Kindergärtnerin, aus Belgien, braucht da keinen lokalen Dialekt lernen, wenn sie in Marseille arbeiten geht. Der Unterschied zwischen Frankreich-Französisch und Schweizer-Französisch besteht, aus ein par Worten und der Sprachgeschwindigkeit. Das ist nicht so, wie wenn ein Appenzeller, einen Berner trifft und die dann nach einem Dolmetscher suchen müssen. Paralell haben sich aber auch in Frankreich regionale Dialekte (patois) halten können .. das sind aber eigene Sprachen, die nicht durch die Schriftsprache versaut werden. Das ist ähnlich, wie beim Rätoromanischen, welches sich auch nur halten kann, weil es regional begrenzt ist und weil niemand versucht, es mit den umliegenden Sprachen zu vermischen.
Und was die Kinder betrifft, so musste ich selbst zusehen, was für enorme Probleme meine Mitschüler in Basel damit hatten, Schriftdeutsch zu lernen. Besonderst der, im Dialekt nicht existierende, sächliche Artikel, macht da enorme Probleme. Kürzlich sagte sogar ein Fernsehsprecher in einem Bericht über Ski-Wachs, "der" Wachs ... und "die" Foto, ist auch ein sehr verbreiteter Dialektfehler, den nicht nur, die sonst so "lernfähigen" Kindergartenkinder machen .... das angeeignete verfolgt diese Menschen oftmals bis in's Grab!
Einmal angelernte Fehler sind nur extrem schwer wegzubekommen ... ich sehe das an mir selbst. Ich muss meine deutschen Texte ständig korrigieren, weil ich die deutsche Rechtsschreibung, mit allen existierenden Methoden erlernt habe ... "Ganzheitsmethode", Wörtermethode", "Silben-Methode", "Buchstaben-Methode" und was weiss ich was sonst noch ... erst mit 14 Jahren habe ich mir, mit einer elektrischen Schreibmaschine, die gröbsten Fehler, abgewöhnt. Aber selbst jetzt kommen sie noch durch, weil der Computer mich nicht zwingt, so präzise zu schreiben, wie dies bei der Schreibmaschine der Fall war und weil die Rechtschreibeprüfung (wie hier in Facts) auf falschen Parametern beruht.
Damit entstehen, unter dem Vorwand der Traditionsbewahrung, neue Dialekte, die zum Einen, die alten Dialekte kaputtmachen und zum Anderen neue Dialekte erzeugen, die zu nichts führen.
Das hast du jetzt schon mehrfach behauptet - ich verstehe es immer noch nicht.
Über längere Zeiträume hinweg gesehen, werden alle Leute, in den deutschsprachigen Regionen, die gleiche Sprache sprechen. Die Dialekte werden langsam zu "Akzenten" und werden am Ende verschwinden.
Welchen Zeitraum hast du da im Blick? Sicher nicht heute und morgen - auch nicht in 50 Jahren, meine ich.
Der Unterschied zwischen Frankreich-Französisch und Schweizer-Französisch besteht, aus ein paar Worten und der Sprachgeschwindigkeit.
Das stimmt definitiv nicht - ich habe in meiner Familie Sprachbegabte, die Frankreich und die welsche Schweiz sehr gut kennen. Ich habe denen deine Behauptung gezeigt - die haben nur den Kopf geschüttelt.
Das grosse Durcheinander hier geschieht wohl auch, weil nicht zwischen gesprochener und geschriebener Sprache unterschieden wird. Als gesprochene Sprache werden sich die Dialekte viel länger halten, als du annimmst. Geschriebenes Dialekt wird immer - wie es schon heute ist - eine Randerscheinung bleiben.
Und nochmals: Die allermeisten Kinder sind Sprachgenies - die switchen problemlos von einer zur anderen Sprache und darum sehe ich überhaupt keinen Grund, eine Einheitssprache (also das Hochdeutsch) überall einführen zu wollen.
Es gibt weder „reine“ Sprachen noch „saubere“ Dialekte – die letzen die das wollten, glaubten auch an ein 1000-jähriges Reich und waren eindeutig nicht gesund im Kopf … du musst dich also langsam entscheiden, ob deine Ideologie bezüglich Sprachen und Dialekte nicht irgendwie noch braune Farbe drin hat!
So genannte „Hochsprachen“ sind wohlgehütete Elfenbeintürme einer aussterbenden Kaste an relativ intelligenten Menschen – der Durchchnittsmensch hat einen Wortschatz von knapp 1500 Wörter und Begriffen, wenns hoch kommt – mehr nicht. Und so, wie wir hier diskutieren, werden etwa 70% derjenigen die unsere Sprache beherrschen und dies lesen könnten, gar nicht mehr verstehen, weil wir uns zu hochgestochen, zu kompliziert und zu intellektuell ausdrücken….
Sprachen verändern sich täglich. Auch das hochgelobte Rumantsch (Surselva/Ladin etc. ich möchte keine vergessen…) hat Wörter und Begriffe wie „Telefonstangas“ weil zur Hochblüte dieser Sprachen weder Telefon noch Stangen bekannt waren – deshalb ist die Sprache weder unrein noch am Boden zerstört.
Deutsch als Sprache ist primär das Vermächtnis grosser Dichter und Denker. Vor dem 2.Weltkrieg war es eine Weltsprache und die wichtigsten Veröffentlichungen wurden in dieser Sprache gedruckt. Nach WW2 wurde Deutsch praktisch gestrichen (es ist auch keine Sprache der UN!). Französisch ist – ohne da gleich alle zu beleidigen – auf dem Weg in die Isolation ( da hilft auch kein Quebec libre mehr…), aber dafür sind auch in 100 Jahren die Kommandozentralen der KKW wohl immer noch französisch beschriftet …… aber über Dialekte wird man dannzumal kaum noch diskutieren.
Zeitraum: ich sage nur vorraus, dass sich die Sprachen in der Zukunft angleichen werden ... wie schnell das geht, kann man nur schwer vorhersagen. Aber auch diese Evolution verschnellert sich in exponentioneller Art und Weise. Noch vor 15 Jahren haben sich einige angepasste "Sauschwoben" im Fernsehen grosse Mühe gegeben sich mit grauenvollen Imitationen von Schwitzerdütsch einzuschleimen. Es war richtig eine Ausnahme, wenn die Schriftdeutsch gesprochen haben. Inzwischen gibt sich niemand auch nur noch die Mühe, da auch nur einen "Akzent" vorutäuschen.
Französisch ... ich habe über 20 Jahre in Frankreich, Kanada und in der Welschschweiz gelebt und nirgendwo einen Dialekt gefunden. Es gibt in Frankreich noch alte Leute, die ein "Patois" sprechen, aber das sind regionale Sprachen und keine Dialekte. Selbst Kanada-französisch ist nur ein etwas kurioser Akzent mit ein paar lokalen Wortschöpfungen. Aber auch da sind über 95%, des Wortschatzes, von jedem französischsprechenden Menschen zu verstehen. Das ist nicht so wie wenn sich ein Ur-Basler mit einem Ur-Walliser unterhalten will und nichts mehr versteht.
Mit "geschriebener" Mundart beschäftige ich mich nicht, das ist ein Randgebiet. Allerdings ist es schon ein "Auflösungssignal", dass Mundarten nicht geschrieben werden. Das führt dann dazu, dass die Menschen immer mehr das geschriebene Wort sprechen.
Und dass Kinder "Sprachgenies" sind, bezweifele ich nicht .. ich selbst war ein absolutes Srachgenie, schon als Kleinkind ... ich habe mit 14 Monaten schon ganz normal Schriftdeutsch gesprochen. Mit 9 Jahren hat ein Psychologe mir attestiert, dass ich den Wortschatz von einem Philologie Professor habe. Deswegen ist es trotzdem so, dass jeder Mensch nur einen, induviduell verschiedenen, "Speicher" für Sprache hat. Wenn man diesen Speicher mit Unfug vollstopft, dann hat Wichtiges vielleicht keinen Platz mehr. Ich habe mir die Statistiken nicht angeschaut aber es gibt deutlich mehr Menschen, die nur eine, oder zwei Sprachen sprechen, als Menschen die 20 Sprachen sprechen. Das ist auch eine Zeitfrage ... es braucht eine gewisse Zeit, um eine Sprache zu erlernen. Wenn da jemand 4 Jahre braucht um eine Mundart zu lernen und dann och einmal 6 Jahre um die Schriftsprache zu erlernen, dann sind das 6 Jahre mehr, als wenn er zuerst die Schriftsprache gelernt hätte. Die 2 zusätzlichen Jahre sind Zeit, die der Mundartsprecher vergeudet, um sich die, aus der Mundart herrührenden , Fehler abzugewähnen.
Es ist einerseits sehr schön, dass einige Schweizer sich nicht darum kümmern, ob sie eine Sprache perfekt sprechen oder nicht. Das ist in der "normalen" Unterhaltung durchaus in Ordnung. Wenn aber Juristen und Bundesräte, irgendwelche unpräzise Sätze sagen, dann wird dies oftmals geradezu kriminell. In der Schweiz werden sehr viele Menschen eingesperrt, weil Richter und Justizangestellte, komplizierte Sätze, in einer Sprache, die sie nicht wirklich sprechen können, nicht verstehen. Es ist kriminell und Menschenverachtend, wenn man da Menschen einsperrt, weil man zu eingebildet ist um zuzugeben, dass man die Sprache nicht versteht. In diesem Kontext ist es auch kriminell, dass Deutschschweizer, immer wieder versucht haben, den Welschschweizern ihren Dialekt aufzudrängen.
Mit anderen Worten: bevor man sich im Dialektsprechen oder Versleindichten versucht, muss man zuerst die Schriftsprache perfekt beherrschen, sonst versteht man vielleicht etwas nicht.
Du sagst auch, dass die Kinder von einer Sprache zur Anderen "Switchen" ... das ist ganz schön ... aber es führt auch auf die Dauer zu dem, was hier irgedjemand als "Balkan-Schwitzerdütsch" bezeichnet hat. Unterhalte Dich doch einmal mit jüngeren Leuten .. da sagt niemand mehr "verstande Herr Oberstdivizionär", sondern das heisst, bei vielen, schon "Ok, alter Sack" .... so wie die gute Manieren bachab gehen, so vermischen sich auch die Sprachen.
Glaube mir, ich habe nichts gegen einen ursprünglichen Walliser-, Basler-, Zürcher- ,... Dialekt. Aber ich bin heilfroh, dass ich keine Kinder habe, die ich nicht aus dem Kindergarten fernhalten kann, wo ihren dann irgendeine Kindergärtnerin, ihren in einem Schnellkurs angelernten, "Balkan-Hummel-Hummel-Schweizer-Dialekt", beibringt.
Ich weiss auch, das ich oftmals Ansichten vertrete, die jemand, der nicht den gleichen Hintergrund hat wie ich, nur sehr schwer verstehen kann. Und meinen Hintergrund hat fast niemand, ausser mir. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass meine Ideen falsch sind .... im "ewigen" Reich, vom alten A-doof, waren auch über 95 %, der Menschen, begeisterte Untertanen des "Führers". Und es gibt auch jetzt noch ganze Länder, wo die Menschen auch den letzten Scheiss noch beklatschen.
Trotzdem (auch wenn ich sehr weit weg von "braunen" Ideen bin) glaube ich, dass sich "lokale", urchige Dialekte vielleicht halten können .. so wie auch noch einige, dem Schuhplattler fröhnen, tun, tun, wenn der Verkehrsverrein und das Heimatmuseum, dazu aufirufen tun tun! Und dann steht da der dolphin 9-6 und sagts zu seinen Ur-,Ur,-Ur-Enkeln: so hät siech das dazumal zugetragelilit, als der U_42-lili noch kein i-Phoneli hatte und wo ihr noch nüt, jede Woche, nach Montenegro gerasst sind .. und wem verdanken wir das? .. ja derrr Sponsorrrrr ist: .....!"
Obwohl ich in dieser Mundartdiskussion hier mit brainstuff überhaupt nicht einig gehe - im Altherrenclub war persönliche Anmache bisher nicht üblich - ich denke nicht, dass wir dies ändern sollten.
Das war die reinste Kindesmisshandlung! Ich erinnere mich noch, an eine alte Schachtel, die, uns eine Stunde lang, irgendwelche Spinn-Ideen, über Chromosome vorgelesen hat und die dann sagte, dass dies im "Gofenstübelili", von einer Maus, passieren würde ...
Es wird hier viel über die pedophilen Priester geschrieben, die, es war immer "gestern" (nie jetzt!), Kinder misshandelt haben. Aber niemand schreibt hier, über die dämlichen Lehrer, die uns, unsere Jugendjahre versaut haben ! Ich bin ja, bekannterweise, kein Freund von religiösen Predigern, aber die Religionslehrer, haben mir nur sehr wenig, von meiner Zeit klauen können .... die waren leicht "weg-rationalisierbar"! Viele andere haben nicht weniger gesponnen! Und die konnte ich nur mit grosser Mühe davon abhalten, mir meine Zeit zu vergeuden.
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