23/03/2008 17:22
John R. Searle: Wie frei sind wir wirklich?
Im Restaurant die richtige Wahl zwischen Kalb und Rind zu treffen ist vielleicht keine wichtige, aber hin und wieder eine schwierige Entscheidung. Wieviel Freiheit lässt uns unser Gehirn, um sie zu... »







Diskussion
Mein Kurzkommentar: Gute Nacht Herr Searle, gute Nacht Amerika!
chr. lichtenberg, physiker, 1744-1799: "Ein Meisterstück der Schöpfung ist der Mensch auch schon deswegen, dass er bei allem Determinismus glaubt, er agiere als freies Wesen".
dass wir uns im alltag laufend handlungen zuschreiben, die wir völlig ohne bewussten willensakt ausführen, kann ja jeder bei sich selbst überprüfen.
die diesbezüglich bekannten versuche von benjamin libet wurden z.b. von m. eimer und p. haggard unter wesentlich verbesserten bedingungen überprüft und bestätigt.
die berichterstattung bricht meist dort ab, wo der leser so fein im unklaren gelassen werden kann ob er nun einen freien wille habe oder nicht.
es scheint den haben wir, nur nicht ganz so wie wir uns das bisher vorstellten.
nach libet ist das bewusstsein nicht die oberste instanz, die untergeordneten einheiten im gehirn anweisungen erteilt, sondern ein selektierender faktor, der unter möglichkeiten, die das nichtbewusste anbietet, eine auswahl trifft.
im gegensatz zu unseren begierden, können wir die handlungen bewusst kontrollieren!
andere neurologen verweisen auf den lernprozess des limbischen systems. danach werden handlungen nicht danach bestimmt, was das bewusste ich will, sondern ob die beabsichtigte handlung in der vergangenheit negative oder positive konsequenzen hatte.
damit dürfte auch klar werden, dass besserungssysteme wirkunsvoller wären als strafvollzugssysteme!
"chr. lichtenberg, physiker, 1744-1799: "Ein Meisterstück der Schöpfung ist der Mensch auch schon deswegen, dass er bei allem Determinismus glaubt, er agiere als freies Wesen".
Wollen und können sind zwei Paar Schuhe :-).
Insofern unsere Entscheidungen sich begründen aus 1. den in bewussten und unbewussten Teilen unseres Gehirns gespeicherten Erfahrungen und 2. den äußeren Umständen, sind sie determiniert.
Aber muss uns diese simple Kausalität mehr schrecken, als die Tatsache, dass jeder Apfel den Naturgesetzen folgen muss, wenn er vom Baum fällt?
Die Prozesse im menschlichen Gehirn sind sicherlich noch um einiges komplexer, aber grundsätzlich sind wir auch nur Äpfel.
Mich würde das Gegenteil viel mehr beunruhigen, wenn unsere Entscheidungen völlig unbegründet aus dem Nichts heraus entstünden und nicht der Gesamtheit unserer unterschiedlich stark wirkenden Erfahrungen entspringen würden.
Du kennst sicher die Studien, wonach sich Menschen immer wieder denselben Partnertyp aussuchen?
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