13/06/2011 18:21
Mit Gott debattiert man nicht
Wer respektiert eigentlich die Gefühle von Atheisten? Niemand. Denn der Atheismus hat seine Rolle nicht in theologischen Debatten, sondern in der Politik - und da ist kein Platz für Emotionen. Er i... »







Diskussion
Und geht von Fehlüberlegungen aus: Wer Atheismus predigt, stellt sich auf die gleiche Stufe wie eine beliebige Religion. Ein echter Atheist unterstützt die Glaubensfreiheit – sie ist Privatsache. Punkt. Schluss.
Im Gegensatz zu den Plakaten der Agentur C die hier bei uns seit Jahren alles zupflastern wurden die Plakate der Freidenker schlicht verboten. Von einer Aufschrift auf Busse der Stadt wurde - nach dem Eingang von Drohungen solche Busse abzufackeln - abgesehen. Ist das denn Liberalismus?
Beide Richtungen sollten sich in der Diskussion gegenseitig, ohne sich die Köpfe einzuschlagen, befruchten.
Gerade das können meisten Gottgläubigen oder Gottesleugner nicht.
Faktum ist indessen: Wir sind,weil wir sind. Ob nun eine blindwirkende Energie oder eine Gottheit als schöpferische Kraft tätig war und ist, verändert nichts daran, dass wir unsere Wirklichkeit mit allen Sinnen erfassen können.
Wer die Natur, die Tiere und Mitmenschen ausbeutet, lästert damit die schöpferische Kraft. Ob diese Lästerung nun durch angebliche Gottgläubige oder angebliche Atheisten geschieht, ist - man verzeihe mir das derbe Wort - scheissegal. Faktum ist jedoch und das schmerzt mich: Die Welt wird mehrheitlich durch angebliche Gottgläubige ausgebeutet und vernichtet, während Atheisten zu einem grossen Teil mit der Natur, den Tieren und Mitmenschen sorgfältig umgehen.
Wer also ist Atheist und wer ist Theist?
Khalid
Frage: Ist diese Behauptung ohne Darstellung eines einzigen solchen "Faktums" nun diese Einladung für die "gegenseitige Befruchtung"? Mir schient das etwas gar plump.
I don't think so.
Der Atheismus zeichnet sich dadurch aus, dass der Gottesbegriff abwesend ist und der Glaube durch Wissen ersetzt wird. Der Zweifel ist omnipräsent und jegliches Dogma fehlt, wodurch sich das Weltbild in stetigem Wandel befindet. Die beiden hier diskutierten Haltungen sind somit völlig inkompatibel und eine Debatte erübrigt sich.
Etwas anderes sind religiös-institutionell tradierte Herrschaftsansprüche in der Gesellschaft. In einem säkularen, aufgeklärten, liberalen Staat gehört die Religionsfreiheit dazu. Es muss deshalb jedem Bürger das Recht zugestanden werden, sich sowohl frei für eine Religion zu entscheiden, wie auch - ohne negative Konsequenzen - gänzlich darauf zu verzichten. Der Staat garantiert dieses Recht. Daraus folgt aber gleichermassen, dass sich der Staat selbst neutral verhält und die private Entscheidung des Bürgers respektiert. Und genau da haben wir noch einiges zu diskutieren...
Leider habe ich aber den Eindruck, dass wir davon weiter entfernt sind denn je. Besonders jetzt wo die SVP dieses Thema auch noch zu ihren Gunsten ausschlachten will.
Insofern finde ich die Analyse des Artikelschreibers richtig als dass 9/11 die gemässigten und den Gläubigen zur Radikalisierung verführt.
Umso dringender wäre es die Säkularisierung ernsthaft durchzusetzen, doch wer wagt sich?
Den Gläubigen die Zerstörung pauschal zuzuweisen ist verfehlt und bringt diesen Diskurs keinen Schritt weiter. Es soll auch gar nicht um Schuldsuche gehen denn so wird man diesbezüglich keinen Konsens finden.
Wer sich Christ nennt und die Säulen, welche der Chefvordenker Jesus Christus gelehrt hat, nicht lebt, war und ist in Wirklichkeit nie wirklich Christ gewesen.
Jesus lehrte die gelebte Barmherzigkeit, die gelebte Nächstenliebe, den gelebten Gewaltverzicht, die gelebte Armutsüberwindung, den gelebten Schwächstenschutz und die gelebte Feindesliebe.
Jede Kirchenspaltung und jeder Krieg, der nicht Verteidigungskrieg war, zeigt wie wenig dem angeblichen "fleisch geworden Gott" (was ich bezweifele,) Gehör geschenkt wurde. Viel frommes Geschwätz und wenig konkretes Tun. Darin waren und sind Freikirchenleute, welche sich besonders Bibeltreu nennen, keinen Deut besser.
Khalid
2) Unsere Vorväter (..die Mütter wurden nicht gefragt!) waren christlich, weil ihnen gar nichts anders übrig blieb.
Begründungen dazu braucht es nicht – denn die Judenverfolgungen, Kreuzzüge, Hexenverbrennungen, die Geschichte von Galileo Galilei und Jagd auf Wiedertäufer und andere ergeben ein Bild, das nur auf eine Weise interpretiert werden kann.
3) Andere Glaubensrichtungen als die urchristliche sind in die gleichen Fussstapfen getreten: Verfolgung und Ermordung von Andersgläubigen, Anspruch auf die alleinige Wahrheit und keine Spur von Toleranz ausserhalb der Moscheen, Synagogen, Tempeln und Kirchen – alles andere ist Schönfärberei!
Zum Video gehört, dass man selber denkt und Englisch versteht. Aber das setze ich in diesem Forum einmal voraus.
Wiederholen gehört wie das Essen, Trinken, Atmen, pissen und Scheissen zum alltäglichen Leben.
Khalid
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