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„Auf halben Weg ein anständiger Mensch“
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Der gespiegelte Mensch
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Diskussion
Dies könnte auch erklären, warum denn die Banken trotz angeblich allgemein bekannter Situation im US-Kreditmarkt ihre Positionen nicht reduzierten: Es gab schlicht keine Käufer bzw. nicht zu dem was man als realistischen Preis erwartet hätte. Somit haben wohl viele Marktteilnehmer primär mal die Illiquidität aussitzen wollen in der Hoffnung später dann einigermassen kontrolliert und mit begrenzten Verlusten die Papiere los zu werden. Doch weil auch dies alle taten, war der Crash (und in der Folge auch die Ausweitung auf viel besser geratete Kredite) unvermeidlich.
Eine Marktentwicklung ist per se nicht prognostizierbar. Wenn sie es wäre, würde der Markt auch nicht mehr funktionieren, da ja dann alle entweder Käufer oder Verkäufer wären. Für einen Crash genügt es nun aber schon, wenn dominant viele die gleiche Meinung haben - egal ob diese richtig oder falsch ist.
Dies alles hat mit gesundem Menschenverstand nichts zu tun, sondern ist als solches in der Fachliteratur hinreichend beschrieben. Die klassische Effizienztheorie ist dabei im Prinzip nach wie vor richtig. Behavioural Finance - Ansätze zeigen ergänzend auf, wie die menschliche Psyche in diesen Märkten agieren und was dies auf deren Entwicklungen für Einflüsse haben kann. Der Schluss ist dabei immer, dass es keinen Weg gibt, die Marktentwicklung zu prognostizieren und systematische eine Überrendite zu erzielen. Wer investiert, ist in der Dynamik gefangen.
Und was haben Sie denn gegen die Lemminge? Sind Sie ein „Contrarian“ und haben in den letzten Wochen im grossen Umfang in Bankaktien und den US$ investiert??
Herdenverhalten ist alles andere als das einzig existierende am Markt - im Gegenteil: Wie ich schon erwähnt habe ist es für den Markt eher schwierig, wenn alle oder sehr viele die gleiche Einschätzung über den künftigen Verlauf haben. In der Regel ist dies aber auch gar nicht der Fall - nur wenn es in bestimmten Bereichen eine Krise gibt.
Warum?
Die Börse funktioniert offensichtlich nach dem Prinzip der Kaffeerahmdeckelisammlerbörsen. Habt Ihr das miterlebt? Da zahlten Leute plötzlich richtiges Geld für total wertloses Zeugs, einfach weil der Nachbar das auch haben wollte, und so war plötzlich ein Markt da. Solche Beispiele kennen wir sicher Alle (Paninibildli....)
Aus dem Film "Casino" wissen wir: Die Bank gewinnt immer, wenn der Spieler nur lange genug am Spieltisch gehalten wird.
Mit einer Bankerträne in einem Augenwinkel muss ich leider auch zugeben, dass die Banken bei Unternehmenskäufen fürs eigene Portfolio, die vorauseilende Due Diligence Arbeit nicht immer so lösen, wie man es von ihnen erwartet. Die zu hohen Preise die CS (Mühlemann) und UBS (auch unter Ospel) in den vergangenen 10 Jahren bezahlt haben, sind traurige Beispiele dafür.
@ Bruder Bernhard: Ja, das mit dem Kaffeerahmdeckeli sammeln ist zutreffend. Geflügeltes Wort: wenn Hausfrauen und Rentner ihre Sparbatzen unter der Matratze hervorholen um an der Börse einzusteigen, ist es höchste Zeit um an der Börse auszusteigen.
Wie elunzo richtig ausgeführt hat, bestimmt die psychologische Massenhysterie das Auf und Ab bei allen Preisen und allen Produkten, im Guten (aufwärts) wie im Bösen (abwärts). Die fundamentalen Daten sind in dieser Phase irrelevant.
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