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Diskussion
Wunderbar, wenn ich diesen Text lese, dann lehne ich mich bloggend zurück und denke: Es mag sein, dass in zehn Jahren niemand mehr von Blogs spricht (oder Bloggern) - aber ich werde meine kleine Werkstätte immer noch haben und feststellen: Mehr musste nie sein als mein liebster Grund, zu schreiben. Egos, die den Kamm stellen müssen, haben eine beschränkte Lebensdauer. Das ist nicht nur beim Bloggen so. Ständig den Macker markieren müssen schwächt auf Dauer jede Libido. Aber tatsächlich lassen sich mit unserer Spezies interessante Studien betreiben, keine Frage.
Gehört zu meiner Kürlektüre: http://www.davidbauer.ch/2008/04/03/kurl ekture/
Ab und an stelle ich auch fest, dass es fast zu einer Sucht werden kann, seine Gedanken nieder zu schreiben. Sehr oft ertappe ich mich, dass ich weit nach Mitternacht, erst in den frühen Morgenstunden aufhöre. Doch offensichtlich habe ich das Glück, dass ich noch so viele andere Dinge zu erledigen habe, dass ich nicht permanent an diesem PC sitzen kann... so bleibt mir doch hoffentlich ein Herzinfarkt o.Ä. erspart.
naja, dies ist auch das Problem bei Selbständigerwerbenden oder Workaholiks.
Viele getrauen sich nicht Ferien zu nehmen oder sich eine Verschnaufspause zu gönnen.
Symptome und Warnzeichen des Körpers werden nicht beachtet.
Weil man irgendwie in seinem Trott gefangen ist.
Im Gegenteil, es wird damit geprotzt, nur mit 4 Stunden Schlaf auszukommen.
Ferien sind verpönt. Ausreden wie: "Bereits am zweiten Ferientag ist mir langweilig" werden benützt.
Firmen, in denen Überzeiten erst ab 18Uhr Beachtung finden.
Der Trugschluss: Wer Abends noch arbeitet, gibt alles für die Firma.
Es wird an Samstagen und Sonntagen gearbeitet, um die Termine einzuhalten.
Meetings und Termine, welche auf die Mittagszeit gelegt werden.
Grund: Da könnte man die Zeit noch besser nutzen.
Sandwiches die verdrückt werden, während man vor dem Bildschirm sitzt.
Der tägliche Wahnsinn von viele Arbeitnehmern.
Sich Zeit nehmen, für die Dinge, die mir wichtig sind.
Das ist die wahre Kunst des Lebens.
Wer dies nicht kann, sollte sein Leben überdenken und den Mut haben, etwas zu ändern und sich abzugrenzen.
Gesundheit geht immer vor. Wer dies nicht lernt, bekommt früher oder später ein Problem und spielt mit seinem Leben.
Hausärzte, Berater, ja alle ambitionierten und kundenorientierten Selbständigen riskieren im Unmass des Nehmen- und Gebenwollens ihr Leben. Schon immer, aber immer öfter.
Ich bin gerade noch davongekommen.
Ein Diskussions-Teilnehmer hier hat mich einmal auf meine Berufsbezeichnung "Privatier" angesprochen. (Es war auch etwas Neid herauszuhören.) Ich weiss nicht, ob er meine medical history durchmachen will, um ebenfalls ab 45 Privatier zu werden.
Man sollte Kerzen nicht von beiden Seiten her anzünden.
Ganz wichtig, Ihre Bemerkungen! Habe selbst mit 45 umgestellt, ohne eine dramatische Gesundheitsgeschichte - und ich erfahre erstaunlich wenig Neid.
Die meisten wissen in sich selbst: "Das möchte ich auch können" - ist nicht ehrlich. Viele könnten wählen: Etwas mehr Luxus, Karriere, Prestige - oder mehr Zeit und damit Gesundheit.
Die Belastungsgrenze ist sehr individuell.
Nein man soll die Kerzen nicht von beiden Seiten her anzünden - aber sich bewusst sein, dass wir verdammt froh sein können in einem System arbeiten zu dürfen das uns ermöglicht die Arbeitesform zu wählen, die wir aushalten können.
Vor 50 Jahren waren es nicht die Bänkler und Versicherungsangestellten, die sich hierzulande beim Schaffen schleichend vernichtet haben. Sondern die Büezer.
Aus dem selben Grund wie heute die Mittelständler: Mitmachen, mitgewinnen, aufsteigen, auf einen grünen Zweig kommen, etc. Alles unter dem Druck der "Peer-Group", der Nachbarn, der Kollegen.
"An mehreren Stellen gleichzeitig arbeiten"....der Mann, der das heute seiner Familie antut, ist doch an mehreren Stellen der Voll-Verlierer. Zu recht.
Ja, ich bin verdammt froh, dass wir soziale Absicherungen haben. Die SVP, unter neuer Führung eines wild gewordenen Subventions-Bauern, findet das alles zu teuer. Und grosse Teile der gutverdienenden CVP und FDP finden eigentlich auch, aus dem eigenen Agglo-Häuschen heraus, es sei nicht mehr zu finanzieren.
(Scheint ein bisschen eine Themen-Wendung vom Self-Overkill her. Aber hängt voll zusammen.)
Man kann nicht alles haben.
Und genau: Wir haben die Wahl. Rendez-vous bei den nächsten kantonalen Wahlen.
In meiner Erinnerung vergleichsweise idyllische Zeiten, aber Erinnerungen können trügen.
Die Arbeitswelt, die Sie beschreiben: Mittelständler, gut ausgebildet und ohne Verpflichtungen, können sich den Luxus leisten, auf Einkommen zu verzichten und so zu arbeiten wie es ihnen beliebt.
Aber erzählen Sie mal einer Verkäuferin auf Abruf, sie solle halt eine Arbeitsform wählen, die sie aushalten kann.
Was ist eigentlich aus der 35 Stundewoche in Frankreich geworden. Fazit?
Zu Ihrem Link:
Der Mann ist schwer krank. Das Wort "Mission" ist verräterisch.
Die Uhr ist längst erfunden. Auch die hochkomplizierte. Where's the mission?
Hamster im Rädli, würde ich sagen.
Auch der Blog ist erfunden.
Genau, ein armes Schwein, würde ich sagen. Dass seine jetzige Frau das mitmacht ... Na ja, gibt wenigstens was zu erben.
Ist es nicht so, dass die ganzen workoholics ihre eigene Gegenwart vollpropfen, damit irgendwann etwas übrig bleibt?
Dann wären Blogs quasi der Beweis des Gegenteils. Denn wenn da nichts mehr läuft, ist subito alles weg.
Da hat man doch lieber eine Apotheke in Burgdorf, Echallens oder Agno.
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