Zur Lage der Nation: Panoptikum kommerzieller und sportlicher Befindlichkeiten

Zur Lage der Nation: Panoptikum kommerzieller und sportlicher Befindlichkeiten
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Eine subversiv ruhige Woche heimlicher und unheimlicher EM-Vorbereitungen, aufgehellt durch Thinkabout.

Noch 56 Tage bis zur EM. Euro 08 darf ich ja, glaube ich, auf öffentlichen Plätzen nicht sagen, weil der Name doch eine Marke ist und viele ausländische Firmen viel Geld bezahlt haben, um bei uns mit uns mit Ihren Marken und diesem Logo und Begriff viel von unserem Geld zu verdienen.

Wir haben diese fremden Fötzel, wie wir sehr gut wissen, auch eingeladen, hinein zu kommen und da ihren Gessler-Hut aufzustellen, den wir nun grüssen sollen, indem wir nur noch das Bier trinken, das erlaubt ist, zumindest auf den Fan-Meilen. Sollten Sie sich wundern, weshalb nicht mal die SVP dagegen Einspruch erhob, so kann ich Ihnen antworten, dass dieser Angriff von sehr langer Hand geplant sehr früh erfolgte, so dass von einer Schweizer Volkspartei kein Gegenmittel zu erwarten war, die da noch gar nicht wusste, dass sie Oppostion werden und als Pfand auch noch eine Bundesrätin zu verschenken haben würde.

Zum Fussball gehört Bier. Also, nicht für alle, aber für Carlsberg schon. Ausserhalb der EM haben wir ja immerhin noch auf längere Zeit die Auswahl zwischen zwei ausländischen Marken. Wir können auf Heineken geeicht werden oder Carlsberg den Hof machen. Nur Eichhof ist nicht mehr, was es war.

Mit einem biertechnisch kultivierten Schweizer Grossstädtchen wie Basel muss man allerdings auch an einer EM nicht so komisch umspringen wollen. Und so bilden drei Gastrobetriebe eine Burg, trutzig vereint an der offiziellen Fan-Meile, und sie wollen partout auch während der Euro 08(!), wie vorher und nachher, Guiness ausschenken, oder das Basler unser Bier oder das Ueli Bier oder was auch immer von ihren Kunden gewünscht wird.

Sie werden eingekesselt werden, von einem 2m hohen Zaun, der hochgefahren wird, sobald die Fan-Meile jeden Tag eröffnet, auf dass das Auge des Fans nicht verwirrt werde angesichts fremder nicht zuzuordnender Tranksamenbezeichnungen.

Die drei Beizer werden trotzdem überrannt werden. Zumindest von uns den Trutz oder den Trotz liebenden Schweizern. Solchen Kerlen gönnen wir das Geschäft, da tragen wir die Kohle gerne hin und Fussball schauen können wir da auch.

Zum Beispiel die Schweizer. Denn es wird noch die Zeit kommen, in diesem Land, wo auch wir uns, vertreten durch das Schweizer Fernsehen, beim Nationaltrainer nicht nur danach erkundigen, ob Patrick Müller schon so stark ist, dass er einen Grashalm flach treten kann. Wir werden an Realitätssinn gewinnen und uns nicht darauf verlassen, dass Patrick Müller im letzten Gruppenspiel als 23. Spieler seinen wertvollen Beitrag mit dem Ausschenken des Pausentees doch noch leisten kann. Das wird dann nicht ein Ricola-Kräutertee sein, sondern Carlsberg, da die Nati doch trinkt, was sie selbst bewirbt, was spannende zweite Halbzeiten verspricht.

Wir wollen schon bald wissen, wer es denn nun sein soll, der das Unmögliche versuchen darf? Wer auch immer sein Panini-Sammelalbum bezüglich der Schweizer Spieler zuerst voll hat, soll doch bitte hier eine Meldung machen. Jede Expertenmeinung ist dem Verband mit Sicherheit willkommen. Ich werde sie deshalb sofort weiterleiten.

Ich bin böse. Zynisch. Bösartig. Ich weiss. Denn Köbi Kuhn wird uns die Luft zum Palavern nehmen. Wer bitte, diskutiert noch über den richtigen Torhüter? Eben.

Wir werden zu elft auflaufen. Und hoffentlich vollzählig bleiben. Und Senderos? Er bekommt vielleicht einen wie Müller zum Partner. Ich schreibe: "Einen wie." Sanfte Hinweise zur Meinungsbildung sind willkommen. Daher sollte sich niemand wundern, wenn Andy Egli bei der nächsten Kommentierung der Champions League in Turnhosen und Stutzen auf dem Bänkchen sitzt.

Köbi wird's richten. Und der Platzkeeper wird es beim Eröffnungsmatch erstmals schaffen, den Rasen mit Querlinien zu mähen, damit ein Offside wenigstens erahnt werden kann. Die Wartezeit an den Wurstständen wird 20 Minuten nicht übersteigen, verspricht das OK. Dass dann keine Cervelats auf dem Rost liegen, muss allerdings befürchtet werden. Wie ich gehört habe, steckt McDonalds hinter dem Schweizer Mangel an brasilianischen Rinderdärmen. Und wer im Eröffnungsmatch geröstet wird, weiss ich auch nicht. Nur: Patrick Müller wird es nicht sein.

Murat Yakin soll auf dem Dreirad von Mutter Ermine auf versteckten Waldwegen gesichtet worden sein. Er hat das Grundlagentraining aufgenommen. Wenn das nicht verdächtig ist – und Hoffnung macht!


Thinkabout wird sich bis zum Start der EM in unregelmässigen Abständen immer mal wieder "zur Lage der Nation" äussern - was böte sich dazu mehr an als die "wichtigste Nebensache der Welt?"

 
 
 
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