12/04/2008 12:57
Zur Lage der Nation: Panoptikum kommerzieller und sportlicher Befindlichkeiten
Eine subversiv ruhige Woche heimlicher und unheimlicher EM-Vorbereitungen, aufgehellt durch Thinkabout.
Noch 56 Tage bis zur EM. Euro 08 darf ich ja, glaube ich, auf öffentlichen Plätzen nicht sagen, weil der Name doch eine Marke ist und viele ausländische Firmen viel Geld bezahlt haben, um bei uns mit uns mit Ihren Marken und diesem Logo und Begriff viel von unserem Geld zu verdienen.
Wir haben diese fremden Fötzel, wie wir sehr gut wissen, auch eingeladen, hinein zu kommen und da ihren Gessler-Hut aufzustellen, den wir nun grüssen sollen, indem wir nur noch das Bier trinken, das erlaubt ist, zumindest auf den Fan-Meilen. Sollten Sie sich wundern, weshalb nicht mal die SVP dagegen Einspruch erhob, so kann ich Ihnen antworten, dass dieser Angriff von sehr langer Hand geplant sehr früh erfolgte, so dass von einer Schweizer Volkspartei kein Gegenmittel zu erwarten war, die da noch gar nicht wusste, dass sie Oppostion werden und als Pfand auch noch eine Bundesrätin zu verschenken haben würde.
Zum Fussball gehört Bier. Also, nicht für alle, aber für Carlsberg schon. Ausserhalb der EM haben wir ja immerhin noch auf längere Zeit die Auswahl zwischen zwei ausländischen Marken. Wir können auf Heineken geeicht werden oder Carlsberg den Hof machen. Nur Eichhof ist nicht mehr, was es war.
Mit einem biertechnisch kultivierten Schweizer Grossstädtchen wie Basel muss man allerdings auch an einer EM nicht so komisch umspringen wollen. Und so bilden drei Gastrobetriebe eine Burg, trutzig vereint an der offiziellen Fan-Meile, und sie wollen partout auch während der Euro 08(!), wie vorher und nachher, Guiness ausschenken, oder das Basler unser Bier oder das Ueli Bier oder was auch immer von ihren Kunden gewünscht wird.
Sie werden eingekesselt werden, von einem 2m hohen Zaun, der hochgefahren wird, sobald die Fan-Meile jeden Tag eröffnet, auf dass das Auge des Fans nicht verwirrt werde angesichts fremder nicht zuzuordnender Tranksamenbezeichnungen.
Die drei Beizer werden trotzdem überrannt werden. Zumindest von uns den Trutz oder den Trotz liebenden Schweizern. Solchen Kerlen gönnen wir das Geschäft, da tragen wir die Kohle gerne hin und Fussball schauen können wir da auch.
Zum Beispiel die Schweizer. Denn es wird noch die Zeit kommen, in diesem Land, wo auch wir uns, vertreten durch das Schweizer Fernsehen, beim Nationaltrainer nicht nur danach erkundigen, ob Patrick Müller schon so stark ist, dass er einen Grashalm flach treten kann. Wir werden an Realitätssinn gewinnen und uns nicht darauf verlassen, dass Patrick Müller im letzten Gruppenspiel als 23. Spieler seinen wertvollen Beitrag mit dem Ausschenken des Pausentees doch noch leisten kann. Das wird dann nicht ein Ricola-Kräutertee sein, sondern Carlsberg, da die Nati doch trinkt, was sie selbst bewirbt, was spannende zweite Halbzeiten verspricht.
Wir wollen schon bald wissen, wer es denn nun sein soll, der das Unmögliche versuchen darf? Wer auch immer sein Panini-Sammelalbum bezüglich der Schweizer Spieler zuerst voll hat, soll doch bitte hier eine Meldung machen. Jede Expertenmeinung ist dem Verband mit Sicherheit willkommen. Ich werde sie deshalb sofort weiterleiten.
Ich bin böse. Zynisch. Bösartig. Ich weiss. Denn Köbi Kuhn wird uns die Luft zum Palavern nehmen. Wer bitte, diskutiert noch über den richtigen Torhüter? Eben.
Wir werden zu elft auflaufen. Und hoffentlich vollzählig bleiben. Und Senderos? Er bekommt vielleicht einen wie Müller zum Partner. Ich schreibe: "Einen wie." Sanfte Hinweise zur Meinungsbildung sind willkommen. Daher sollte sich niemand wundern, wenn Andy Egli bei der nächsten Kommentierung der Champions League in Turnhosen und Stutzen auf dem Bänkchen sitzt.
Köbi wird's richten. Und der Platzkeeper wird es beim Eröffnungsmatch erstmals schaffen, den Rasen mit Querlinien zu mähen, damit ein Offside wenigstens erahnt werden kann. Die Wartezeit an den Wurstständen wird 20 Minuten nicht übersteigen, verspricht das OK. Dass dann keine Cervelats auf dem Rost liegen, muss allerdings befürchtet werden. Wie ich gehört habe, steckt McDonalds hinter dem Schweizer Mangel an brasilianischen Rinderdärmen. Und wer im Eröffnungsmatch geröstet wird, weiss ich auch nicht. Nur: Patrick Müller wird es nicht sein.
Murat Yakin soll auf dem Dreirad von Mutter Ermine auf versteckten Waldwegen gesichtet worden sein. Er hat das Grundlagentraining aufgenommen. Wenn das nicht verdächtig ist – und Hoffnung macht!
Noch 56 Tage bis zur EM. Euro 08 darf ich ja, glaube ich, auf öffentlichen Plätzen nicht sagen, weil der Name doch eine Marke ist und viele ausländische Firmen viel Geld bezahlt haben, um bei uns mit uns mit Ihren Marken und diesem Logo und Begriff viel von unserem Geld zu verdienen.
Wir haben diese fremden Fötzel, wie wir sehr gut wissen, auch eingeladen, hinein zu kommen und da ihren Gessler-Hut aufzustellen, den wir nun grüssen sollen, indem wir nur noch das Bier trinken, das erlaubt ist, zumindest auf den Fan-Meilen. Sollten Sie sich wundern, weshalb nicht mal die SVP dagegen Einspruch erhob, so kann ich Ihnen antworten, dass dieser Angriff von sehr langer Hand geplant sehr früh erfolgte, so dass von einer Schweizer Volkspartei kein Gegenmittel zu erwarten war, die da noch gar nicht wusste, dass sie Oppostion werden und als Pfand auch noch eine Bundesrätin zu verschenken haben würde.
Zum Fussball gehört Bier. Also, nicht für alle, aber für Carlsberg schon. Ausserhalb der EM haben wir ja immerhin noch auf längere Zeit die Auswahl zwischen zwei ausländischen Marken. Wir können auf Heineken geeicht werden oder Carlsberg den Hof machen. Nur Eichhof ist nicht mehr, was es war.
Mit einem biertechnisch kultivierten Schweizer Grossstädtchen wie Basel muss man allerdings auch an einer EM nicht so komisch umspringen wollen. Und so bilden drei Gastrobetriebe eine Burg, trutzig vereint an der offiziellen Fan-Meile, und sie wollen partout auch während der Euro 08(!), wie vorher und nachher, Guiness ausschenken, oder das Basler unser Bier oder das Ueli Bier oder was auch immer von ihren Kunden gewünscht wird.
Sie werden eingekesselt werden, von einem 2m hohen Zaun, der hochgefahren wird, sobald die Fan-Meile jeden Tag eröffnet, auf dass das Auge des Fans nicht verwirrt werde angesichts fremder nicht zuzuordnender Tranksamenbezeichnungen.
Die drei Beizer werden trotzdem überrannt werden. Zumindest von uns den Trutz oder den Trotz liebenden Schweizern. Solchen Kerlen gönnen wir das Geschäft, da tragen wir die Kohle gerne hin und Fussball schauen können wir da auch.
Zum Beispiel die Schweizer. Denn es wird noch die Zeit kommen, in diesem Land, wo auch wir uns, vertreten durch das Schweizer Fernsehen, beim Nationaltrainer nicht nur danach erkundigen, ob Patrick Müller schon so stark ist, dass er einen Grashalm flach treten kann. Wir werden an Realitätssinn gewinnen und uns nicht darauf verlassen, dass Patrick Müller im letzten Gruppenspiel als 23. Spieler seinen wertvollen Beitrag mit dem Ausschenken des Pausentees doch noch leisten kann. Das wird dann nicht ein Ricola-Kräutertee sein, sondern Carlsberg, da die Nati doch trinkt, was sie selbst bewirbt, was spannende zweite Halbzeiten verspricht.
Wir wollen schon bald wissen, wer es denn nun sein soll, der das Unmögliche versuchen darf? Wer auch immer sein Panini-Sammelalbum bezüglich der Schweizer Spieler zuerst voll hat, soll doch bitte hier eine Meldung machen. Jede Expertenmeinung ist dem Verband mit Sicherheit willkommen. Ich werde sie deshalb sofort weiterleiten.
Ich bin böse. Zynisch. Bösartig. Ich weiss. Denn Köbi Kuhn wird uns die Luft zum Palavern nehmen. Wer bitte, diskutiert noch über den richtigen Torhüter? Eben.
Wir werden zu elft auflaufen. Und hoffentlich vollzählig bleiben. Und Senderos? Er bekommt vielleicht einen wie Müller zum Partner. Ich schreibe: "Einen wie." Sanfte Hinweise zur Meinungsbildung sind willkommen. Daher sollte sich niemand wundern, wenn Andy Egli bei der nächsten Kommentierung der Champions League in Turnhosen und Stutzen auf dem Bänkchen sitzt.
Köbi wird's richten. Und der Platzkeeper wird es beim Eröffnungsmatch erstmals schaffen, den Rasen mit Querlinien zu mähen, damit ein Offside wenigstens erahnt werden kann. Die Wartezeit an den Wurstständen wird 20 Minuten nicht übersteigen, verspricht das OK. Dass dann keine Cervelats auf dem Rost liegen, muss allerdings befürchtet werden. Wie ich gehört habe, steckt McDonalds hinter dem Schweizer Mangel an brasilianischen Rinderdärmen. Und wer im Eröffnungsmatch geröstet wird, weiss ich auch nicht. Nur: Patrick Müller wird es nicht sein.
Murat Yakin soll auf dem Dreirad von Mutter Ermine auf versteckten Waldwegen gesichtet worden sein. Er hat das Grundlagentraining aufgenommen. Wenn das nicht verdächtig ist – und Hoffnung macht!
Thinkabout wird sich bis zum Start der EM in unregelmässigen Abständen immer mal wieder "zur Lage der Nation" äussern - was böte sich dazu mehr an als die "wichtigste Nebensache der Welt?"







Diskussion
Dabei kann man sich doch auch über Fußball hervorragend streiten! :-)
Und hier sind doch die Wahrheiten so was von klar. Da kann man sich so richtig orientieren und geborgen fühlen.
Ein Spiel dauert 90 Minuten. Der Ball ist rund. Das Runde muss ins Eckige. Tor ist, wenn der Schiedsrichter pfeift. Foul auch. Abseits sowieso. Fussball ist ein Spiel, mit 22 Spielernund einem Ball, bei dem am Ende die Deutschen gewinnen. Sagte Gary Lineker.
Ein Traum ist, wenn am Schluss die Schweizer gewinnen.
Den kann man immer wieder träumen. Hat eine Endlosschlaufe, das Ding.
Ich geh dann mal wieder schauen, ob sie sich noch kloppen.
Ich habe herzlich wenig Gespür für die Faszination des Fussballs. Aber ich habe hier eine entspannte Männerdiskussionsrunde vor mir mit viel Gelächter, Salznüssli und von-welcher-Sorte-auch-immer-Bier.
Einfach entspannend zum Lesen.
schöner text. – der fall basel ist ja hammermässig. in der berner zeitung war letzthin ein witziges cartoon dazu: zwei büezer packen auf leitern stehend die drei beizen mit dem grossen zaun ein. kommt ein passant und fragt: "christo?", sagt der büezer: "nö, euro".
Dein erzählter Cartoon hat mich schmunzeln lassen. Danke!
Ja, das bekabbeln hat ein Ende und ich sage "Prost".
Die drei Beizer in Basel gefallen mir auch. Und vor allem bin ich sicher, dass sie Erfolg damit haben werden. Das ist gewitztes Gschäften bester Güte, wie mir scheint. Als Anti-Pode eines irrwitizig gewordenen Marketing-Systems wird dieses System sichtbar ad absurdum geführt - und dabei auch noch eigenes Geld mit fremden Gütern verdient. Einfach nett aufwieglerisch.
Bei der WM 2006 hatte z.B. Mercedes, die ja ihr Hauptwerk in Stuttgart Bad Cannstatt haben (da, wo das Stadion des VfB Stuttgart und damit das WM-Stadion steht) ein fußballkulturelles Großevent auf dem Cannstatter Wasen sponsorn und durchführen wollen. Durften sie nicht, weil vom Stadion aus eventuell das Firmenlogo von Daimler zu sehen gewesen wäre. Auch die Stadien selbst mussten ihre Vereins- und Sponsorenlogos überkleben und abmontieren, sogar umbenannt werden mussten die Stadien für die WM ("AWD-Arena" in "WM 2006-Stadion Hannover" (Trademark FIFA)), die Fanartikelläden in den Stadien und drumherum mussten für die Zeit der WM schließen. Was für ein Irrsinn! Wie wunderbar hätte man bei diesem Ereignis Werbung für den Fußballsport im Verein machen können! Aber die FIFA hats verboten.
Melden Sie sich an oder loggen Sie sich ein, um an der Diskussion teilzunehmen.