14/04/2008 15:50
Schriftsteller stützen Widmer-Schlumpf
Die Schriftstellerinnen und Schriftsteller des Verbandes der AutorInnen der Schweiz (AdS) haben in einem offenen Brief Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ihre Unterstützung zugesagt.
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Diskussion
Den Brief und die Unterzeichner gibt es hier nachzulesen:
http://www.a-d-s.ch/home/index.php?id=51 4&backPID=395&tt_news=599
Und Sie bezahlen mich überhaupt nicht (es sei denn, Sie kaufen meine Bücher, aber selbst wenn Sie drei davon kaufen, bezahlen Sie mir damit höchstens einen Cappuccino). Bevor Sie jetzt "ABER" schreien: Nein, ich bekomme keine Subventionen, keine Werkbeiträge, keine Stipendien. Ich bin frei und unabhängig. Und als freier und unabhängiger Mensch (finanziell wie gedanklich), nehme ich mir die Freiheit, eine politische Meinung zu haben und diese kundzutun.
Die AdS Vereinbarung habe ich nicht unterzeichnet, weil ich nicht Mitglied des AdS bin. Aber ich stehe voll und ganz hinter dem Brief.
Frau Zappadong
Schriftsteller sind nicht da, sich schafs- und unterschriftenmässig HINTER etwas zu stellen. Das ist ja wie beim Küngelzüchterverein Seeland, der sicher für Samuel Schmid ist.
Sie sollen VORAUS schreiben.
Dann ginge es auch mir besser.
Frage: Wie kommen Sie darauf, dass es Ihnen besser ginge, wenn Autorinnen und Autoren "voraus" schreiben - und was meinen Sie mit "voraus" schreiben?
Schriftsteller sind für mich Akteure, die eine Stimme in den Medien haben, weil sie publizieren können.
Die müssen nicht warten, bis 10000 Menschen auf den Bundesplatz gehen. Die können ihre Meinung vorher platzieren. VORAUS. Und auch einzeln.
Oder sie sind halt nur Schreiber, die hoffen, gedruckt zu werden. IRGENDWANN.
Das *schafsmässige* kommt übrigens nicht etwa von mir, sondern von einem der unterschreibenden Schriftsteller (ja!), den Sie alle kennen, der mir das anvertraut hat und dessen Namen ich nie enthüllen werde.
Er dachte, er könne es sich einfach nicht leisten, nein zu sagen.
So isses.
(Gäll, XX, jetzt isches doch öffentlich...))
PS: Im übrigen besitze ich eine vergleichsweise ordentliche Bibliothek. 200 lebende Schweizer Schriftsteller gibt sie schlicht und einfach nicht her. Da ist halt doch was vom Küngelzüchterverein.
Danke! Jetzt verstehe ich Sie besser.
Nun: Ich bin Schriftstellerin (okay, "falsche" Sparte: Jugendbuchautorin im Krimibereich - wohl zu wenig "literarisch") und ich sage Ihnen, die meisten Medien haben keine Ahnung wer ich bin, geschweige denn, dass es mich überhaupt gibt - davon, dass ich in diesen Medien etwas publizieren könnte, bin ich geschätzte 8000 Lichtjahre weit entfernt (ich wäre schon froh, wenn sie meine Bücher - in einem bekannten deutschen Jugendbuch Verlag erscheinend - überhaupt erwähnen würden). Sie überschätzen diese Medienplattform für Schriftsteller ganz gewaltig (es gibt in der Schweiz gaaaaaaaanz wenige Schriftsteller, die in den Medien überhaupt zu finden sind).
Meine Meinung habe ich weit im Voraus kundgetan. In meinem Blog. Sehr deutlich.
Wenn sich Ihr Kollege nicht getraut hat, nein zu sagen, dann weiss ich jetzt nicht, ob er mir leid tun soll oder ob ich mich über ihn ärgern soll (Entschuldigung, unbekannterweise, an XX, aber in der Schweiz wird man nicht in den Kerker geworfen für seine eigene Meinung).
Ich bin nicht im AdS, weil in seinen Statuten steht: "Der AdS verfolgt kulturelle, gewerkschaftliche und politische Ziele." - mit dem ersten kann ich mich anfreunden, mit letzteren beiden nicht, denn ich will meine eigene politische Meinung haben - und mit gewerkschaftlichen Ideen habe ich nichts am Hut.
womöglich sind Sie eher eine Schriftstellerin als manche/r, die auf der Unterschriftsliste stehen.
Für mich heisst einfach das Selbstbekenntnis "Schriftsteller", dass man sich Gehör verschaffen kann.
Und nicht mit einem bunten Ballon in der SBB nach Bern fahren muss und sich gegenseitig Mut machen.
Schriftsteller können also schlaue Leserbriefe schreiben, Appelle formulieren, schriftlich Einfluss nehmen. Wenn sie etwas sind, werden sie auch publiziert. Nicht zu 200, sondern persönlich.
"J'accuse!"
Wo waren Bichsel, Muschg, Stamm, Suter und Konsorten? Gerade daran eine Lesung vorzubereiten?
Zu Bichsel, Muschg, Stamm, Suter und Konsorten: Kein Schriftsteller hat die Pflicht, etwas zur Weltlage oder politischen Situation in der Schweiz zu sagen. Man darf, muss aber nicht. Auch das gilt es zu respektieren ... und das hätte auch Ihr Freund auf sich anwenden dürfen.
Ich glaube, kleine Gewerbler brauchen Verbände, um sich zu äussern. Nicht grosse Schriftsteller.
(Dies auch zu einem Thema, das wir beiden anderswo hier diskutieren.)
Sie sollten statt politisieren schlicht und einfach amüsieren; gewissermassen bin ich ja erheitert: irre Literaten äussern sich zur Lage der Schweiz. Aber bitte nicht so! Falls unsere Literaten politische Weltliteratur verfassen und zugleich mit der Macht und mit dem Kapital dinieren würden, dann würden mich die politischen Agitationen nicht beschämen. Weil dem nicht so ist, man lese doch die Liste: allesamt Literaten, die zu bedauern sind, sollten sich eher der eigentlichen Kernkompetenz befleissigen als grossspurig zu politisieren.
PS: «bezahlen» meinte ich im Sinne von «konsumieren».
Und wenn wir gerade von Kernkompetenz reden: lernen Sie bitte, Ihre Sätze so zu formulieren, dass man Sie versteht. Nicht alles, was geschraubt daher kommt, ist "literarisch anspruchsvoll".
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