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Europa in der Krise: Die Schweizer Solidarität
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Diskussion
Anscheinend doch.
Man kann sich schlicht und einfach nicht vorstellen, dass jemand 200'000 Bälle produzieren lässt, ohne sich tausendprozentig abzusichern.
Obwohl....wer blöd genug ist, überhaupt 200'000 Bälle produzieren zu lassen. Ausserdem sind die Dinger zu klein und hässlich.
Es verstösst gegen die Spielregeln, Aktivitäten zu verlangen, wo es ums Reden geht (bzw. schreiben).
Ausserdem ist das Thema so facettenreich, dass es sich für Thinkabout als Artikel eignen würde. Soll heissen, ich erkenne durchaus die Problematik der Kinderarbeit und bin unter Schweizer Moral auch dagegen. Die Kehrseite ist, dass ob Kinderarbeit oder genereller Boykott gegen Waren aus Ländern ohne Demokratie, die schmerzhafte Wirkung zeigt sich immer zuerst bei jenen die man schützen möchte. Traurig, aber die Realität.
Ich bin ganz und gar kein Gutmensch, aber die 20 Fussbälle, die ich für meine 4 Kinder bestimmt schon gekauft habe, waren von einem gewissen Moment an, wo ich zum ersten Mal darüber gelesen habe, solche mit Label "ohne Kinderarbeit". Und es waren jedes Mal perfekte Gelegenheiten mit den Kindern sehr konkret darüber zu reden, wie andere kids so leben. Und warum.
Dem Fernsehen vorzuwerfen, diesen idiotischen Steilpass der CS aufzunehmen, ist ja wohl voll krank. (Auf anderen Foren als diesem wird das zur Zeit vorgebracht, vermutlich sind das CS-Mitarbeiter.)
Resignation ist aber nicht die richtige Reaktion auf die Trägheit menschlicher Verhaltensweisen. Ausserdem geht es hier nicht nur darum, dass irgendwelche Importeure moralisch bedenkliche Produkte einführen und Schweizer sie bedenkenlos kaufen. Es geht um eine Schweizer Grossbank, die in einer Imageaktion 200'000 Bälle verschenkt, um so etwas wie Euro-phorie anzufeuern und offenbar dabei vergessen hat, auch an die Kinder am anderen Ende der Vertriebskette zu denken.
Eigentlich sagt Mara genau, worum es geht: Wir reichen, gebildeten, umweltbewussten Länder, welche im Schweizer Fall Nachhaltigkeit sogar als Auftrag in der Bundesverfassung haben, setzen kraft unserer Einkaufsmacht die Standards. Aber eben: Die Standards für Schrott und Sklaverei oder die Standards für qualitative Entwicklung.
Kein Mensch will den Pakistanis das Einkommen für Fussbälle wegnehmen. Und Fussball ist geil. Das sieht ein kleiner Drittwelt-Junge genau gleich wie die Gofen hier.
Obwohl, und die hierzu fehlenden Voten wundern mich auch: Gehört es wirklich zu den Kern-Kompetenzen einer Bank, die gerade Milliarden in Schrott-Immobilien und Mitarbeiter-Boni verpulvert, 200'000 Fussbälle in ein reiches, sattes Volk zu werfen?
In Afrika spielen sie mit zusammengebündelten Lumpen.
Ich finde das alles, gerade auch in der Wurschtigkeit wie es präsentiert wird, schlicht dekadent.
Dies anzuklagen ist nicht bigott.
der vorgang zeigt, wie ernst es solchen unternehmen mit ihren ansagen betr. corporate gouvernance wirklich ist.
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