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„Auf halben Weg ein anständiger Mensch“
Brötchen vor die Säue
"Gute Lügner sind sympathischer"
Kahneman, der Schreck der Ökonomen
Per Anhalter durch die Galaxis
Diskussion
"Selbst für Pragmatiker wird der Sinn und Zweck eines ästhetischen Programm-Codes plausibel: Ob bei Open-Souce-Programmen oder individualisierten Software-Lösungen – ein klar strukturierter Code ist unerlässlich für effizientes Arbeiten. "
"Girl-Code" ein Kompliment für Frauen? Das Gegenteil ist der Fall
Komischer Artikel. Mit dem Inhalt absolut einverstanden, aber wer je mal einen Blick in ein moderneres Lehrbuch zur Programmierung geworfen hat, ist der Forderung nach les- und wartbarem Code schon seit ca. 1998 spätestens überall begegnet. Seither ist Spaghetti etwa so angesagt wie Velo mit Vollgummipneu.... Komisch. Soziale Amnesie?
Oder so heisst das Ding glaub, wenn alter Wein in neuen Schläuchen kredenzt wird. Girlie-Code tönt natürlich viel hipper als Styleguide.
Und immer wieder diese Gegenüberstellung: Männer/Mädchen. Frauen gibts nicht mehr? Ergo: Frauenfeindlich. Und tut grad als wärs das Gegenteil! Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr, heisst es doch... diese Verniedlichung - leicht gruuselig. Kein Wunder, pflegen 35-jährige Frauen noch diesen Kleine-Mädchen-die-frieren-Look
Natürlich kann man einwenden, dass die Klischees Mädchen = fleißig, gewissenhaft und ordentlich, Buben = schlampig und egofixiert politisch inkorrekt und blöd sind.
Aber allein schon, dass weibliche Wesen im Programmierhandwerk positiv konnotiert auftreten, finde ich erfreulich.
Man stelle sich vor, ein Spitzenmanager würde sich als "Alpha-Büebli" bezeichnen. Wer würde ihn dann noch ernst nehmen?
>> und was halten Sie denn von dieser permanenten Verniedlichung?
Aber erstens hat das überhaupt nichts mit Männern und Frauen zu tun.
Zweitens habe ich noch nie von dem Begriff "Girly Code" gehört.
Drittens ist das spätestens seit dem Wahlspruch der Wordpress Community "Code is Poetry" ein Teil der Popkultur.
Viertens geht die Wahrnehmung, Code habe eine ästhetische Dimension zurück auf die Tradition in der Physik, die einfache Formeln zur Beschreibung von Phänomenen ebenfalls als ästehtisch und gleichzeitig "richtiger" festlegt.
Und fünftens ist sein Umkehrschluß idealisierend, ja geradezu falsch. Klar muss Code gut lesbar sein, aber wirklich ästhetische Lösungen im Sinne von Algorythmen und Architekturen deren Macht sich aus ihrer Einfachheit und damit Schönheit herleitet, sind nicht immer zu erreichen. Dafür sind die Wünsche von den Leuten, für die man Softwar macht viel zu unschön.
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