26/04/2008 11:08
"Es gibt weiterhin Klassenkämpfe, es gibt weiterhin Kriege, und es ist nur selbstverständlich, dass die Literatur darauf reagiert": Michael Kumpfmüller und Ulrich Peltzer im Gespräch über die Aktualität des Politischen in der Literatur.
Von Thomas David
Von Thomas David







Diskussion
Ich fände es sehr wichtig, wenn die Literatur sich der Probleme und gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit wieder verstärkt annehmen würde, von denen es ja wahrlich genügend gibt.
Gerade weil diese Probleme so komplex und unüberschaubar sind, dass sie sich nicht mehr mit einfachen Wahrheiten, Theorien und Formeln fassen lassen, wäre hier eine Aufgabe für die Erzählung!
Schade, wenn sich die Generationen nach Frisch, Dürrenmatt, Böll und Grass in ästhetischer Nabelschau und historischem Klein-Klein verkriechen.
Auf der anderen Seite ist mir viel sog. Politliteratur begegnet, die auch nur so gelesen werden kann wie die vorhin erwähnten: mit dem Ethno-Blick. Weil dieser Anspruch, uns etwas zu erklären oder zu vermitteln, sich im Rückblick als total absurd und als nicht einlösbar erweist. Mit Schrecken denke ich an die Zeit zurück, als sich Autoren allen Ernstes zur Frage zu rechtfertigen hatten: Wozu schreiben Sie überhaupt? Daraus entstand dieser Proletkitsch, der heute ausgestorben ist. Auf eine Wiedergeburt im Prekariatskitsch kann ich verzichten.
Natürlich beziehe ich mich hier ausschliesslich auf die deutschsprachige Literatur. Romane aus nicht-europäischen Ländern sind dem Ruch des Unpolitischen viel seltener ausgesetzt. Zu Recht, scheint mir. Obwohl gerade diese häufig das Politische im Privaten abbilden (müssen)
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