10/06/2012 16:42
Die Attraktivität des Kreationismus in den USA
Laut einer Gallup-Umfrage geben sich 46 Prozent der Amerikaner als Anhänder des "Creative Designs" zu erkennen. Der Wert hat sich seit 1982 kaum verändert »







Diskussion
Da aber ein Gerichtsentscheid die Diskussion nicht zum Verstummen bringen kann, haben die Kreationisten natürlich nicht aufgegeben. Schliesslich sterben Ideen nicht einfach so aus. Daher verwundert es mich auch icht, dass dauernd Erhebungen zum Thema gemacht werden. Wie diese dann auch immer durchgeführt werden und was für Schlüsse daraus man ziehen muss entzieht sich ebenfalls meiner Kenntnis.
Klar ist, dass spätestens seit dem Bekenntnis von Bush Jr. dass Kreationismus - intelligent designt tönt halt schon ein wenig besser - durchaus seine Berechtigung hat die Kreationisten wieder Aufwind versprüren. Und das eben wieder öffentlich. Wir haben nun natürlich das Grundsatzproblem, dass Äpfel mit Birnen verglichen werden. Denn Kreationismus lässt sich natürlich nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden belegen. Diese Tatsache wiederum stört die Kreationisten nicht im geringsten. Die brauchen für solche Fragen keine Naturwissenschaft.
Nun, ich glaube aber dass die Mehrheit der Christen auf unserem halbwegs kugelförmigen (ja, auch an die Scheibe glauben noch ein paar) Planeten ohne Probleme gläubig sein können und die Evolutionstheorie dem Kreationismus bevorzugen.
Mehr gibt es zum Artikel nicht zu sagen. Ausser vielleicht: die robuste inverse Korrelation zwischen Intelligenz und Kreationismus ist schon bemerkenswert...;-)
Aber egal wie simpel oder nicht simpel die Umfrage ist: Es gibt eben starke Strömungen in den USA welche die Schöpfungsgeschichte im Naturkundeunterricht sehen wollen (daher auch immer die Riesenaufregung um das Ganze). Solche Leute wollen, dass offiziell die physische Entstehung der Welt mittels Schöpfungsgeschichte erklärt wird. Und das ist, in deinen Worten Tinu, ein falscher Werkzeugkasten im falschen Koordinatensystem.
Das Jesuitenverbot von 1848 wurde ja 1973 aus der Bundesverfassung gekippt – vielleicht wäre es an der Zeit, heute dafür ein Kreationistenverbot hinein zu tun?
Du musst dich somit gar nicht so aufregen. Ich bin auf deiner Seite. Schone deine Nerven, rauch eine Zigi oder schnuppere ein wenig an Diesel (nur falls die Zigis ausgegangen sind).
Und es gibt unter den Verfechtern (man beachte die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes …) des wahren Glaubens auch solche, die inzwischen Feuer und Schwert in den Schrank gestellt haben. Trotzdem schwingt der Absolutismus immer noch stark mit und je nach Bedarf wechselt man die „Werkzeuge“ – allfällige Interpretationen und Abweichungen sind ausschliesslich den Auserwählten und Gesandten vorbehalten, die dann im transzendenten Elfenbeinturm ihre geringfügig zugelassenen Abweichungen von der einzig richtigen Lehre diskutieren dürfen …. mehr nicht.
Analog den Muslimen, die im „Feindesland“ eine abweichende Religion akzeptieren dürfen, ohne sie gleich zu bekämpfen, dürfen Kreationisten die Wissenschaft zulassen, solange sie weder in der Mehrheit sind, noch diese mit politischen Winkelzügen in den Hintergrund drängen oder gar ausschalten können ….
Viel interessanter - jedenfalls für mich - wäre das Nachdenken und Forschen darüber, warum der Kreationismus für Leute in den USA (und teilweise auch bei uns) so interessant und anziehend wirkt. Was kann dieser "erklären", was liberale Theologen, kluge Philosophen und aufgeklärte Wissenschaftler offenbar nicht überzeugend und einleuchtend können? Die einfachste Schiene, dass es solchen Leuten an der Intelligenz fehle, ist eine bequeme Überheblichkeit, um sich der Diskussion eben gerade nicht stellen zu müssen. Selbstverständlich ist die Diskussion mit einem Fundi extrem schwierig - da habe ich enorm viel eigene und sehr oft frustrierende Erfahrungen machen müssen. Aber trotzdem: Mit Pauschalisierungen und dem Verteilen von Etiketten kommt man dem Ziel selten näher.
Heute bin ich über ein Paper in Science gestolpert, das einen Hinweis zu deinen Fragen gibt. In Experimenten wurden den Probanden verschiedene Aufgaben zum lösen gegeben und mit ihrem deklarierten Glauben korreliert. Einige Aufgaben verlangten intuitive Lösungsansätze, einige waren nur durch Logik und analytisches Denken lösbar.
Die Forscher fanden eine positive Korrelation zwischen intuitivem Denken und Glaube, aber eine negative Korrelation zum analytischem Denken. Diese Befunde könnten ein möglicher Erklärungsgrund sein, dass etwa Naturwissenschafter Skeptiker sind und zum Atheismus neigen.
Die Grundlage der These beruht auf dem Vorhandensein von zwei unterschiedlichen Informationsverarbeitungssystemen in unserem Gehirn. So gibt es ein schnelles, emotionales, unbewusstes System, das mit Intuition und Erfahrung operiert. Daneben gibt es die analytisch-rationale Denkweise, die logisch, bewusst und langsam arbeitet.
Beide Systeme operieren parallel. Je nach Situation ist das eine oder das andere System überlegen oder gar lebensrettend. Menschen, die sich vorwiegend wissenschaftlich betätigen, bevorzugen das analytische Denken, weshalb sie von Religion selten angetan sind. Umgekehrt liegt der Schluss nahe, dass bei religiösen Menschen das intuitiv-emotionale System überwiegt oder öfter auf default steht.
Now this is very interesting...
Wir setzen inzwischen voraus,daß beispielsweise die Newton'sche Mechanik ein Spezialfall im Gebäude der Physik ist,denn Einsteins Theorien konnten auf verblüffende Weise quantenphysikalische Vorgänge erklären.
Inzwischen sind wir auch mit Einsteins Postulaten an die Grenzen unserer Erkenntnis gestoßen,so daß auch diese teilweise zur Disposition stehen ( ..gibt es Geschwindigkeiten,die größer sind als die Geschwindigkeit des Lichtes ? )
Wenn ja,alles..aber auch alles,das Gefüge unserer Welt würde in Frage gestellt,wenn der Dualismus des Lichtes gelten würde,der Welle-Teilchen Charaktet.
Was für ein billiger Trick eigentlich und welche Unvollkommenheit,immer nur das zur Anwendung bringen,wie es gerade paßt..nur damit wir glauben,damit unsere unvollkommenen Theorien in praxistaugliche Formen pressen zu können.(Das bisher bewiesene kann ja nicht falsch sein,es folgt ja nur ehernen Naturgesetzen )
Da ist mir als Heide ein klar strukturierte und als Vektor verfügbarer Glaube aber lieber (..egal wohin,Hauptsache die Richtung stimmt :-))
Wir krabbeln wie Ameisen in unseren dreidimensionalen Räumen..mehr können wir uns nicht vorstellen bzw. nicht erfassen,wer sagt denn,daß es nicht mehrer Dimensionen gibt ?
Um nicht wahnsinnig zu werden,glauben wir zu wissen,daß es eine Evolution geben muß,das steht für uns fest,wie der Glaube der Religionen an den Allmächtigen..ist das nicht auch religiös ?
Beweise zu haben,daß wir von Affen mit roten Ärschen abstammen,ich kann's mir eigentlich schlecht vorstellen.
Halten und klammern wir uns nicht alle an irgendwelche Postulate,nicht um unseren Verstand zu schärfen,obwohl unser Gefühl,unsere Intuition etwas anderes sagt - es kann nicht sein,was nicht sein darf..das ist ebenfalls Absolutismus.
Nur kurz angedeutet:
1. Warum bezeichnen sich in den USA denn so viele als Kreationisten? Ist das analytische Denken dort nicht so verbreitet, wie bei uns? Warum denn dies? Welche Gründe liegen da vor: Genetische, soziale? Hat das mit Erziehung, Bildung und Ausbildung zu tun? Oder mit dem Bildungssystem, also welche Fächer wie und wann unterrichtet oder angeboten werden?
2. Die Frage nach Ursache und Wirkung: Wird jemand, der eher dem analytischen Denken zuneigt, Naturwissenschaftler. Oder macht die Ausbildung zum Naturwissenschaftler einen Menschen zum vorwiegend analytischen Denker?
3. Aus eigener Erfahrung habe ich genügend Gegenbeispiele von Menschen, die sich wissenschaftlich betätigen, Naturwissenschaftler oder Ingenieure sind und trotzdem dem Fundamentalismus (z.B. in Freikirchen oder Sondergemeinschaften) zuneigen.
Also: Dieser Artikel ist bei weitem keine "Erklärung", sondern höchstens kleiner Hinweis auf eine Spur zum weiter forschen und denken.
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