11/05/2008 11:31
Fünf Minuten vor der Wissensgesellschaft drehen wir die Uhren zurück: Das Bildungssystem versucht, Wissen und Kreativität zu industrialisieren.
Das schafft jede Menge Auftrieb für Hohlköpfe.
Text: Wolf Lotter
Das schafft jede Menge Auftrieb für Hohlköpfe.
Text: Wolf Lotter







Diskussion
"Bildung und Ausbildung, das wird bis heute hartnäckig verwechselt."
"Fast 200 Jahre lang hat das deutsche Bildungssystem einerseits brutal abgerichtet und fehlgebildet, Fachidioten und feige Untertanen produziert, aber auch, und eben an den Universitäten, ein Ideal gepflegt, das mit Bologna nichts zu tun hat. Dieses Ideal soll dem Menschen ein Leben lang nützen. Es folgt nicht dem Aberglauben, dass sich ein Menschenleben so planen lässt wie das Fertigen von Halbschuhen oder Tütensuppen. Bildung ohne ein Ziel, sondern Allgemeinbildung, eine Art Allradantrieb für die Pisten des Lebens. Das klingt schon eher nach Wissensgesellschaft, in der schnelle und kluge Entscheidungen gebraucht werden, Entscheidungen, die originell sind und passgenau statt vorkonfektioniert und von jedem Deppen reproduzierbar."
Ich setzte eins drauf mit einem Nietzsche Zitat (das ich für unsinnig halte, aber Nietzsche darf man doch nicht kritisieren...!):
„Die Wissenschaft ist die Notwehr gegen die Wahrheit“.
Übrigens: Dummies und Hohlköpfe haben statistisch eine Selbstmordrate gegen Null und sind auch im Alter meist völlig verschont von Krankheitsbildern wie Depressionen und andern Geisteskrankheiten.
q.e.d.
Was er zu sagen hat, finde ich trotzdem wichtig: Dass Bildung mehr ist als Berufsqualifizierung. Dass gute Bildung kostet. Dass sich ihr Nutzen nicht allein an ihrer ökonomischen Verwertbarkeit bemessen lässt.
Dass Innovation meist nicht im Mittelmaß der Angepassten gedeiht.
Unterhaltung von 2 Bachelor-Studenten: Die eine: "Warst du bei Philopsophie heute?"
Die andere: "Nee, ist doch voll öde, versteh ich sowieso nicht. Ich war da nur 2 Mal in diesem Semester. Ich lese die Zusammenfassung, für den Schein wird das schon reichen. Habe gehört, der Prof lässt eh keinen durchfallen."
Ausserdem weiss ich aus verlässlichen Quellen, das solche Diskussionen auch schon von vor-Bachelor Studenten geführt wurden.
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