14/05/2008 00:02
3 Zürcher haben so viel wie 412'000 andere
Der Mittelstand stagniert, die Superreichen werden reicher. Das sagt der ehemalige Chefstatistiker des Kantons Zürich.
»Der Mittelstand stagniert, die Superreichen werden reicher. Das sagt der ehemalige Chefstatistiker des Kantons Zürich.
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Diskussion
Der Reichtum hat eine neue Qualität angenommen, die zu feudalistischen Verhältnissen führen: separate Infrastrukturen für diese ganz Reichen, welche durch die künftigen Erbschaften verewigt werden. Es geht hier nicht mehr um die alte Leier der Hühner, die man ihrer güldenen Eier nicht mehr schlachten soll; der gesellschaftliche Zusammenhalt wird durch diese Lottogewinner unterminiert.
Und zum Thema Auswirkungen: Theoretisch hätten wir Schweizer um jeden See einen öffentlichen und zugänglichen Uferweg, ausser es sei definiertes Naturschutzgebiet. Naja, ist ja fast an allen Schweizerseen inzwischen realisiert worden…..
Überhaupt: politische Steuerung der Wohlstandsverhältnisse ist per se eines freiheitlichen Staates unwürdig
Woher stammt eigentlich diese unverfrorene Behauptung, man müsse den Reichen Privilegien einräumen, welche der übrigen Bevölkerung verwehrt sind? Wo wurde sie je bewiesen? Wir sind uns bestimmt einig darin: Es ist bisher einfach eine Vermutung geblieben. Und auf Grund einer Vermutung wird so viel Unheil angerichtet - wie z.B. die Totalspaltung einer Gesellschaft oder, wie hier befürchtet, gar ein Rückfall in feudale Verhältnisse es sind.
1. Der gesellschaftliche Zusammenhalt wird nicht einseitig durch Lottogewinner unterminiert, sondern durch Menschen aller gesellschaftlichen Milieus, die ihre Verantwortung nicht wahrnehmen.
2. ist die Erbschaftssteuer sicher nicht der Leim, der die Gesellschaft zusammen hält.
3. Wenn jemand sein Unternehmen vererbt ist es völliger Unsinn die Unternehmenssubstanz durch eine derart massive Steuer zu schmälern. Dasselbe gilt für die Einfamilienhäuschen. Sollten tatsächlich Erbschaften über einer Million mit 50 Prozent besteuert werden, dann müssten zahllose Erben ihr Elternhaus verkaufen, um überhaupt die Steuern bezahlen zu können.
4. Das Ergebnis wäre eine komplizierte Steuer mit vielen Ausnahmen, die mit hohem Aufwand nicht viel bringt. Und wieder trifft sie vor allem den Mittelbau. Kleine Erbschaften fallen unter Freibeträge, grossen Erblassern hilft der Steuerberater oder die Auswanderung.
5. Es ist gewiss sinnvoller, wenn die Reichen Stiftungen gründen, wie die Bill-Gates-Stiftung (@ Mücke, wo ist Dein Video nochmals?), als die staatliche Bürokratie weiter zu mästen.
@ elunzo: «politische Steuerung der Wohlstandsverhältnisse ist per se eines freiheitlichen Staates unwürdig» - Die Situation ist nun doch ein bisserl komplexer. Schliesslich schafft der Staat die Grundlagen für das freie Wirtschaften und den Wohlstand. Dafür muss die Regierung eines Landes motiviert sein, im Interesse aller Menschen zu handeln.
Freiheitlich und demokratisch ist m. E. das System, das am meisten zu unserem gesellschaftlichen Wohlergehen beiträgt und das geringste Risiko eines groben Machtmissbrauchs birgt.
Ihre Bedenken zur praktischen Umsetzung in 3 und 4 sind nicht aus der Luft gegriffen. Aber glauben Sie wirklich, dass so was nicht lösbar ist, wenn der Wille da wäre? Für mich sind das büro- und technokratische Argumente aus der Verwaltungsebene - und die Verwaltung hat der Politik zu dienen, nicht umgekehrt.
Zu 5 Gates nur so viel: Es ist falsch, einen Gegensatz zwischen Einführung einer Steuergerechtigkeit und freiwilliger Beiträge von Mäzenen zu konstruieren. Es gibt hier kein Entweder-Oder, sondern es darf beides nebeneinander existieren - ich würde das auch begrüssen. Übrigens hat das Mäzenatentum an sich durchaus feudale Züge ...
Es schleckt keine Geiss weg: Wir führen hier eine gänzlich abgehobene Debatte, da offenbar harte Fakten fehlen - die Ökonomie ist scheints ja auch keine ernst zu nehmende Wissenschaft.... Wie wir heute im TA lesen konnten (oder irre ich mich in der Quelle?) - der Beitrag fehlt leider auf Facts*
*Gefunden: Interview Heiner Flassbeck, Spekulatives Geld ist ein unglaubliches Systemrisiko
Das sind die Zutaten um auf Kosten anderer reich zu werden oder zu erben. Gesellschaftlich werden diese Egomenschen weit überschätzt. Nimmst du ihnen als Staat einen Franken, verdienen sie sich zwei nebenbei dazu. Weniger Sozialinspektoren und mehr Steuervogte. Keine Schuhmachers und sonstige Steuerflüchtige mit Privilegien mehr im Lande.
Arbeit muss wieder ihren Wert haben und vorallem ordentlich bezahlt werden. Aber wie hört man heute in den Nachrichten - den Mangern und Bankern wachsen ihre Unternehmen über den Kopf und sie verlieren die Kontrolle über dieselbigen. Für die 412.000 hätte solches Werken furchtbare private Folgen. Die 3 aber fallen relativ weich. Die Realationen sind schlichtweg unfair. Sonst wurde ja schon vieles kommentiert.
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